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Weiterhin freier Blick auf den Himmel: im Solothurner Gäu soll kein Tunnel gebaut werden.
Aus Regionaljournal Aargau Solothurn vom 05.05.2022.
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Streit wegen Verkehrslärm Autobahn A1 erhält keinen Tunnel gegen Lärm

Anwohner und Bäuerinnen fordern einen Autobahntunnel bei Oensingen. Der Solothurner Regierung ist das jedoch zu teuer.

Kein Tunnel und keine Überdeckung der Autobahn, dafür eine längere Lärmschutzwand: Das ist die Position der Solothurner Regierung. Sie stellt sich damit gegen Anwohner, Bäuerinnen und Naturschützer, die sich vehement für mindestens einen Tunnel einsetzen.

Hintergrund ist, dass die stark befahrene Autobahn A1 zwischen Härkingen SO und Luterbach SO von vier auf sechs Spuren ausgebaut werden soll. Im Zuge dieses Ausbaus gibt es seit längerem Forderungen für zusätzliche Bauten.

6-Spur-Ausbau Härkingen-Luterbach

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Legende: Die Bauprofile zeigen wie breit die Autobahn mit sechs Spuren würde. SRF

Das Autobahnstück der A1 zwischen Härkingen und Luterbach ist heute chronisch überlastet. Deshalb soll die Autobahn auf dieser Strecke (ca. 20 Kilometer) auf sechs Spuren ausgebaut werden.

Das Projekt ist bewilligt, aktuell sind allerdings drei Rekurse vor Bundesverwaltungsgericht hängig. Das Bundesamt für Strassen möchte mit dem Ausbau 2024 beginnen und rechnet mit einer Bauzeit von acht Jahren.

Das Projekt kostet rund 890 Millionen Franken.

Dazu gehört, dass die Autobahn auf einer Strecke von 500 Metern in einen Tunnel verlegt werden soll. An einer anderen Stelle soll ein «Deckel» über die Autobahn gelegt werden, eine sogenannte Einhausung.

Für solche Lösungen setzen sich Anwohnerinnen, Landwirte und Naturschützerinnen ein. Sie versprechen sich davon mehrere Vorteile: die Umgebung würde von Lärm geschützt, es ginge weniger Ackerland verloren und die Landschaft würde weniger verschandelt.

Zu teuer, zu wenig Nutzen

Für die Solothurner Regierung haben die meisten der geforderten Massnahmen aber ein zu schlechtes Kosten-Nutzen-Verhältnis. Sie rechnet für den Tunnel mit Zusatzkosten von 150 Millionen Franken und für die Einhausung mit 115 Millionen Franken. Geld, das zu 40 Prozent der Kanton zahlen müsste.

Viele Millionen Franken also, die kaum einen Nutzen hätten, heisst es in einem heute veröffentlichten Bericht der Regierung. Die Einhausung würde zum Beispiel nur zu einer kleinen Lärmminderung führen. Deshalb möchte die Solothurner Regierung bloss eine längere Lärmschutzwand errichten, dies würde nur rund 9 Millionen Franken kosten.

Luftbild Autobahn
Legende: Blick auf die Autobahn A1 bei Oensingen. Hier sollen die Lärmschutzwände verlängert werden. Eine Einhausung sei zu teuer, findet die Solothurner Regierung. Keystone

Ein Tunnel oder eine Einhausung wurde ausserdem bisher nicht projektiert und würde das ganze Bauprojekt verzögern, sagte Guido Biaggio, Vize-Direktor des Bundesamts für Strassen an einer Medienkonferenz. Etwas, das eigentlich niemand will, weil es auf der A1 bereits heute täglich zu langen Staus kommt.

Falsche Kostenschätzungen?

Die Befürworter eines Tunnels reagieren scharf auf die Ablehnung ihrer Idee. In einer Mitteilung werfen sie der Regierung vor, sie hantiere mit falschen Zahlen. Die Tunnel-Befürworter rechnen vor, dass die Massnahmen weniger kosten würden als von der Regierung ausgewiesen.

Sie wollen deshalb weiter für den Tunnel kämpfen. Auf die Einhausung bei Oensingen dagegen, könnten sie verzichten. Die Diskussionen sind also noch nicht abgeschlossen. Als Nächstes ist nun das Kantonsparlament am Zug. Die Befürworter der Tunnellösung werden noch einmal alle Hebel in Bewegung setzen.

Regionaljournal Aargau Solothurn, 5. Mai 2022, 17:30 Uhr;

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38 Kommentare

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  • Kommentar von SRF News (SRF)
    Guten Abend liebe Community, vielen Dank für die Diskussion. Für heute schliessen wir die Kommentarspalten und wünschen eine gute Nacht. Liebe Grüsse, SRF News
  • Kommentar von Walter Matzler  (wmatz)
    Die Lösung für weniger Lärm - und erst noch für Klimaschutz und ohne Kosten - wäre: Temporeduktion!
    1. Antwort von Reto Weber  (SPQR)
      Sehr geehrter Herr Matzler, funktioniert technisch leider nicht, da die Abrollgeräusche bereits ab etwa 80 Kmh den Peak erreichen und sich bis 120 Kmh nicht mehr wesentlich verändern. Auch die Emissionen moderner Motoren verändern sich nur marginal,was die Autobahnen betrifft. Innerorts, bei ständigem (gewollten?) stop and go-Verkehr sieht's dagegen anders aus. Grüne Welle würde hier Abhilfe schaffen. MFG
    2. Antwort von Walter Zaugg  (Saturn)
      Herr Weber wer ernsthaft behauptet das Autos weche mit 120km\h und mehr auf der Autobahn unterwegs sind nur wenig lauter sind als solche mit 80 km/h und dann noch nur marginal mehr verbrauchen. Hut ab. Gebe es die Auto Paertei noch hätten Sie gute Chancen dort aufgenommen zu werden. Das Auto ist keine heilige Kuh. Ich selber fahre sehr gerne nur muss man einfach zu Kentniss nehmen das der Schaden welche dieses Gefährt verurscht nicht von diesem getragen wird.
  • Kommentar von Peter Müller  (PeRoMu)
    Oensingen ist ein Paradebeispiel: Innert weniger Jahre ist die Bevölkerung massiv gewachsen. Gebaut wurde wie verrückt. Und jeder, der nach Oensingen wohnen ging und/oder dort ein Eigenheim erwarb, wusste, dass die Autobahn vor der Haustüre liegt. Sich im Nachhinein über Strassenlärm zu wundern oder zu beschweren, ist unlauter. Die Kosten für dortigen Lärmschutz sind deshalb meines Erachtens zu einem ordentlichen Teil auch durch die Gemeinde Oensingen resp. deren Steuerzahler/-innen zu tragen!
    1. Antwort von Martin Scheidegger  (Martin Scheidegger)
      Es gibt auch einige Tausend Personen, die schon immer dort wohnten, sogar vor der Autobahn dort wohnten.