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Schweiz Ständeratskommission bläst zur Wolfsjagd

Der Wolf soll in der Schweiz gejagt werden dürfen. Das verlangt die Umweltkommission des Ständerates. Sie hat einer Motion des früheren Walliser CVP-Ständerats René Imoberdorf zugestimmt.

Legende: Video Uneingeschränkte Wolfsjagd? abspielen. Laufzeit 01:46 Minuten.
Aus Tagesschau vom 05.02.2016.

Die Umweltkommission des Ständerates (UREK) will den Wolf in der Schweiz wieder zu einer jagbaren Tierart machen. Mit sechs gegen vier Stimmen bei zwei Enthaltungen sprach sich die Kommission für die Motion aus, wie die Parlamentsdienste mitteilten.

Erhält der Vorstoss des früheren Walliser Ständerates René Imoberdorf in beiden Räten eine Mehrheit, müsste der Bundesrat einen Vorschlag ausarbeiten, um das Jagdgesetz zu ändern.

Seit vergangenem Sommer dürfen Jungwölfe eines Rudels unter gewissen Voraussetzungen bereits abgeschossen werden – etwa dann, wenn sich die Wölfe regelmässig in der Nähe von Siedlungen aufhalten. Das Parlament hatte den Bundesrat mit der Annahme einer Motion von Ständerat Engler (CVP/GR) damit beauftragt, den Schutz zu lockern.

Rücksicht auf Bergkantone

Der Vorstoss von René Imoberdorf geht nun aber deutlich weiter: Der Wolf soll als jagbare Art eingestuft werden. Die Mehrheit der Ständeratskommission ist der Auffassung, die Zunahme der Wölfe müsse gebremst werden, wie es in der Mitteilung heisst. Die Bedenken der Bergkantone seien ernst zu nehmen. Die bisherigen Massnahmen mit dem Herdenschutz und einzelnen Abschüssen von Wölfen reichten nicht.

Die Kommissionsmehrheit sei sich bewusst, dass die Jagd auf den Wolf nicht vereinbar wäre mit dem Verbleib in der Berner Konvention, die den Wolf als streng geschützte Tierart führt, hält die UREK fest. Für die Minderheit der Kommission komme die Jagd auf den Wolf schon nur aus diesem Grund nicht in Frage.

Für Gegner ist Lockerung bereits ausgewogen

Die Gegner des Kommissionsbeschlusses erklären ausserdem, dass die erfolgte Lockerung des Schutzes bereits eine ausgewogene Lösung darstelle. Die trage sowohl den Anliegen der Bergbevölkerung Rechnung als auch dem Schutz des Wolfes.

Der Kommission lag auch eine Standesinitiative des Kantons Wallis mit dem Titel «Wolf. Fertig lustig!» vor, die dasselbe fordert wie Imoberdorfs Motion. Die Kommission lehnte die Initiative jedoch ab. Bei einem Ja zur Standesinitiative müsste das Parlament selber eine Gesetzesänderung ausarbeiten, bei einem Ja zur Motion erhielte der Bundesrat den Auftrag dazu.

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13 Kommentare

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  • Kommentar von Bruno Hochuli (Bruno Hochuli)
    Wenn jemand ausgerottet werden sollte, ist es der Mensch. Die Spezie Mensch zerrstört seit jahrtausenden die Umwelt und sich selber. Ohne Mensch auf dieser Erde würden die Tiere sich auch fressen aber nur weil der Hunger sie plagt. Unglaublich traurig wie egoistisch und dumm der Mensch geworden ist.
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  • Kommentar von Beppie Hermann (Eine rechte Grüne)
    Weltweit kommen Raubtiere den Menschen zu nahe... oder ist es nicht eher umgekehrt? Treffen sich zwei Planeten. Sagt der eine Planet zum anderen: "Wie geht’s?" Antwortet der andere: "Schlecht. Ich hab Homo sapiens" Dieser Witz beinhaltet traurigste Wahrheit!
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  • Kommentar von Fritz Frei (Fritz Frei)
    Das wird wohl das Ende für die Wölfe bedeuten, denn sie sind es nicht mehr gewohnt, gejagt zu werden. Auf der anderen Seite ist jeder noch so gutgemeinte Eingriff in die Natur, um "sie zu schützen" oder "Arten zu erhalten" eine arrogante Selbstüberschätzung. Wir sind zwar in der Lage, Tierarten wieder anzusiedeln, aber nie und nimmer, ein Ökosystem wiederherzustellen.
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    1. Antwort von Beppie Hermann (Eine rechte Grüne)
      "Eingriff in die Natur,um "sie zu schützen" od."Arten zu erhalten" eine arrogante Selbstüberschätzung" Ja, Sie haben vollauf recht. Es ist eine arrogante Selbstüberschätzung, wie dieser Evolutionsflop sich reproduziert wie die Kanalratten, dabei seine Mitgeschöpfe verdrängt u.ihre Lebensräume zerstört. Kein anderes Wesen arbeitet seit seiner Entstehung derart pervers+skrupellos an seinem eigenen Untergang. Seine Eingriffe in die Natur waren seit jeher nichts als egoistisch od.faule Kompromisse.
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