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Studie der Uni Luzern Kandidaten mit ausländischen Namen haben schlechtere Wahl-Chancen

  • Wer keinen typischen Schweizer Namen trägt und einen Sitz im Nationalrat will, hat ein doppeltes Handicap.
  • Eine neue Studie der Universität Luzern zeigt: Ausländische Namen werden überdurchschnittlich oft von Listen gestrichen – meist zugunsten von Konkurrenten mit Schweizer Namen.
  • Parteien haben aber die Möglichkeit, solchen Effekten entgegenzuwirken.
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Aus dem Archiv: Dank Unterlisten zu mehr Vielfalt?
Aus Tagesschau vom 12.08.2019.
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Für die Studie der Universität Luzern wurden über 600'000 veränderte Wahlzettel der Nationalratswahlen 2015 unter die Lupe genommen. Darauf wurden mittels Familiennamen-Registern «schweizerische» – das heisst schon vor 1940 nachgewiesene – Namen von «unschweizerischen» – erst später auftauchenden – unterschieden.

Doppeltes Handicap

Basierend auf diesen Daten zeigt die Studie, dass die Wahlchancen von Kandidierenden mit keinem typischen Schweizer Namen auf zweifache Weise beschnitten werden: Einerseits, weil diese Kandidierenden öfters von den Parteilisten gestrichen werden als solche mit typisch schweizerischen Namen. Dieser Befund deutet auf eine Benachteiligung und Abwertung von Kandidatinnen und Kandidaten mit einem Migrationshintergrund («Outgroup Hostility») hin und ist verstärkt bei Wählenden rechter Parteien zu beobachten.

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Aus dem Archiv: Parteien kämpfen um Migrantenpolitiker
Aus Rundschau vom 04.09.2019.
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Andererseits bevorzugen Wählerinnen und Wähler Kandidierende mit schweizerischen Namen, indem sie diesen öfters Stimmen durch Kumulieren oder Panaschieren zuweisen. Die Wählenden präferieren diese Kandidatinnen und Kandidaten und verschaffen ihnen einen Vorteil, welchen sie jenen mit einem Migrationshintergrund nicht zugestehen. Dieses Verhalten («Ingroup Favoritism») ist von rechts bis in die Mitte des politischen Spektrums erkennbar. 

Parteien können entgegenwirken

Obwohl die Benachteiligung zwar statistisch nachweisbar ist und für den Wahlerfolg ausschlaggebend sein kann, spielt der Listenplatz einer Kandidatin oder eines Kandidaten eine entscheidendere Rolle.

Das gibt auch den Parteien Spielraum, die Wahldiskriminierungen zu begrenzen, indem Sie Kandidierenden mit einem Migrationshintergrund aussichtsreichere Listenplätze zugestehen. Ein guter Listenplatz möglichst weit oben kann ein Namen-Handicap neutralisieren.

SRF 4 News, 28.7.21, 16:00 Uhr;

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15 Kommentare

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  • Kommentar von Lukas Gubser  (Mastplast)
    Dieser Bericht zeigt einmal mehr dass wir in der Schweiz den absoluten Gipfel des Wohlstandes erreicht haben müssen. Wir haben schlichtwegg keine Probleme mehr wenn wir Probleme erfinden und suchen müssen um zu jammern.
    Würden all diese Menschen sich für wirkliche Klimaschutzarbeit einsetzen, PV montieren, Häuser sanieren usw käme man auch besser vorwärts, aber eben das wäre ja anstrengend und soll anderen vorbehalten sein.
    1. Antwort von Felix Meyer  (gegen unwahre Wahrheit)
      Herr Gubser, Was hat das Thema Listenplatz bei Wahlen mit "Klimaschutzarbeit, PV montieren, Häuser sanieren" zu tun?
  • Kommentar von Felix Meyer  (gegen unwahre Wahrheit)
    Die Erkenntnis im Artikel erstaunt mich in keiner Art und Weise. Ich finde es immer wieder interessant, wie der Listenplatz massgebend sein soll, respektive ist. Mich hat das noch nie gekümmert. Ich nehme an, dass das vor allem in den Parteilisten wichtig ist. Ich setze jeweils meine eigene Liste zusammen.
  • Kommentar von Mark R. Koller  (Mareko)
    Jeder soll doch frei seine Wahl treffen, von wem er sich in seiner Wohngemeinde, im Kanton und in Bundesbern am besten vertreten fühlt. Da ist nicht nur der Name ausschlaggebend, sondern, zumindest bei mir, auch das Geschlecht, Alter und auch der Beruf ein entscheidendes Kriterium.
    1. Antwort von Claudia Beutler  (Claudia)
      Für mich sind die politischen Ansichten und das Engagement für die Gemeinde entscheidend. Auf garkeine Fall Alter und Geschlecht.