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Unternehmen erkennen Qualität der «gestandenen Quereinsteiger»
Aus 10 vor 10 vom 07.10.2019.
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Stellen ohne Alterslimit Lebenserfahrung als Kapital

Fehlende Fachkräfte und weniger Diskriminierung: Das bietet späten Quereinsteigern zunehmend Chancen.

Die Schweiz wird älter. Gehörten 2015 noch 1.5 Millionen Menschen der Generation 65+ an, so wird sich ihr Anteil bis 2045 fast verdoppeln – auf 2.7 Millionen. Ein Problem für den Arbeitsmarkt. Auf der einen Seite geht einigen Firmen der Nachwuchs aus, auf der anderen Seite gibt es viele Ältere, die gerne nochmals in einen neuen Beruf einsteigen möchten. Zwei Fliegen, die sich gut mit einer Klappe schlagen lassen.

So verzichten die meisten Firmen mittlerweile auf eine Altersgrenze in ihren Stellenausschreibungen. Das zeigt eine neue Studie der Jobcloud AG.

Die Firma verwaltet die Online-Jobplattformen «jobs.ch», «jobup.ch» und «jobscout.ch». Verglichen mit 2017 komme heute rund 15 Prozent öfter das Wort «Senior» in Jobtiteln vor. Auch gäben nur 2 Prozent der Stelleninserate eine Altersgrenze an. Untersucht wurden rund 300'000 Stellenanzeigen. Gründe sieht Davide Villa, CEO von Jobcloud, im anhaltenden Fachkräftemangel, aber auch in einer grösseren Sensibilität für ältere Stellensuchende.

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Davide Villa, CEO Jobcloud, zu den Gründen wieso die Alterslimite in Inseraten öfter wegfällt
Aus News-Clip vom 07.10.2019.
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Dass eine Rekrutierung ohne Altersgrenze funktioniert, zeigt die Berner Kantonspolizei. Sie hat schon vor acht Jahren die Altersgrenze für angehende Polizeileute abgeschafft. Denn mit Einschränkungen wie Alter oder Grösse laufe man Gefahr Top-Kandidatinnen und Kandidaten auszuschliessen.

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Christoph Gnägi, Mediensprecher Kapo Bern: Polizei kann davon profitieren
Aus News-Clip vom 07.10.2019.
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SBB lanciert 40plus

Noch einen Schritt weiter geht die SBB. Nicht nur steht die Ausbildung zur Lokführerin oder zum Lokführer allen Altersstufen offen. Neu will die SBB dafür auch aktiv Leute über 40 rekrutieren. Dazu lanciert sie die Kampagne 40plus. Erlaubt sei das zwar schon seit jeher, aber die SBB will solche Kandidatinnen und Kandidaten nun explizit dazu ermutigen. In knackigen Werbespots porträtiert sie zwei Lokführer und eine Lokführerin, welche den Sprung vom Finanzwesen, vom Zimmermann oder der Polizei in die Lokführerkabine gewagt haben.

Das ist nicht nur eine Chance für Quereinsteiger über 40, sondern auch eine Alternative für die SBB: Bis 2025 benötigt das Bahnunternehmen 1000 neue Fachkräfte. Ältere Kandidaten sind darum mehr als willkommen. Josef Baumgartner ist schon seit 38 Jahren Lokführer. Er begrüsst die neue Kampagne. Noch mit 50 Jahren Lokführer werden, das sei sicher machbar.

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Josef Baumgartner, Lokführer: Auch mit 50 kann man Lokführer werden
Aus News-Clip vom 07.10.2019.
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Die Zeit ist reif um nicht mehr von Defiziten im Alter zu sprechen, sondern von Kompetenzen, findet auch Dieter Kissling vom Institut für Arbeitsmedizin. Denn es gebe durchaus Fähigkeiten, die mit dem Alter zunehmen:

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Dieter Kissling, Institut für Arbeitsmedizin: Ruhig und gelassen
Aus 10 vor 10 vom 07.10.2019.
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Noch wird ein später Quereinstieg nicht in allen Firmen unterstützt. Aber mit einer alternden Bevölkerung werden solche Modelle zukünftig beliebter.

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21 Kommentare

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  • Kommentar von Hans Haller  (panasawan)
    Klingt schon mal gut, dass da mit dem Wegfallen der altersbedingten Limiten. Wenigstens mal eine Anfang ist es allemal. Ob es sich dann auch wirklich durchsetzen kann, zeigt sich erst noch. Jüngere sind immer billiger fürs Unternehmen und meist bringen die ebenso viel mit wie die älteren Angestellten.
  • Kommentar von D. Abel  (Knispel)
    Na, da bin ich mal gespannt.
    Bin selbst 43 Jahre alt, diverse Erfahrungen welche von Vielen als sehr wertvoll erachtet werden - nur bei meiner aktuellen Jobsuche hilft mir das nicht;
    höre sowas wie: überqualifiziert oder nicht passend.... und bleibe ohne Job, trotz wertvoller Erfahrungen.
    1. Antwort von Heinz Gerber  (rosenzeit)
      überqualifiziert heisst ganz einfach: sie haben jetzt einen zu hohen lohn - soviel können wir nicht bezahlen.
  • Kommentar von Martin Egger  (Martin Egger)
    "Das bietet späten Quereinsteigern zunehmend Chancen." Das sind doch nur die Worte einiger Arbeitgeber. Diese machen bekanntlich gern Werbung in eigener Sache, auch mit Hilfe von Stelleninseraten.