Zum Inhalt springen

Header

Audio
Schockierend hohe Rechnung für Coronatest
Aus Espresso vom 15.05.2020.
abspielen. Laufzeit 06:36 Minuten.
Inhalt

Teure Analyse Coronatest für knapp 1000 Franken

Ein Coronatest im Unispital Basel vom März kommt eine Frau teuer zu stehen. Sie ist schockiert. Kein Einzelfall.

Die Frau war noch Ende Februar in Italien unterwegs, am Karneval von Venedig. Als dieser wegen der Corona-Pandemie abgebrochen wurde, kam sie zurück in die Schweiz und bemerkte kurz darauf Grippesymptome. Weil etwas später die Beerdigung ihrer Grossmutter geplant war, wollte sie sich testen lassen, um sicher zu sein, niemanden zu gefährden. Die Untersuchung am Universitätsspital Basel habe insgesamt weniger als eine Stunde gedauert, berichtet die Baslerin. Es habe ein Arztgespräch gegeben mit anschliessendem Abstrich.

Vor kurzem erhielt die Frau nun die Rechnung via Krankenkasse: 970 Franken. «Ich war schockiert und bin aus allen Wolken gefallen.» Sie sei überzeugt gewesen, dass es sich um einen Fehler handeln müsse. Doch erste Abklärungen der Frau zeigen: Die Rechnung ist kein Versehen.

Bei «Espresso» meldet sich ein weiterer Betroffener. Der Mann liess sich ebenfalls Anfang März am Unispital Basel auf Corona testen. Seine Rechnung beläuft sich auf 700 Franken. Auch er kann die hohen Kosten nicht nachvollziehen.

Spital testet nicht nur auf Corona

«Espresso» schaut sich die detaillierte Abrechnung der Hörerin an. Der Sars-Cov-2-Test schlägt mit 180 Franken zu Buche. Dies entspricht den Vorgaben des Bundesamtes für Gesundheit (BAG), welches den Tarif für den Coronatest bis Ende April bei 180 Franken ansetzte. Per 30. April 2020 wurde der Tarif dann gesenkt auf 95 Franken.

Wie also kommen die fast 1000 Franken zustande? Das Universitätsspital Basel schreibt «Espresso» in einer allgemeinen Stellungnahme: «Wenn Patientinnen und Patienten das Spital mit Symptomen aufsuchen, werden sie medizinisch untersucht, was abgerechnet wird. Je nachdem, welche Symptome sie haben, werden die medizinisch indizierten Tests durchgeführt. Also unter Umständen nicht nur der Test auf Sars-CoV-2, sondern auch auf Influenza oder RSV usw.» Mit anderen Worten: Die Frau wurde ungefragt auf Influenza und das RS-Virus getestet – macht zusammen schon mal 360. Franken. Die Frau ist empört, schliesslich wollte sie lediglich auf Corona getestet werden.

Wehren Sie sich!

Die Verbände der Krankenversicherer sind sich einig: So geht es nicht. Es herrsche Wildwuchs bei den Coronatests, lässt Curafutura verlauten. Und bei Santésuisse sagt Mediensprecher Matthias Müller: «Es wäre sehr zu begrüssen gewesen, hätte das Spital die Frau gefragt, welche Tests sie machen wolle. Denn so wäre die Rechnung niemals so hoch ausgefallen.»

Santésuisse rät allen, welche nach einem Coronatest eine horrende Rechnung erhalten: «Man soll zuerst mit dem Spital Kontakt aufnehmen und sich hoffentlich gütlich einigen. Wenn das nicht hilft, kann man sich an die entsprechende Ombudsstelle wenden. Oder man sucht Hilfe bei der Krankenversicherung, welche sich bei Unregelmässigkeiten für Patienten einsetzen soll.»

Und wer künftig einen Coronatest machen muss, erkundigt sich vorab über den Preis. Patientinnen und Patienten können darauf bestehen, dass sie gefragt werden, bevor andere Tests gemacht werden.

Die wichtigsten Informationen zum Coronavirus:

Espresso, 15.05.20, 08:13 Uhr

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Push-Mitteilungen aktivieren

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

33 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Monika Mitulla  (momi)
    Es sollte doch von Anfang an klar sein, dass sowohl die heutigen Corona-Tests, als auch die Antikörpertests, ebenso wie die kommenden Impfungen nicht gratis sind und sein werden. Die Pharmaindustrie will schliesslich Geld verdienen - und die Schweiz ist bekannt als Hochpreisinsel. Ich halte alle Tests und Impfungen für überflüssig. Zum Arzt sollte nur gehen, wer sich krank fühlt. Tests aus *Gwunder" oder weil man sich gerande mal ein paar Tage unwohl fühlt sind halt teuer...
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Martin Egger  (Martin Egger)
    @SRF: "Patientinnen und Patienten können darauf bestehen, dass sie gefragt werden, bevor andere Tests gemacht werden." - ist das nicht selbstverständlich?
    Aber wenn ich nichts sage? Darf der Arzt dann einfach jede Behandlung machen, die ihm gerade "sinnvoll" scheint, und ich muss bezahlen? (Das ist doch eigentlich die interessante Frage.)
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Lena Mäder  (lenamaeder)
    Hatte recht starken Husten letzten Monat, plus ein, zwei Tage leichtes Krankheisgefühl..... Habe mich entschlossen keinen Test zu machen, die 180.- zu sparen und ein paar Tage (ähmmm wieviele..?) zuhause zu bleiben. Die Krankenkasse braucht das nichts zu wissen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Nico Stäger  (Nico Stäger)
      Selbstverständlich richtig, warum sollten wir nun wegen jedem Hüstchen nicht nur zum Arzt rennen, sondern auch noch einen Test für 180 Fr + X machen? Und weil dies die allermeisten machen, sind auch die Corona-Daten so lächerlich schlecht und falsch. Wir können getrost davon ausgehen, dass sich mindestens 2-3 Mal soviele Menschen angesteckt haben wie in den Statistiken genannt. Explizit: Ich sage die Statistiken sind lächerlich, nicht der Virus...
      Ablehnen den Kommentar ablehnen