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Tag der Arbeit Transparente, Sprechgesänge und Umzüge für gleiche Löhne

  • Am Tag der Arbeit machten schweizweit Tausende laut und bunt auf die Lohnunterschiede zwischen Mann und Frau aufmerksam.
  • Festrednerinnen kritisierten das «Schneckentempo» bei der Angleichung der Löhne.
  • Sie betonen: Lohngleichheit stehe seit Jahren in der Verfassung.
Legende: Video Forderung nach mehr Lohn für alle am 1. Mai abspielen. Laufzeit 1:28 Minuten.
Aus Tagesschau vom 01.05.2018.

Zürich: «Gegen Profitmaximierung und Abzockerei»

In Zürich zogen 13'000 Personen an der 1.-Mai-Kundgebung durch die Innenstadt. Es sei unglaublich, mit welchem «Schneckentempo» es bei der Gleichstellung vorwärtsgehe, sagte Unia-Präsidentin Vania Alleva als Hauptrednerin des Gewerkschaftsbundes an der Schlusskundgebung.

Dabei sei die Kampagne für Lohngleichheit Teil eines grösseren Kampfes. Es gehe letztlich um die Wahl zwischen Solidarität und sozialer Spaltung. «Drei Jahrzehnte Marktideologie, Profitmaximierung und Abzockerei der neoliberalen Globalisierung» hätten «schwere Verwüstungen angerichtet».

Vereinzelte Scharmützel mit der Polizei

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  • Am 1.-Mai-Umzug in Zürich nahmen auch zahlreiche, zum Teil vermummte Personen teil, die der linksautonomen Szene zuzuordnen sind. Aus diesen Kreisen wurden wiederholt Petarden und Knallkörper gezündet, schrieb die Zürcher Stadtpolizei am frühen Nachmittag in einer Medienmitteilung. Entlang der Umzugsroute habe es vereinzelte Sachbeschädigungen mit Farbbeuteln und Sprayereien gegeben.
  • Kurz nach 16 Uhr rückte die Polizei an mehrere Orte in der Zürcher Innenstadt aus, wie die Stadtpolizei gegenüber SRF erklärte. Etwa 80 Vermummte wollten vom Stüssihof Richtung Central ziehen. Die Polizei stoppte dies und löste die Ansammlung auf.
  • Gleichzeitig setzten Unbekannte beim türkischen Konsulat einen Container in Brand. Auch spannten sie ein Transparent mit einer Kette über die Strasse. Die Beamten setzten dem ebenfalls ein Ende und nahmen eine Person fest.

Basel: «Lohngleichheit steht in der Verfassung»

An der 1.-Mai-Demonstration in Basel marschierten gegen 2500 Personen mit. Auf dem Barfüsserplatz sprach unter anderem Regula Bühlmann, Zentralsekretärin des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes. Über 100 Jahre hätten Frauen auf ihr Stimmrecht warten müssen, sagte Bühlmann in ihrer Rede. Die Lohngleichheit stehe seit 37 Jahren in der Verfassung und die Frauen würden noch immer warten, dass dies Wirklichkeit werde.

Bern: «Lohngleichheit. Punkt. Schluss»

Im Kanton Bern wurde der Tag der Arbeit an neun Orten zwischen Biel und Interlaken mit Reden, Konzerten und Festwirtschaften begangen. In der Stadt Bern führte der Umzug von der Kramgasse durch die Innenstadt zum Bundesplatz – angeführt von Frauen, die das Transparent mit dem 1. Mai-Motto: «Lohngleichheit. Punkt. Schluss» trugen. Am Umzug nahmen rund 2000 Personen.

St. Gallen: Attacken auf Errungenschaften der Arbeiter

Der Präsident der Gewerkschaft des Verkehrspersonales (SEV) machte in St. Gallen auf soziale Baustellen in der Schweiz aufmerksam. Namentlich erwähnte Giorgio Tuti die Lohngleichheit, die Altersvorsorge und verwies auf die Probleme im Gesundheitswesen hin. SEV-Präsident Tuti sieht viele Errungenschaften der Arbeitnehmenden attackiert, weil Arbeitgeber und neoliberale Kreise im politischen Umfeld Morgenluft wittern würden.

Freiburg: «Das Volk fordert eine Veränderung»

In Freiburg richtete SP-Präsident Christian Levrat eine Mahnung an die Parlamentsmitglieder: Es gebe keine Legitimation für Aktionen wie jene in der vergangenen Session, als die Lohngleichheitsvorlage durch den Ständerat blockiert worden sei. Das Volk fordere Veränderung und es sei an der Zeit, dass die Politik und die Wirtschaft endlich in der Realität ankämen.

Genf: Mehr Lohngleichheit

In Genf haben 2000 Personen am traditionellen 1. Mai-Umzug teilgenommen. Neben dem Hauptthema für mehr Lohngleichheit wurden auch Forderungen für generell mehr soziale Gerechtigkeit laut. So wurde nebst dem Frieden in Kolumbien und den Rechten für die Migranten die Einführung eines Mindestlohns von 23 Franken gefordert.

Demonstrationszug mit Transparenten in Genf.
Legende: In Genf wurden Forderungen für generell mehr soziale Gerechtigkeit laut. Keystone

Winterthur: Mut durch die Geschichte

Der Präsident des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes (SGB), Paul Rechsteiner, machte in Winterthur mit der Geschichte Mut für den Kampf um Lohngleichheit. Seit dem Generalstreik vor 100 Jahren hätten die Arbeiter zwar immer wieder Niederlagen einstecken müssen, sagte Rechsteiner laut Redetext.

«Doch auf lange Sicht zählt nicht die Niederlage. Sondern die Kraft, das Engagement, der Mut für berechtigte Forderungen weiterzukämpfen», sagte Rechsteiner. Auch der aktuelle Kampf für Lohngleichheit und eine gute AHV bräuchten eine starke Bewegung.

Sommaruga in Ennenda, Berset im Wallis

Unter das Volk mischen sich die beiden SP-Bundesräte. Justizministerin Simonetta Sommaruga reist nach Ennenda im Kanton Glarus, wo sie eine Schokoladenfabrik besuchen und Arbeitnehmende treffen will. Bundespräsident Alain Berset wird am Abend in Sion/Sitten eine Rede halten, auf Einladung des Walliser Gewerkschaftsbunds.

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14 Kommentare

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  • Kommentar von Daniel Bucher (DE)
    Ich kann dieses Gejammer nicht mehr hören: Die unerklärbare Lohndifferenz beträgt gemäss BR 7%. Unerklärbar deshalb, weil die Statistiken nicht alle Faktoren berücksichtigen wie z.B. Erfahrung und Erwebsunterbrüche, Weiterbildungen u.s.w. Würden alle Lohnrelevanten Faktoren berücksichtigt, bleibt keine Lohndifferenz zwischen Mann und Frau. Wer Kinder betreut ist unflexibler einsetzbar (z.B. bei Überzeit). Das trifft auf Frauen aber auch auf Männer zu, hat aber seine Ursache nicht im Geschlecht.
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    1. Antwort von Hanspeter Müller (HPMüller)
      Bitte belegen Sie Ihre Behauptung. Sie steht diametral zu sämtlichen Untersuchungen die es gibt.
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    2. Antwort von Daniel Bucher (DE)
      Siehe z.B. den Bericht von Tamedia in 20 Min von heute. "Die These des ungleichen Lohns fällt zusammen." Nur weil gewisse Kreise das Märchen dauernd weiterverbreiten, heisst noch lange nicht, dass es wahr ist. In unserem Betrieb fand eine umfassende Studie KEINE Lohndiskriminierung. Im Gegenteil. Leider sind die Statistiken unvollständig, so dass ein Lohnunterschied nicht erklärbar ist. Bei detaillierten Untersuchungen lässt sich dann keine Diskriminierung finden. So sind die Fakten.
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    3. Antwort von Hanspeter Müller (HPMüller)
      Herr Bucher,diese Ueberschrift bei 20Minuten ist eine Aussage von Herr Caroni. Leider bringt auch er keinerlei Belege für die Aussage, so wie der ganze Artikel.Wenn Ihr Betrieb saubere Löhne bezahlt ist das sehr erfreulich. Aber auch das ist kein Beleg,dass es in den Tausenden anderen Betrieben in der Schweiz auch sauber läuft. Verschiedene Gerichtsurteile wiederum belegen,dass Lohndiskriminierung sehr wohl in der ganzen Schweiz vor kommt in öffentlichen wie privaten Betrieben jeglicher Grösse.
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  • Kommentar von Daniel Fuchs (Daniel Fuchs)
    Nach wie vor konnte mir niemand erklären wieso Arbeitgeber nicht nur Frauen einstellen wenn man von diesen doch die gleiche oder gar bessere Leistung für weniger Lohn erhalten kann. Ist es nun Profitgier oder Frauenhass den unsere Arbeitgeber antreibt? Beides geht halt Logisch einfach nicht unter dieser Prämisse...
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    1. Antwort von Thomas Steiner (Thomas Steiner)
      Damit unterstellen Sie den Frauen dass sie nicht nur weniger verdienen, sondern auch weniger Lohn wert sind. Echt jetzt?!?
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    2. Antwort von Hanspeter Müller (HPMüller)
      Das geht sehr wohl. In die Führungsjobs stellt man Männer an. Weil Frauen können das nicht und wollen sowieso keine Verantwortung übernehmen. Und in den unteren Etagen stellt man Frauen an, die sind billiger. Im übrigen denke ich, dass es nicht nur Profitgier und Machismo ist, sondern teilweise auch einfach Gedankenlosigkeit und falsch verstandene Traditionen.
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    3. Antwort von Daniel Fuchs (Daniel Fuchs)
      @Thomas: Nein das tue ich nicht und wenn Sie doch dieser Meinung sind erklären sie doch bitte wie sie zu dieser Schlussfolgerung kommen anstatt einfach die Behauptung in den Raum zu stellen. (PROTIP: eventuell gibt es noch andere Faktoren)
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    4. Antwort von Hanspeter Müller (HPMüller)
      P.S. für jene, die es nicht gemerkt haben: Ironie off.
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  • Kommentar von lorenz Bertsche (lorenz.bertsche)
    Der Mensch ist nie zufrieden mit dem was er hat und wir haben sehr viel in unserem Land. Es könnte doch alles viel schlechter und schlimmer sein. Wie wäre es mal am 1. Mai mit einem Umzug „Wir haben so viel, Danke!“ Ein dankbares und zufriedenes Herz macht froh. Smile! PS: Damit schreibe ich nicht es gibt keine Menschen die müssen untendurch. Für solche sollten wir ein Herz haben und sie stützen.
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    1. Antwort von Hanspeter Müller (HPMüller)
      Empfehlen Sie wirklich den Frauen zufrieden zu sein, wenn sie monatlich 600 Franken weniger bekommen, als sie wert sind? Ganz nach dem Motto: "Lächle und sei froh, denn es könnte schlimmer kommen, und ich lächelte, und war froh, und es kam schlimmer..."?
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    2. Antwort von lorenz Bertsche (lorenz.bertsche)
      Sehr geehrter Herr H. Müller ich empfehle nicht. Ich messe den Wert einer Frau auch nicht am Geld und Ihrem Einkommen. Habe diese auch nicht abgewertet. Haben Sie sich aber auch mal hinterfragt wieso dass immer mehr Billigarbeiter aus dem Ausland in Firmen eingestellt werden? Die sind noch zufrieden. Warum Inländische Firmen sich ins Ausland verlagern? Warum man so viel aus China importiert und anderen Billigländer? Kann wirklich schlimmer kommen. Diesmal ohne Smile.
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    3. Antwort von Hanspeter Müller (HPMüller)
      herr Bertsche, was haben Ausländer und Verlagerung von Arbeitsstellen ins Ausland mit Lohnungerechtigkeit in der Schweiz zu tun? Sollen die Frauen etwa auch noch daran schuld sein?
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