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Vor der offiziellen Eröffnung des Ceneri-Tunnels
Aus Tagesschau vom 03.09.2020.
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Stärkung des Bahnverkehrs Italien verspricht Ausbau der Lötschberg-Simplon-Achse

  • Italien baut den 4-Meter-Korridor der Lötschberg-Simplon-Achse bis 2028 nach Novara aus.
  • Ein entsprechendes Abkommen haben die Schweiz und Italien am Rande eines internationalen Treffens zur Fertigstellung des Ceneri-Basistunnel im Tessin unterzeichnet.
  • Zum Ausbau steuert die Schweiz 148 Millionen Franken bei. Das Geld stammt aus dem Kredit zum Ausbau der Zulaufstrecken zur Neat.

Am Nordportal des Ceneri-Basistunnels zeigte sich die italienische Verkehrsministerin Paola de Micheli am Tag vor der Tunneleröffnung überglücklich: «Sono emozionata», sagte sie. Die Eröffnung dieses Tunnels sei wichtig für ihr Land, das über einen «sehr ambitionierten Investitionsplan» im Bereich der Bahn verfüge.

Teil dieses Plans ist das neue Abkommen zwischen Italien und der Schweiz über den Ausbau der Bahntrassen auf der italienischen Seite der Grenze. Dabei geht es zwar nicht um den Ceneri-Tunnel, aber um die nahe Lötschberg-Simplon-Achse.

Italien verpflichtet sich, diese bis 2028 für den Güterverkehr auszubauen, sodass Sattelauflieger mit vier Metern Eckhöhe auf der Bahn durchgehend bis zu den grossen Umladeterminals in Norditalien transportiert werden können. Die Schweiz steuert zum Ausbau 148 Millionen Franken bei, die aus dem Kredit zum Ausbau der Zulaufstrecken zur Neat stammen. «Die Schweiz und Italien sagen nicht nur, dass sie zusammenarbeiten wollen, sondern sie tun es auch», schloss de Micheli.

Internationales Treffen

Der Besuch der italienischen Verkehrsministerin de Micheli war Teil eines internationalen Politikerinnentreffens. Gastgeberin: Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga. Am Tag vor der Eröffnung des Ceneri-Basistunnels haben die Delegationen der Nachbarländer eine gemeinsame Erklärung zur Stärkung der Bahnsysteme in Europa unterzeichnet. Nachtzüge sollen zu einer valablen Alternative zum Flugverkehr werden. Die österreichische Verkehrsministerin Leonore Gewessler sprach von einer «neuen Ära des umweltverträglichen Reisens». Die österreichische Regierung unterstütze diese Entwicklung, auch wenn Nachtzüge sehr teuer seien.

Weitere Staate unterzeichnen Abkommen

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Die Erklärung über die Stärkung eines umwelt- und klimafreundlichen Transportsystems wurde auf dem Korrespondenzweg auch vom Fürstentum Liechtenstein sowie den weiteren Anrainerstaaten der beiden europäischen Schienengüterkorridore Rhein-Alpen und Nordsee-Mittelmeer (Frankreich, Belgien, Niederlande, Luxemburg) unterzeichnet, wie es in einem Communiqué des Eidgenössischen Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) heisst.

Zusammen mit den Delegationen nahm Sommaruga danach einen Augenschein am Nordportal des Ceneri in Camorino. Sie bezeichnete die Vollendung der Neat als «epische Leistung» und betonte die Bedeutung der Tunnel-Inbetriebnahme.

Ceneri-Tunnel-Eröffnung

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Am Freitagmorgen findet die offizielle Eröffnungszeremonie des Ceneri-Basistunnels in Camorino statt. Mit der Inbetriebnahme des Tunnels in der Südschweiz ist die Neue Eisenbahn-Alpentransversale (Neat) vollendet.

Es gehe um mehr als nur um die Einweihung eines Tunnels, sagte Sommaruga. «In der Schweiz gibt es mehr Löcher in den Bergen als in unserem Käse», scherzte sie. Die Vollendung der Neat (Neue Eisenbahn-Alpentransversale) bezeichnete Sommaruga als «epische Leistung». Nun verfügten die Alpen über eine durchgehende Flachbahn. Diese trage nicht zuletzt dazu bei, die Alpen zu schützen.

Echo der Zeit vom 03.09.2020;

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19 Kommentare

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  • Kommentar von Paula Studer  (Paula Studer)
    Ex-BR Leuthard hat 2014 einen a-fonds-perdu-Beitrag von 150 Mio. an I für die Strecke Luino verschenkt da die Italiener meinten, die Strecke sei für die CH wichtiger als für I, ergo würde wohl nix gebaut, wenn nicht die CH diese Kosten übernähmen. Vom Parlament wurden 230 Mio. als Kredit bewilligt, Doris "kürzte" und machte dafür ein Gschänkli draus. Jetzt geht es um 148 Mio.. Doris ist zwar nicht mehr im Amt, aber es hat noch genug Leute in Bern die auch gerne Millionen ins Ausland verschenken.
  • Kommentar von Franco Caroselli  (FrancoCaroselli)
    Domani !!! Morgen.....
    Zuerst 168 Millionen, dann abwarten auf italienischer Seite, bis Geduld der Schweiz weg ist, dann der Rest der Millionen nehmen zum Ausbau. Am Schluss haben die Schweizer alles bezahlt. Es gibt zig Beispiele wo die Schweiz mehr bezahlt hat als der Italiener auf seinem Staatsgebiet. Darum? Domani !!!
  • Kommentar von Hugo Niemer  (Hugo Niemer)
    Im Gegensatz zu ex Bundesrat Otto Stich (SP) welcher ihn verhindern wollte sieht Italien sehr wohl den Nutzen des Lötschbergtunnels. Falls Italien tatsächlich bis 2028 fertig ausbaut, ist es dringend nötig, dass die Schweiz den Lötschberg-Basistunnel möglichst schnell durchgehend zweispurig ausbaut um den zusätzlichen Verkehr auch aufnehmen zu können.
    1. Antwort von Esther Jordi  (EstherJ.)
      Otto Stich als Vorsteher des Eidgenössischen Finanzdepartementes hat es als Einziger damaliger Bundesrat gewagt, Adolf Ogi die Stirn zu bieten, der das Stimmvolk mit seinen Aussagen, die NEAT koste 14 Milliarden Franken und keinen Rappen mehr, nach Strich und Faden belogen hat. Wir sind jetzt bei 23 Milliarden Franken. Womit ich nicht sagen, will der Lötschberg solle nicht ausgebaut werden. Kommt auf ein paar Milliarden nun auch nicht mehr darauf an.
    2. Antwort von Max Wyss  (Pdfguru)
      Die Lötschberg-Simplon-Route ist trotz Lötschberg-Basistunnel NICHT eine Flachbahn. Das heisst, sie kann nicht so freizügig betrieben werden wie die Gotthard-Route. Sie wird daher immer zweite Wahl bleiben.

      Etwas erleichternd ist, dass die Hauptlastrichtung Nord-Süd ist, und so die schweren Züge mit Bremsloks effizient befördert werden können (die Kosten sind jedoch höher als bei einer Flachbahn).

      Die Überlegungen von Herrn Stich waren doch nicht so abwegig.
    3. Antwort von Reto Camenisch  (Horatio)
      Esther Jordi. 23 Milliarden kostet die GESAMTE Neat, der Gotthardtunnel kostete 12,2 Mia.
      https://www.uvek.admin.ch/uvek/de/home/verkehr/gotthard-basistunnel.html
    4. Antwort von Esther Jordi  (EstherJ.)
      Herr Camenisch, es wurde ja nicht nur über den Gotthard, sondern über die gesamte NEAT abgestimmt.
    5. Antwort von Reto Camenisch  (Horatio)
      Esther Jordi. Nochmals. Warum wurde der Tunnel teurer als geplant:
      https://www.srf.ch/news/schweiz/gotthard/wieso-wurde-der-tunnel-teurer-als-geplant
      Kosten und Wirtschaftlichkeit der NEAT:
      https://www.bav.admin.ch/bav/de/home/verkehrsmittel/eisenbahn/ausbauprogramme_bahninfrastruktur/neat/kosten.html
      Vielleicht hilft dies, die "Kostenüberschreitung" zu relativieren. Mich hat es auf jeden Fall überzeugt. Schliesslich ist es ein weltweit anerkanntes Jahrhundertprojekt.