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Trotz Gewinnen: Der Bund zahlt weiter Subventionen
Aus Tagesschau vom 11.06.2019.
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Subventionen für Wasserkraft Stromkonzerne fordern 70 Millionen Franken vom Bund

  • Der Bund hat der Wasserkraft bereits mit über 100 Millionen Franken unter die Arme gegriffen – im Rahmen der von der Politik beschlossenen Marktprämie.
  • Nun fordern die Stromkonzerne trotz gestiegener Strompreise weitere 70 Millionen Franken.

Einst wurden sie das Gold der Alpen genannt – die grossen Wasserkraftwerke in der Schweiz. Doch das ist vorbei. Heute kämpft die Wasserkraft wegen des tiefen Strompreises in Europa ums Überleben. So oder ähnlich hatten die grossen Wasserkraftbetreiber vor ein paar Jahren gewarnt – und die Politik ist ihnen gefolgt. Heute kann für die so genannte Grosswasserkraft Unterstützung beantragt werden. Marktprämie wird diese Subvention genannt.

Die Regeln sind sehr zu Gunsten der Wasserkraft ausgelegt worden.
Autor: René BaggenstosEnergiemarktexperte

So hat das Bundesamt für Energie letztes Jahr erstmals 101 Millionen Franken an unrentable Kraftwerke verteilt. Recherchen der «Tagesschau» zeigen nun: Besonders profitiert haben die beiden grössten Schweizer Energiekonzerne, Axpo und Alpiq mit 32.5 und 26 Millionen Franken. Namhafte Beträge haben auch die Elektrizitätswerke der Stadt Zürich EWZ mit 10 Millionen, die Berner BKW mit 6.4 Millionen und die Bündner Repower mit 2.5 Millionen Franken erhalten.

Neue Subventionsanträge trotz Gewinnen

Bis Ende Mai sind wiederum Gesuche für 70 Millionen Franken staatlicher Unterstützung eingegangen. Erstaunlich, denn der Strompreis ist seit der ersten Verteilungsrunde deutlich gestiegen.

Energiemarktexperte René Baggenstos überrascht diese Zahl jedoch nicht: «Die Regeln sind sehr zu Gunsten der Wasserkraft ausgelegt worden», sagt er. Seine Firma hat zehn Wasserkraftwerke auf ihre Wirtschaftlichkeit untersucht und festgestellt: Keines schrieb Verlust und neun von zehn gar einen Gewinn. «Laut unseren Zahlen hat sich das Geschäft operativ immer gelohnt.»

Auch bei den im Vergleich zu heute deutlich tieferen Strompreisen vor ein paar Jahren. Baggenstos gibt zu bedenken: «Es hat sich für die Energiekonzerne immer gelohnt, die Wasserkraftwerke laufen zu lassen. Ansonsten wären sie wohl abgestellt worden.»

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12 Kommentare

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  • Kommentar von Alex Kramer  (Kaspar)
    Diese Umstände erklären wieder einmal, dass Privatisieren nichts bringt. Es sind neoliberale Projekte zum Zweck der Gewinnmaximierung auf Kosten der Allgemeinheit. Falls die Versorgung zusammenbricht (als dienliches Schreckensszenario), muss sowieso der Bund übernehmen; ergo gehören ALLE Vorstände der Strombranche per sofort in Haft.
    Ich bin für einen Gesetzes-Artikel, der Steuergeldverschwendung unter Strafe stellt, sowie die Aufhebung der strafrechtlichen Immunität für Politiker.
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  • Kommentar von Alex Kramer  (Kaspar)
    Privatisieren, um am Markt bestehen zu können, hiess es.
    Darauf verlangte man den Schutz des Bundes, um "den Markt" besser abzugrenzen. Der Verkauf der durch das Volk finanzierten und abbezahlten Wasserkraft lag als Option auf dem Tisch.
    In DE kostet eine kWh >20 Cent. Europäisch bewegt man sich mit den CH-Strompreisen im Mittelfeld. Die KKW sind rentabel, behauptet man dabei noch immer. Grosskunden erhalten riesige Rabatte. Die Gewinne der am Markt Erfolgrreichen werden nun vom Bund bezahlt..
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  • Kommentar von Denise Casagrande  (begulide)
    Das "Gerangel" um die Volks-Steuergelder (Subventionen)! Profitgier um fast jeden Preis. Zu wenig effektive Abklärungen/Kontrollen, betreffend Sinn machender Vergabe von "Volks-Subventionen"!
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