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Kein Empfang in neuer Wohnung Swisscom bindet Rentnerin trotz Funkloch an Handy-Abo

Nachdem eine Rentnerin umgezogen ist, hat sie keinen Handy-Empfang in der neuen Wohnung. Trotzdem lässt sie Swisscom nicht aus dem Handyvertrag . Das ändert sich erst, als die Konsumentensendung von SRF 1 «Espresso» interveniert.

Legende: Audio «Swisscom bindet Rentnerin trotz Funkloch an Handy-Abo» abspielen. Laufzeit 3:33 Minuten.
3:33 min, aus Espresso vom 08.05.2017.

«Es ist etwa so, also müsste ich Miete bezahlen und dürfte nicht in die Wohnung rein», vergleicht die Hörerin des SRF-Konsumentenmagazins «Espresso» ihre Situation.

Anfang 2016 schloss sie bei der Swisscom einen Zwei-Jahres-Handyvertrag ab. Mitte 2016 zog sie um, in den Weiler Sangernboden in der voralpinen Gantrisch-Region im Kanton Bern.

«Das ist fies!»

«In der Wohnung habe ich gar keinen Empfang, draussen und im Dorf ist er ganz schlecht», berichtet die Frau. Als sie jedoch ihr Problem der Swisscom schilderte, habe man sie abblitzen lassen: Sie müsse die Handyrechnung solange bezahlen, bis der Vertrag auslaufe, habe man ihr mitgeteilt.

In ihrem Fall sind das rund 30 Franken pro Monat für eine Leistung, von der sie nichts hat – oder zumindest, die sie nur dann in Anspruch nehmen kann, wenn sie sich weiter weg von zuhause aufhält. «Das ist fies!», sagt die Seniorin, die von einer Minimalrente lebt.

Dazu kommt: Die Dame ist treue Swisscom-Kundin und zahlt zusätzlich über 70 Franken pro Monat für Festnetztelefonie, Internet und TV. Sie versteht deshalb umso weniger, weshalb man sie nicht vorzeitig aus dem Handyvertrag entlasse.

Swisscom: «Ein Grenzfall»

«Espresso» hakt bei der Swisscom nach. Lässt sich da wirklich nichts ausrichten? Und plötzlich geht alles ganz schnell: Man biete der Frau an, dass sie per sofort und ohne Kostenfolgen aus dem Handyvertrag aussteigen könne, kündigt eine Swisscom-Sprecherin an: «Wer an einem Ort lebt, an dem er mindestens sieben Tage lang ununterbrochen keinen Handy-Empfang hat, kann frühzeitig aus dem Vertrag aussteigen.»

Warum hat man dies der Frau nicht schon mitgeteilt, als sie sich bei der Swisscom gemeldet hatte? Der Empfang in Sangernboden sei «ein Grenzfall», rechtfertigt sich die Swisscom. In der Wohnung der Frau sei der Empfang tatsächlich kritisch, draussen aber theoretisch möglich. Aber eben laut der Kundin ist er auch da ungenügend.

Für dringende Fälle bleibt der Frau noch das Festnetz. Eine Option, um trotzdem zuhause mit dem Handy zu telefonieren, wäre allenfalls das sogenannte «WiFi-Calling». Fällt der Empfang aus, springt dabei automatisch das WLAN in die Bresche.

Dies funktioniert aber nur mit den neusten Smartphone-Modellen. Für Leute mit einem älteren Modell wäre in einem solchen Fall wohl ein Pre-Paid-Abo die beste Lösung – nur dann bezahlen, wenn man das Handy auch tatsächlich braucht.

29 Kommentare

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  • Kommentar von Peter Wespi (PeterWespi)
    Die Swisscom sollte sich wieder mal daran erinnern, dass ein "Dienstleister" "dienen" und "leisten" soll. Die Swisscom hat unser Internet-Abo auch aufgehoben und uns gezwungen, auf ein teueres umzusteigen, obwohl der Internet-Speed bereits vorher nicht im Entferntesten dem entsprach, was wir bezahlen mussten. Deshalb: Internet gekündigt, auf Sunrise umgestiegen. Aufgrunddessen etwas Recherche betrieben und die Kündigung für die beiden Mobile-Abos bei Swisscom werden folgen. Selber schuld...
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  • Kommentar von Denise Casagrande (begulide)
    Schweizer "Service pulic": teuer, nicht unbedingt kundenfreundlich, dafür ausbeuterisch! Und wer kümmert sich darum von den zuständigen Verantwortlichen von Bundesrat, Parlament, Bundesamt, Behörden??
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  • Kommentar von Werner Caviezel (Angemeldet)
    Wenn ich zu Hause bin telefoniere ich wenn immer möglich mit dem Festnetz. Die Frau hat ja Festnetz. Wenn sie keines hätte würde ich das noch verstehen. Es ist bekannt, dass der Handyempfang in vielen Gebäuden nicht gut ist. Wenn der Empfang im Ort generell sehr schlecht ist, dann ist das eine andere Sache und dann soll die Swisscom der Abonnentin entgegenkommen. Für diese Kundin wäre vermutlich ein Prepaid Angebot besser in der jetzigen Situation.
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