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Contact Tracing der Kantone ist bald am Anschlag
Aus Tagesschau vom 11.10.2020.
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Steigende Corona-Fallzahlen Kantone kämpfen mit dem Contact Tracing

Bei den derzeit hohen Fallzahlen ist es für die Kantone schwer, die Infektionsketten gezielt zu unterbrechen. Stösst das Schweizer Contact Tracing bald an seine Grenzen?

Martin Ackermann, Chef der Covid Taskforce des Bundes sagte in der Samstagsrundschau von Radio SRF: «Die Strategie der Schweiz beruht darauf, dass man die Kontakte der infizierten Personen nachvollziehen und Infektionsketten gezielt unterbrechen kann. Bei den derzeitigen hohen Fallzahlen ist das unglaublich schwierig und aufwändig für die Kantone.»

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Martin Ackermann: «Die Kantone haben einen grossen Aufwand»
30:21 min, aus Samstagsrundschau vom 10.10.2020.
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Das heisst: Die Schweizer Strategie könnte ins Wanken geraten. Im Kanton Zürich müssten Corona-Infizierte ihre Kontaktpersonen mittlerweile selbst in Quarantäne schicken, weil die offiziellen Stellen mit den vielen Fällen überlastet seien, schreibt die «Sonntagszeitung» heute.

System sei nicht überlastet, aber gefordert

Bettina Bally, die stellvertretende Kantonsärztin des Kantons Zürich, dementiert: «Wir haben die Kontrolle nicht verloren. Das Contact Tracing im Kanton Zürich läuft.» Doch die Zahlen seien hoch und deswegen bitte man die Infizierten um Mithilfe, um ihre Kontakte schneller eruieren zu können. «Wir sind daran, die Prozesse zu optimieren und wir haben über das Wochenende mehr Personal rekrutiert, um die steigenden Zahlen bewältigen zu können.» Das System sei nicht überlastet, aber gefordert.

Gefordert ist das System auch in anderen Kantonen, etwa in der Waadt. Dort geriet die Regierung in die Kritik, weil sie bereits Mitte September die Quarantäne-Regeln anpasste. Die Waadt schickte nur noch nahe Kontaktpersonen von positiv Getesteten in die Quarantäne, weil die Contact Tracer die vielen Fälle sonst nicht mehr hätten bewältigen können.

1500 Personen, die innerhalb von 48 Stunden zum Contact Tracing dazukommen, belasten das System enorm.
Autor: Gundekar GiebelKommunikationschef der Gesundheitsdirektion Kanton Bern

Doch auch der Kanton Bern hat derzeit zu kämpfen. Dieses Wochenende schickte die Regierung über 1500 Personen nach Club- und Bar-Besuchen in Quarantäne. Heute meldet der Kanton 134 neue positiv getestete Fälle in den letzten 24 Stunden – einen der höchsten Werte im Kanton Bern seit Beginn der Pandemie.

Kantone stocken ihre Tracing-Teams auf

Gundekar Giebel von der Gesundheitsdirektion des Kantons Bern sagt: «Die Situation im Contact Tracing ist auf Orange, wenn nicht sogar Dunkelorange, weil 1500 Personen, die innerhalb von 48 Stunden zum Contact Tracing dazukommen, das System enorm belasten. Wir brauchen ab nächster Woche mehr Leute für unser Contact Tracing.»

Audio
«Contact Tracing» stösst an seine Grenzen
29:34 min, aus Echo der Zeit vom 11.10.2020.
abspielen. Laufzeit 29:34 Minuten.

Zu den 100 bisherigen sollen in Bern zusätzlich 50 neue Contact Tracer angestellt werden. Die Kantone bauen also momentan ihr Contact Tracing aus, in der Hoffnung, so die stark steigenden Fallzahlen auch in den nächsten Wochen noch bewältigen zu können.

Echo der Zeit, 11.10.2020, 18:00 Uhr;

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67 Kommentare

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  • Kommentar von Conny Hasler  (conhas)
    warum werden die Clubs nicht endlich geschlossen oder wenigstens die Anzahl Besucher/innen auf 100 reduziert?Jetzt ist es auch sehr wichtig,dass die Arbeitgeber/Firmen schnellst möglich dafür besorgt sind,dass sie gute Schutzkonzepte mit Maskenpflicht haben oder sobald als möglich einen Teil ihrer Mitarbeitenden ins Homeoffice schicken.Warum jetzt auf strengere Massnahmen der Gesundheitsdirektoren der Kantone oder des BAG gewartet wird, ist mir schleierhaft.Jetzt sollte gehandelt werden!
  • Kommentar von Andreas Meier  (Epikur)
    Ich frage mich, welchalb niemand, aber auch wirklich keiner der Experten den offensichtlichen Zusammenhang mit den massiv steigenden Fallszahlen und der Wiedereinführung von Grossanlässen erwähnt? Knapp zwei Wochen nach der Wiedereinführung von Events, Schutzkonzepte hin oder her, explodieren die Fallzahlen. Und da das Contact-Tracing von Anfang an eher symbolischer Natur war, und die grosse Mehrheit der Ansteckungsorte nie bekannt waren, ist dies nicht auszuschliessen. War kein Genie-Streich.
    1. Antwort von Jo Egli  (Jolly)
      Da braucht man nicht Experte zu sein um das zu erklären, es ist die logische Folgerung daraus.
  • Kommentar von Francis Waeber  (Francis Waeber)
    Falls ein 2. landesweiter Lockdown ins Haus steht (mit der Betonung auf FALLS) wär's klug diesen sofort zu verhängen, statt zu zuwarten bis die Situation noch mehr ausser Kontrolle gerät. Dass die Kantone mit dem angerichteten Flickenteppich hoffnungslos überfordert sind, ist offensichtlich. Der Bund sollte zumindest wieder einheitliche Regeln erlassen. Je länger dies hinausgezögert und kantonal rumgewurstelt wird, desto teurer wird's letzten Endes..... ;-))