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Schweiz Strengere Visa-Bestimmungen für Familienangehörige aus Syrien

Im September hat der Bundesrat die Visa-Bestimmungen für syrische Familienangehörige gelockert. Seither hat die Zahl der Syrer, die zu ihren Verwandten in die Schweiz reisen, deutlich zugenommen. Wie Recherchen von «10vor10» zeigen, hat der Bund die Einreisebestimmungen bereits wieder verschärft.

Legende: Video Ansturm auf Besucher-Visum abspielen. Laufzeit 04:41 Minuten.
Aus 10vor10 vom 21.11.2013.

Die Zahl der Syrer, die dank dem erleichterten Familiennachzug in die Schweiz einreisen, nimmt deutlich zu. Waren es Mitte Oktober noch 44 Personen, sind es einen Monat später schon 642 Personen. Gleichzeitig hat sich die Zahl der ausgestellten Besucher-Visa von 800 auf 1400 erhöht. Das zeigen aktuelle Zahlen aus dem Bundesamt für Migration, die der Sendung vorliegen.

Visa-Bestimmungen verschärft

Viele Syrer, die zu ihren Verwandten in die Schweiz reisen, stellen direkt ein Asylgesuch in einem Empfangszentrum. Nun hat das Bundesamt für Migration reagiert. Nach nur zwei Monaten hat es die Visa-Bestimmungen bereits wieder verschärft. Neu werden die finanziellen Verhältnisse der Syrer geprüft. Das steht in einer internen Weisung von Anfang November.

Einreisewillige Syrer müssen sich neu verpflichten, dass sie bei ihren Verwandten wohnen und diese in den ersten drei Monaten für ihren Unterhalt aufkommen. Sie verpflichten sich auch, nach 90 Tagen wieder auszureisen. Ist das nicht möglich, müssen sie sich bei einem kantonalen Migrationsamt melden.

Flüchtlingshilfe ist empört

Beat Meiner, Generalsekretär der Schweizerischen Flüchtlingshilfe: «Das ist nicht nur eine Verschärfung, das ist praktisch die Aufhebung des erleichterten Familiennachzugs. Die finanziellen Anforderungen, die jetzt gestellt werden, verunmöglichen es den Syrern, in die Schweiz zu reisen.» Die Flüchtlingshilfe fordert deshalb, dass die Weisung unverzüglich rückgängig gemacht wird.

Die Sprecherin des Bundesamts für Migration, Gaby Szöllösy, verteidigt die Verschärfung: «Wir erwarten von diesen Leuten, dass sie nicht in die Schweiz reisen und hier sofort ein Asylgesuch stellen. Wir wollen, dass ihre Verwandten in einer ersten Phase für die eingereisten Syrer aufkommen.»

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19 Kommentare

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  • Kommentar von U.Assaad, Buchs
    Ich frage mich welche Menschen in Syrien nicht bedroht sind? Aber zum Glück gibt`s in der Schweiz Leute die dies zu wissen scheinen. Richtig J. Khoudair: auch mir und meinem Mann wurde die Hoffnung nun geraubt ein Teil seiner/unserer Familie hier her in SICHERHEIT zu bringen. Denn nur DAS zählt. Wenige verlassen ihre Heimat freiwillig. Erschreckend wie kalt die meisten in diesem reichen Land sind. Hier zählt nur das Geld, Nächstenliebe scheint niemand mehr zu kennen. Hauptsache MIR geht es gut!
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  • Kommentar von B. Kerzenmacher, Frauenfeld
    "Es ist nicht davon auszugehen, dass die eingereisten Verwandten von sich aus die Schweiz wieder verlassen" Warum auch! Auch die Flüchtlinge aus Sri Lanka, Ex-Jugoslawien etc. sind immer noch hier und haben bereits ihre Familien nachgezogen und sind vielfach eingebürgert. Und genau so wird es mit den Flüchtlingen aus Syrien auch ablaufen. Da braucht man sich gar nichts selber etwas anderes vorzumachen.
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  • Kommentar von Marlene.Zelger, 6370 Stans
    Das Familienbild der ersten Welt heisst heutzutage: 2 bis 3 Kinder. Ganz anders in den Drittweltländer, wo 8 bis 10 Kinder die Normalität sind, Deshalb muss der gravierende Fehler, die unüberlegte Handlung der realitätsfremden SP Justizministerin unbedingt korrigiert werden. Wenn die Gegner argumentieren, es fahle an einheimischem Nachwuchs, dann sollen sie keine Abtreibungen mehr vornehmen und auf DIESE Weise den Nachwuchs beleben.
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