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Illegale Medikamente Starke Nebenwirkungen garantiert

Legende: Audio Gefahr illegale Medikamente abspielen. Laufzeit 1:28 Minuten.
1:28 min, aus HeuteMorgen vom 13.06.2017.
  • Der Bundesrat will den Kampf gegen internationale Medikamentenfälscher verschärfen.
  • Dazu will er der «Medicrime»-Konvention des Europarates beitreten.
  • Denn illegale Medikamente können gravierende Nebenwirkungen haben – und der Handel mit ihnen nimmt weiter zu.
  • Der Ständerat hat den Beitritt zu «Medicrime» heute befürwortet.

Ruth Mosimann hält ein winzig kleines Fläschchen mit einem Mittel zur Hautbräunung in der Hand: «Das ist eine Substanz, die in der klinischen Forschung stecken geblieben ist – wegen ihren massiven Nebenwirkungen», sagt die Leiterin Kontrolle illegale Arzneimittel beim Schweizerischen Heilmittelinstitut Swissmedic.

Trotzdem sei die «grauenhafte» Subsanz, die gespritzt werde, nun illegal erhältlich – und ensprechend gefährlich für den Anwender.

Tausende illegale Sendungen pro Jahr

Swissmedic hat letztes Jahr 1028 illegale Arzneimittelsendungen beschlagnahmt. Doch die Dunkelziffer ist hoch: Tatsächlich sind wohl etwa 20 Mal mehr Sendungen mit illegalen Medikamenten in die Schweiz gelangt. Darunter sind Erektionsförderer, Schlaf-, Schlankheits- und Haarwuchsmittel.

Zwar ist die Zahl der Beschlagnahmungen im Vergleich zum Vorjahr leicht gesunken, doch dem Bundesrat ist sie immer noch zu hoch. Er will deshalb neue Möglichkeiten schaffen, um gegen Medikamentenfälscher vorzugehen.

Neu auch verdeckte Ermittlungen

So sollen verdeckte Ermittlungen möglich werden: «Das Abhören von Telefongesprächen zwischen Kriminellen oder die Überwachung des Postverkehrs sollen möglich werden», erklärt Matthias Sacchetti, der bei Swissmedic fürs Strafrecht zuständig ist. Zudem soll der Informationsaustausch mit ausländischen Behörden und mit der Pharmaindustrie verbessert werden.

Das alles sind Massnahmen, die die sogenannte Medicrime-Konvention , Link öffnet in einem neuen Fensterdes Europarates vorsieht. Der Ständerat hat den Beitritt der Schweiz zu dem Abkommen – und die dafür notwendigen Anpassungen im Gesetz – heute gutgeheissen.

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15 Kommentare

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  • Kommentar von Achim Frill (Afri)
    Man muss ja nicht unbedingt über unbekannte sites oder ebay kaufen. Es gibt auch seriöse Apotheken in Deutschland, die nebenbei halt auch noch einen Online-Shop betreiben. Da kann keiner was dagegen haben. Ausser die CH-Pharma natürlich, die Angst um ihren Profit hat und jetzt einen auf Dramatisch macht.
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    1. Antwort von Christa Wüstner (Saleve2)
      ich besorge mir auch ein Mittel in einer Apotheke in Lörrach. Hier muss ich den 2,5 fachen Preis zahlen. Das sehe ich auch nicht ein. Das sollte mal überprüft werden. Aber richtig finde ich, dass diese ganzen Internetbestellungen mal gestoppt werden. Die Nebenwirkungen dürfen dann zusätzlich noch unsere Ärzte behandeln.
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  • Kommentar von Urs Dubach (0^0)
    Zwei Aussagen im Bericht weisen darauf hin, dass nicht ein besorgter Bundesrat hinter dem Begehren steckt. Würde man mit «Starke Nebenwirkungen garantiert» und «Arzneimittel aus dem Internet sind gefährlich.» gegen die Pharma-Lobby argumentieren, hätte man vermutlich rasch eine Klage am Hals. Ruth Mosimann hätte auch zahlreiche Medikamente hochhalten können, die in der Schweiz zugelassen und angewendet werden, obwohl sie viele Nebenwirkungen haben. So viele, dass Fachpersonen diese meiden.
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  • Kommentar von Urs Dubach (0^0)
    Dahinter steckt eher die Pharma-Lobby als ein besorgter Bundesrat. Unterbunden werden soll der Kauf von günstigeren Medikamenten (identische Wirkungen und Nebenwirkungen). Wer bezahlt den Aufwand für Entwicklung und Produktion einer Packungsdeklaration, Verhandlungen und Beiträge für Medicrime …? Vermutlich der Steuerzahler, der damit die Pharma-Lobby stärkt und die hohen Medikamentenpreise sichert.
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