Stimmvolk sagt Ja zum Tierseuchengesetz

Nur Appenzell Innerrhoden und Uri haben das neue Tierseuchengesetz abgelehnt. Die restlichen Kantone sagten meist deutlich Ja – im Schnitt mit 68,3 Prozent.

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Eidg. Vorlage: Referendum gegen die Änderung des Tierseuchengesetzes

JA-Stimmen absolut: (946'146 Stimmen)
NEIN-Stimmen absolut: (439'589 Stimmen)
JA-Stimmen relativ: 68.3%
NEIN-Stimmen relativ: 31.7%
Auflistung der Abstimmungsresultate dieser Vorlage nach Kantonen
Kanton Ja-Stimmen Prozentual Nein-Stimmen Prozentual Ja-Stimmen Absolut Nein-Stimmen Absolut
Aargau 64.1% 35.9% 53940 30228
Appenzell Ausserrhoden 54.8% 45.2% 6316 5206
Appenzell Innerrhoden 44.6% 55.4% 1124 1394
Basel-Landschaft 72.7% 27.3% 36265 13615
Basel-Stadt 78% 22% 27743 7809
Bern 67.5% 32.5% 122658 59091
Freiburg 69.2% 30.8% 35943 15967
Genf 86.7% 13.3% 57164 8760
Glarus 57.1% 42.9% 2288 1721
Graubünden 59.8% 40.2% 26990 18137
Jura 72.2% 27.8% 5814 2238
Luzern 61.9% 38.1% 44866 27656
Neuenburg 74.2% 25.8% 22862 7930
Nidwalden 53.2% 46.8% 4101 3607
Obwalden 50.8% 49.2% 4017 3892
Schaffhausen 67.3% 32.7% 16755 8140
Schwyz 50.3% 49.7% 14683 14506
Solothurn 66.6% 33.4% 24582 12326
St. Gallen 59.8% 40.2% 53547 36018
Tessin 66.2% 33.8% 26343 13422
Thurgau 60% 40% 20483 13683
Uri 42.3% 57.7% 2947 4027
Waadt 88.5% 11.5% 94502 12235
Wallis 71.2% 28.8% 33427 13524
Zug 57.5% 42.5% 13651 10086
Zürich 67.2% 32.8% 193135 94371

Endresultat

JA-Stimmen absolut: (946'146 Stimmen)
NEIN-Stimmen absolut: (439'589 Stimmen)
JA-Stimmen relativ: 68.3%
NEIN-Stimmen relativ: 31.7%
  • Bezirk:
    JA-Stimmen: (946'146 Stimmen)
    NEIN-Stimmen: (439'589 Stimmen)
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Die Schweizer Stimmberechtigten haben das neue Tierseuchengesetz angenommen. Die Stimmbeteiligung lag im Schnitt bei nur 27 Prozent.

Auf Widerstand stiess die Vorlage in ländlichen Regionen. Ein Nein gab es aber lediglich aus den Kantonen Appenzell Innerrhoden (44 Prozent) und Uri (42 Prozent).

Eher skeptisch zeigten sich die Stimmenden in den Kantonen Schwyz, Nidwalden, Obwalden und Appenzell Ausserrhoden. Der Ja-Stimmen-Anteil in diesen Kantonen lag unter 55 Prozent.

Wuchtiges Ja aus der Westschweiz

Überaus deutlich war die Zustimmung dagegen in den Westschweizer Kantonen: Im Kanton Waadt sagten rund 89 Prozent der Stimmenden Ja, in Genf rund 87. In den Kantonen Neuenburg, Jura, Wallis, Basel- Stadt und Basel-Landschaft lag der Ja-Stimmen-Anteil bei über 70 Prozent.

Das revidierte Gesetz soll eine wirksame Prävention gegen Tierseuchen ermöglichen: Der Bund kann künftig Vorsorgemassnahmen ergreifen und finanzieren. Für die Bekämpfung von Tierseuchen sind weiterhin die Kantone zuständig.

Kaum Betroffenheit, wenig Stimmbeteiligung

Im Parlament war die Revision nicht umstritten gewesen. Ein Komitee von Impfgegnern um den Naturheilpraktiker Daniel Trappitsch ergriff jedoch das Referendum. Erhöhte Aufmerksamkeit erhielt es, als sich die SVP überraschend auf seine Seite stellte. Das Stimmvolk vermochten die Gegner aber nicht zu überzeugen, die Mehrheit folgte Bundesrat und Parlament.

Für Politikwissenschaftler Claude Longchamp kommt das deutliche Ja nicht überraschend: «Das Profil der Abstimmung entspricht dem der national-konservativen Wählerschaft», erklärt Politikwissenschaftler vom Forschungsinstitut gfs.bern in der «Tagesschau». Man könne sagen, die Opposition ausserhalb des Parlaments habe den Kern der SVP umfasst und etwas darum herum. «Aber mehr lag da nicht drin.»

«Nicht wirklich ein Konflikt»

Weil der Bauernverband für die Vorlage war, sei es nicht zu einer flächendeckenden Ablehnung gekommen ist. Neben SVP-Wählern sagten gemäss Longchamps «höchstwahrscheinlich Wähler auf dem Lande, Wähler, die im bäuerlichen Milieu verhaftet sind» Nein zur Vorlage. Menschen mit diesem Hintergrund hätten sich diese Thematik ganz anders angesehen.

Die tiefe Stimmbeteiligung von 27 Prozent lag gemäss Longchamps für fakultative Referenden bei einem historischen Tiefststand. Das spreche dafür, dass «es nicht wirklich ein Konflikt war».

Analysen zeigen, dass 25 Prozent der Stimmberechtigten immer an die Urne gehen. Darüber hinaus gehen die Menschen aus Betroffenheit. «Diese Betroffenheit mobilisierte nur zwei bis drei Prozent. Das ist ausgesprochen wenig. Nur eine Minderheit hatte eine andere Sicht auf diese Vorlage.»