Zum Inhalt springen

Header

Navigation

Legende: Audio Schweizer Universitäten spannen bei Krebstherapien zusammen abspielen. Laufzeit 03:28 Minuten.
Aus Echo der Zeit vom 28.07.2019.
Inhalt

Teure Krebstherapien Unispitäler wollen Pharmaindustrie Konkurrenz machen

Eine Allianz von Schweizer Universitäten will Patienten mit eigenen Zelltherapien behandeln – und das viel günstiger.

Die Chancen, nach einer Krebserkrankung wieder gesund zu werden, sind in den letzten Jahren grösser geworden. Nicht zuletzt dank neuer Behandlungsmethoden, wie zum Beispiel der Immuntherapie.

Die Schweizer Universitätsspitäler planen in diesem Bereich nun eine Allianz, um bei Forschung und Behandlung eine wichtige Rolle zu spielen. Die bösartigen Krebszellen mit dem körpereigenen Abwehrsystem bekämpfen – das ist die Grundidee hinter der Immuntherapie.

Um das Immunsystem des Patienten für diesen Kampf fit zu machen, setzen die Mediziner Medikamente ein oder sie verändern oder vermehren gewisse Zellen im Körper des Betroffenen.

Grosse Fortschritte bei Zelltherapien

In diesem Bereich habe die Medizin in den letzten Jahren grosse Fortschritte erzielt, sagt Thomas Cerny, Präsident der Krebsforschung Schweiz und ehemaliger Chefarzt für Onkologie am Kantonsspital St.Gallen. «Die zellulären Therapien können heute sehr gezielt auf die bösartigen Zellen ansetzen und diese dann im Körper direkt zerstören», sagt Cerny. «Sowie das unser Körper bei Infektionen eigentlich regelmässig macht.»

Legende: Video Unispitäler forschen gemeinsam an Zelltherapien gegen Krebs abspielen. Laufzeit 02:36 Minuten.
Aus Tagesschau vom 28.07.2019.

Auch Schweizer Forscher könnten bei der Weiterentwicklung der Immuntherapien eine wichtige Rolle spielen, ist Cerny überzeugt. Schliesslich gehöre die Schweiz im Feld der Immunbiologie zur Weltspitze.

Um dieses Ziel zu erreichen, sind die Schweizer Universitätsspitäler gerade dabei, eine gemeinsame Plattform zu entwickeln, wie der Onkologe Thomas Cerny einen Bericht der «NZZ am Sonntag» bestätigt.

Bessere Koordination

Eine bessere Koordination und Zusammenarbeit sei nämlich notwendig, die Formen und Ausprägungen der Krebserkrankungen seien nämlich total unterschiedlich.

«Es kann sich nicht eine einzige Institution in dieser Breite dem Fortschritt widmen, sondern jeder muss fokussiert einen Teil dieser Aufgaben übernehmen», sagt Cerny. «Jeder macht sozusagen seine Spezialität und stellt die allen anderen zur Verfügung.»

Das eine Universitätsspital würde sich dann zum Beispiel auf Topniveau mit akuten Leukämien beschäftigen, ein anderes mit schwarzem Hautkrebs, ein weiteres Spital mit Hirntumoren. Die Patienten könnten sich aber trotzdem in dem Spital behandeln lassen, das in ihrer Region liegt. Die notwendigen Zellen würden jeweils in der spezialisierten Klinik produziert und entwickelt.

Heilmittelbehörde und Krankenkassenverbände sind an Bord

Diese Plattform der Schweizer Unispitäler ist offenbar gut unterwegs. Die Stiftung Krebsforschung Schweiz finanziert das Projekt. Die Heilmittelbehörde Swissmedic ist mit an Bord. Und auch die Krankenkassenverbände haben Interesse an dieser Allianz der Uni-Spitäler. Denn diese arbeiten, anders als die Pharmaindustrie, ohne Gewinnmargen.

Die Universitäten betonen ausserdem, sie wollten neue Immuntherapien auch für sehr seltene und daher kommerziell nicht interessante Krebsarten entwickeln.

Legende: Video Aus dem Archiv: 370'000 Fr. für Therapie – was steckt dahinter? abspielen. Laufzeit 51:28 Minuten.
Aus DOK vom 27.06.2019.
Schliessen

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

35 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Reto Camenisch  (Horatio)
    Ich bin hocherfreut zu dieser Zusammenarbeit von Universitäten, aber auch Stiftung Krebsforschung, Swissmedics und Krankenkassen. Hoffentlich geschehen solche Zusammenarbeiten auch Felder von seltenen Krankheiten, oder Antibiotika und Bakteriophagen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von antigone kunz  (antigonekunz)
      Ich würde meinen, Herr Camenisch, die Zeichen sind gut für eine moderene Form von Allmenden. Diese werden auf allen Ebenen und Gebieten die kollektive Intelligenz und die Macht und Kraft der Vielheit zu nutzen haben. Was mich sehr erfreut ist, dass Staatlichkeit, Gemeinwesen und Öffentlichkeit ihren angemessenen Platz im Wirtschaften und Hauhalten einnehmen können.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Hans Bernoulli  (H.Bernoulli)
    Eine erfreuliche Nachricht. Bei der Pharmaindustrie verschlingen Gewinn über 30% und Marketing ca. 45% der Kosten, Nur 25% des Verkaufserlös geht in die Forschung. Zudem eine Forschung, die auf Gewinnmaximierung aus ist und nicht das Wohl der Patienten im Fokus hat - mit gravierenden Folgen. Ein höchst ineffizientes System zum Profit weniger. Neue Ansätze wie diese sind not-wendig.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Reto Derungs  (rede)
    Toller Ansatz. Schade ist man nicht schon früher auf diese Idee gekommen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen