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Häusliche Gewalt: wenn der geliebte Partner zum Schläger wird
Aus 10vor10 vom 09.01.2020.
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Tabu-Thema häusliche Gewalt Die grosse Dunkelziffer

Trotz einer Zunahme der Anzeigen und steigender Anfragen bei Beratungsstellen bleiben noch immer viele Opfer allein.

Wenn der geliebte Partner zum Schläger wird. Ein Tabu, über das man nicht gern spricht. Daher bieten Beratungsstellen wie die «Dargebotene Hand» ihre Hilfe vermehrt auch mit Online-Chats an. Mit Erfolg. Im Vergleich zur Telefon-Beratung über die Nummer 143 waren es vergangenes Jahr viermal mehr Anfragen per Online-Chat. Doch lange nicht alle Betroffenen haben den Mut, sich an Beratungsstellen oder die Polizei zu wenden.

Grosse Hemmschwelle

Das zeigt das Beispiel von «Valentina», der Name wurde zu ihrem Schutz geändert. Einen Monat nach der Heirat wird ihr Mann zum ersten Mal gewalttätig: «Er schleuderte mich so gegen einen Wandschrank, dass ich den Abdruck des Türgriffs noch fast zwei Monate lang am Rücken hatte.»

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Ein Opfer von häuslicher Gewalt spricht über ihr Martyrium
Aus News-Clip vom 09.01.2020.
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Nach der Geburt der Kinder reicht eine Nichtigkeit, damit der Mann zuschlägt, z.B. ein Essen, das ihm nicht passt. Schliesslich beginnt er, auch den Kindern gegenüber aggressiv zu werden: «Vor allem meine Tochter erinnert sich noch an die Momente, in denen ich versucht habe, die Schläge abzubekommen, damit die Kinder verschont blieben.»

Die Polizei gerufen oder eine Beratungsstelle aufgesucht hat Valentina während über zehn Jahren Beziehung nie. Aus Angst, er könnte es ihr danach erst recht mit Schlägen heimzahlen. Und: «Weil er eine bekannte Person war, die von fast allen gemocht wurde. Er redete mir immer ein, er könne die Polizisten davon überzeugen, dass ich schuld sei, dass ich krank sei, unzuverlässig und keine gute Mutter.»

Signifikate Zunahme bei Tätlichkeiten

Die häufigsten Formen von häuslicher Gewalt sind Tätlichkeiten und Drohungen. Dies zeigen Zahlen des Bundesamts für Statistik: 2017 waren es gesamtschweizerisch 5’369 Tätlichkeiten, die zur Anzeige gebracht wurden. 2018 stieg diese Zahl um 7 Prozent an. Bei den Drohungen wurden 2017 fast 3800 Fälle verzeichnet. 2018 waren es 9 Prozent mehr.

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Hohe Dunkelziffer bei häuslicher Gewalt
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Besonders Anzeigen bei Tätlichkeiten sind in den letzten Jahren stark angestiegen – seit 2014 um nicht weniger als 23 Prozent.

Gemäss verschiedener Studien gehe man davon aus, dass nur 15 bis 20 Prozent der Frauen, die von häuslicher Gewalt betroffen seien, überhaupt je eine Anzeige machen würden, sagt Pia Allemann von der Beratungsstelle für Frauen gegen Gewalt in Ehe und Partnerschaft BIF in Zürich: «Die meisten Frauen sagen uns: ‘Ich will eigentlich nicht, dass er bestraft wird, ich will, dass die Gewalt aufhört.’ Eine Bestrafung bedeutet oft, dass der Mann entweder im Gefängnis landet oder dass er eine Geldstrafe zahlen muss. Das wirkt sich aufs Familienbudget aus.»

Doch wie erreicht man jene Betroffenen, die den Schritt in eine Beratungsstelle nicht schaffen? Die «Dargebotene Hand» ist derzeit dabei, ihre Kapazitäten bei Online-Chats zwischen 10 und 22 Uhr mit zusätzlichem Personal weiter auszubauen. Denn die Erfahrung der letzten Jahre zeigt: Im Vergleich zur Telefon-Beratung ist die Hemmschwelle online tiefer, sich Hilfe zu holen. Dies stellt auch die BIF fest. Sie hat ab 2020 dreimal mehr Stellenprozente für die Online-Beratung zur Verfügung als noch vor zwei Jahren.

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10 Kommentare

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  • Kommentar von reto huber  (Mr.Yellow)
    Gerade im Moment ist ein Video im umlauf wo zu sehen ist wie ein Mädchen einen Jungen verprügelt. Das Video ist 1 1/2 Jahre alt und der Junge hat nie Anzeige erstattet. Werden Buben, Jungen Männern und Männern beigebracht das es nicht OK ist wenn sie von Frauen geschlagen werden? Habe hier auf SRF noch nie im selben Umfang, über Männer gelesen die Häusliche erleben. Dieses Thema wird enorm einseitig angegangen.
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  • Kommentar von Irene Dirren  (Rugi64)
    Mich würde es schon sehr interessieren, ob die häusliche Gewalt bei Schweizer Männer ohne Migrationshintergrund auch zugenommen hat. Es würde mich sehr wundern! Die meisten Ausländern stammen aus Ländern wo die Frauen unterdrückt werden und praktisch keine Rechte haben. Da kommt es sicher häufiger zu körperlicher Gewalt. Im Islam wird ja häufig auch von Imanen zu körperlicher Gewalt an Frauen aufgerufen. Bin gespannt ob mein Kommentar veröffentlicht wird
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    1. Antwort von S. Borel  (Vidocq)
      Ihre Behauptung ist schon mal insofern falsch, als dass die überwiegende Mehrheit an Ausländer aus dem EU Raum stammen und nicht muslimisch sind. Was ich sonst noch von Ihrem Kommentar halte, behalte ich der Netiquette zuliebe für mich.
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    2. Antwort von Krebs Alfred  (A.Santiago)
      Frau Dirren! Häusliche Gewalt hat es auch zur Zeit wo es noch fast keine Ausländer hatte gegeben. Viele haben das aber unterdrückt, weil so etwas nicht sein darf. Ich kann Ihnen versichern, dass ich mindestens fünf aus Ihrer Sicht echte Schweizerfamilien kenne, wo häusliche Gewalt an der Tagesordnung ist. Viele haben zusätzlich noch Alkoholprobleme zu der Gewalt. Bitte nicht einfach denken, dass so etwas ein Schweizer oder eine Schweizerin nicht macht.
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    3. Antwort von Daniel Bucher  (DE)
      Genau so ist es Frau Dirren. Wir üben uns lieber in Symptombekämpfung. Deshalb braucht es neu Gesetze, welche die Schwulen und Lesben schützen sollen. Dabei wäre es einfacher, Menschen die sich nicht anpassen wollen einfach heimzuschicken. Selten findet man in den Medien einen Artikel, der die Ursachen beim Namen nennt. Diesbezügliche Kommentare werden oft unterdrückt. Es kann nicht sein, was nicht sein darf.
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    4. Antwort von Daniel Bucher  (DE)
      Kürzlich gab es einen Artikel zur Einstellung junger Menschen mit Migrationshintergrund. Erschreckend, wie viele Gewalt gegenüber Frauen gutheissen. So toleriert jeder 5. junge Muslim Gewalt gegenüber Frauen - selbst wenn er in der Schweiz lebt. Bei den Schweizern ist es ein Bruchteil davon.
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    5. Antwort von S. Borel  (Vidocq)
      Wie recht Sie doch haben, Herr Bucher... „was nicht sein darf, ist nicht“... Gewalt gibt es auch in rein schweizerischen Haushalten und nicht zu knapp. Also alle nicht „angepassten“ Ausländer, nach Hause schicken, wie Sie das fordern, und das Problem ist gelöst? Eben nicht Herr Bucher...
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    6. Antwort von Franz NANNI  (igwena ndlovu)
      Ich habe Moslems in der naeheren Verwandtschaft.. nette Menschen.. schlagen ihre Frauen ab und zu... was mich stoert, die eine Nichte hat es zum Voraus gewusst und trotzdem geheiratet..
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  • Kommentar von jean-claude albert heusser  (jeani)
    Die Häusliche Gewalt hat mit unserer "Multikulti Gesellschaft eindeutig zu genommen und es verwundert auch nicht, weil in gewissen Kulturen die Frau "Null Rechte hat und als Mensch zweiter Klasse angesehen und behandelt" wird!
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    1. Antwort von S. Borel  (Vidocq)
      Bitte Beweis dafür, dass sie bei „echten“ Schweizern nicht zugenommen hat. Danke!
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