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Streit eskaliert Neue Voliere: Zoo Zürich und Stahlbauer brechen Verhandlungen ab

Die bereits produzierten Stahlbögen werden eingeschmolzen. Der Zoo Zürich sucht einen neuen Lieferanten.

Die Verhandlungen über den Bau der neuen Pantanal-Voliere im Zoo Zürich sind gescheitert. Grund: Der Zoo und die beteiligte Stahlbaufirma fanden keine Lösung für die bereits vorproduzierten Stahlbögen. «Die Gespräche mussten beendet werden», bestätigte der Zoo am Mittwoch gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.

Im Dezember informierte der Zoo Zürich die Öffentlichkeit darüber, dass sich der Bau der neuen Pantanal-Voliere verzögere. Der Zoo habe die Zusammenarbeit mit der beteiligten Stahlbaufirma beendet, weil diese die gewünschten Anforderungen sowohl technisch als auch terminlich und finanziell nicht erreiche, hiess es damals.

Visualisierung Pantanal Voliere
Legende: Die Voliere entsteht auf einer Fläche von 11'000 Quadratmetern und erfordert zehn Stahlbögen, die ein 1400 Tonnen schweres Gitternetz tragen und bis zu 35 Meter in die Höhe ragen. ZVG/Zoo Zürich/Region Five Media

Die Stahlbaufirma argumentierte hingegen, dass das Bauprojekt in der Umsetzung eine um ein Vielfaches höhere geometrische und systemische Komplexität aufweise, als in der Ausschreibung und im Leistungsverzeichnis beschrieben wurde.

Stahlbaufirma in finanziellen Nöten

Das betroffene Stahlbauunternehmen im Zürcher Unterland kämpft seit dem Verlust des Grossauftrags ums Überleben. Es befindet sich unterdessen in provisorischer Nachlassstundung. Offenbar stehen 70 Arbeitsplätze auf dem Spiel.

Auch der Stahlbau-Branchenverband hatte sich eingeschaltet: Er wollte die beiden Parteien an einen Tisch bringen, um «Schaden von beiden Seiten abzuwenden und eine tragfähige Lösung zu finden».

Diese Verhandlungen mussten nun endgültig beendet werden. «Wir wollten im Rahmen einer Gesamtlösung erreichen, dass die bereits produzierten, aber nicht herausgegebenen Stahlbogenteile weiterverwendet werden können», wird Zoodirektor Severin Dressen in der Stellungnahme zitiert.

Die Firma Baltensberger in Höri ZH.
Legende: Die Firma Baltensberger in Höri ZH ist der Ansicht, sie sei sowohl technisch als auch organisatorisch in der Lage, ein Projekt der Komplexität von Pantanal erfolgreich umzusetzen. Keystone/Claudio Thoma

Der Zoo bezeichnet das Resultat der Verhandlungen als «unverständlich». Der Zoo habe das finanzielle Angebot «mehrmals markant erhöht», um eine Lösung zu finden.

Thomas Baltensberger, Geschäftsführer der Firma, dagegen spricht beim Angebot von einem Spottpreis. «Die Bodenkonstruktion hätte verstärkt werden müssen. Der Zoo Zürich wollte die Mehrkosten dafür nicht übernehmen, sondern von den Stahlbögen abziehen.»

Stahlbögen werden wohl eingeschmolzen

Die bereits produzierten Stahlbögen würden nun eingelagert, sagt Thomas Baltensberger. Sie müssen wohl eingeschmolzen werden.

Der Zoo Zürich sucht derweilen ein neues Unternehmen. Vergabegespräche laufen zurzeit noch. Erst wenn ein neues Unternehmen gefunden und der Terminplan mit der geänderten Ausgangslage aktualisiert worden sei, lasse sich ein neues Eröffnungsdatum der Pantanal-Voliere abschätzen.

Regionaljournal Zürich Schaffhausen, 14.01.2026, 12:03 Uhr ; 

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