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«Keine Autos verfügbar» - in Bern harzt das Geschäft von Uber
Aus Regionaljournal Bern Freiburg Wallis vom 10.12.2020.
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Strenge Regeln im Taxigeschäft Uber wird in der Stadt Bern ausgebremst

Auch nach knapp zehn Monaten kommt Uber in der Bundesstadt nicht auf Touren. Der Grund: Das strenge Taxireglement.

Der Start von Uber erfolgte in Bern zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt. Ende Februar 2020. Kurze Zeit später wurde die ganze Schweiz in den Corona-Shutdown geschickt. Die Menschen blieben Zuhause. «Die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Mobilität konnten wir natürlich nicht voraussehen», sagt Jean-Pascal Aribot, Chef von Uber Schweiz.

Das strenge Taxireglement der Stadt Bern

Corona war aber nicht der einzige Stolperstein. Das strenge Taxireglement der Stadt Bern kam Uber in die Quere. Das Reglement verlangt, dass Uber Fahrer über eine Taxilizenz verfügen müssen. In anderen Städten ist dies nicht nötig. «Deswegen arbeitet Uber in Bern ausschliesslich mit selbstständigen Taxifahrern, welche über alle lokalen Anforderungen verfügen», so Aribot.

Diese Einschränkung führt dazu, dass der Dienst von Uber in Bern nur schleppend vorankommt. In den vergangenen Tagen zeigte die App in Bern bei zahlreichen Versuchen zu verschiedenen Tageszeiten jeweils nur die Meldung: «Keine Autos verfügbar». Der Chef von Uber Schweiz, Jean-Pascal Aribot, sagt dazu: «Die Fahrer in Bern benutzen die App neben ihrer normalen Tätigkeit. Da sie selbstständig entscheiden können, wann sie für Uber arbeiten, kann es vorkommen, dass zu gewissen Zeiten keine Fahrt gebucht werden kann.»

Uber ist keine Bedrohung für Berner Taxifahrer

Dass Uber in Bern kaum Fuss fassen konnte, zeigen auch die Aussagen der Berner Taxichauffeure. «Wir hatten schon mehrere Kunden, die angaben, sie kämen zu uns, weil sie bei Uber keine Fahrt bestellen konnten», sagt Ismael Mechai, Präsident des Taxiverbands Bern.

Die Medienberichte über Uber gaben unserer ‹Taxi Bern App› Aufwind.
Autor: Ismael MechaiPräsident Taxiverband Bern

Uber ist für die Berner Taxifahrer also keine Bedrohung? «Im Gegenteil», sagt Mechai. Durch die Medienberichte über Uber hätten sich plötzlich viele für die Berner Lösung mit der «Taxi Bern App» interessiert.

Berner Modell als Lösung für die ganze Schweiz?

Das Hauptproblem bei Uber sei die Frage nach der Anstellung, sagt Philipp Zimmermann von der Unia. «Uber müsste seine Fahrer eigentlich anstellen, behandelt sie momentan aber als Selbstständige. Dadurch sind die Fahrer ohne Sozial- und Unfallversicherung unterwegs.» Dieses Problem löse auch das strenge Berner Taxireglement nicht. Vielmehr müsse der Kanton durchsetzen, dass Uber sich an das Arbeitsgesetz hält, so Zimmermann.

Angestellt oder nicht?

Die arbeitsrechtliche Frage – sind Uber-Fahrer Angestellte oder Selbständige – müssten die Kantone klären. Momentan sind diesbezüglich mehrere Gerichtsverfahren hängig. Im Kanton Genf hat das Verwaltungsgericht kürzlich gesagt, Uber müsse seine Fahrer als Angestellte und nicht als Selbstständige behandeln. Noch läuft die Frist, Uber könnte das Urteil weiterziehen.

Von Uber heisst es in dieser Frage jeweils, man wolle die Fahrer nicht anstellen, um ihnen die grösstmögliche Flexibilität und Freiheit zu ermöglichen.

Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 10.12.2020 06:32 Uhr;

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9 Kommentare

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  • Kommentar von Ben Gasser  (Besche)
    Die Idee von Uber war grundsätzlich die Reduktion vom motorisierten Individualverkehr (MIV) durch die Nutzung von „Mitfahrgelegenheiten“.
    In meinen Augen eine absolut fortschrittliche Idee. Nur leider scheiterte es an der Umsetzung.
    Ich benutze Uber weil es einfach, bequem, schnell, unkompliziert, bargeldlos, anonym und vor allem sehr günstig ist.
    Ein Taxi muss ich per Anruf bestellen, ist meist nicht innert kurzer Zeit bei mir und ist doppelt so teuer. Das bessere Angebot macht das Rennen.
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    1. Antwort von Andy Gasser  (agasser)
      Vergessen Sie nicht die Sicherheit. Wie oft werden Reisende im Ausland von Taxifahrer beschissen? Mit Uber fällt dies weg. Kein Bargeld, keine bösen Überraschungen, nichts dergleichen. Natürlich haben da gewisse Täxeler keine Freude.
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  • Kommentar von Andy Gasser  (agasser)
    Uber als Firma gehört der Saft abgedreht. Nicht aber der Idee dahinter. Ein App worüber man bequem ein Taxi ruft, einen vorher bekannten, fairen und vergleichbaren Preis zahlt und nicht mit dem Fahrer sprechen muss? Perfekt. Sowas braucht die Welt und die Taxibranche dringend. Würde das ganze mit fairen Entlöhnungen und Arbeitsbedingungen kommen, würden die Kunden gerne die 10-20% mehr bezahlen.
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  • Kommentar von Peter Zuber  (Hä nuuh)
    UBER gehört diskussionslos abgestellt.
    Die Sache kann nur so billig sein weil die Fahrer nicht ausgebildet sind und keine SozialverIcherung haben. Am Ende fallen die der Allgemeinheit zur Last. Dann ist es fraglich ob die Insassenversicherung bei Unfällen im Rahmen eines komerziellen Fahrdienstes bezahlt. Arbeitszeiten werden auch nicht konteolliert. In der Schweiz macht man sich strafbar wenn man Kanarienvögel nicht paarweise hält. Aber so etwas geht in Ordnung. Einfach nur lächerlich.
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