Die Verhandlungen über den Bau der neuen Pantanal-Voliere im Zoo Zürich sind gescheitert. Grund: Der Zoo und die beteiligte Stahlbaufirma fanden keine Lösung für die bereits vorproduzierten Stahlbögen. «Die Gespräche mussten beendet werden», bestätigte der Zoo am Mittwoch gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.
Im Dezember informierte der Zoo Zürich die Öffentlichkeit darüber, dass sich der Bau der neuen Pantanal-Voliere verzögere. Der Zoo habe die Zusammenarbeit mit der beteiligten Stahlbaufirma beendet, weil diese die gewünschten Anforderungen sowohl technisch als auch terminlich und finanziell nicht erreiche, hiess es damals.
Die Stahlbaufirma argumentierte hingegen, dass das Bauprojekt in der Umsetzung eine um ein Vielfaches höhere geometrische und systemische Komplexität aufweise, als in der Ausschreibung und im Leistungsverzeichnis beschrieben wurde.
Stahlbaufirma in finanziellen Nöten
Das betroffene Stahlbauunternehmen im Zürcher Unterland kämpft seit dem Verlust des Grossauftrags ums Überleben. Es befindet sich unterdessen in provisorischer Nachlassstundung. Offenbar stehen 70 Arbeitsplätze auf dem Spiel.
Auch der Stahlbau-Branchenverband hatte sich eingeschaltet: Er wollte die beiden Parteien an einen Tisch bringen, um «Schaden von beiden Seiten abzuwenden und eine tragfähige Lösung zu finden».
Diese Verhandlungen mussten nun endgültig beendet werden. «Wir wollten im Rahmen einer Gesamtlösung erreichen, dass die bereits produzierten, aber nicht herausgegebenen Stahlbogenteile weiterverwendet werden können», wird Zoodirektor Severin Dressen in der Stellungnahme zitiert.
Der Zoo bezeichnet das Resultat der Verhandlungen als «unverständlich». Der Zoo habe das finanzielle Angebot «mehrmals markant erhöht», um eine Lösung zu finden.
Thomas Baltensberger, Geschäftsführer der Firma, dagegen spricht beim Angebot von einem Spottpreis. «Die Bodenkonstruktion hätte verstärkt werden müssen. Der Zoo Zürich wollte die Mehrkosten dafür nicht übernehmen, sondern von den Stahlbögen abziehen.»
Stahlbögen werden wohl eingeschmolzen
Die bereits produzierten Stahlbögen würden nun eingelagert, sagt Thomas Baltensberger. Sie müssen wohl eingeschmolzen werden.
Der Zoo Zürich sucht derweilen ein neues Unternehmen. Vergabegespräche laufen zurzeit noch. Erst wenn ein neues Unternehmen gefunden und der Terminplan mit der geänderten Ausgangslage aktualisiert worden sei, lasse sich ein neues Eröffnungsdatum der Pantanal-Voliere abschätzen.