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«Der Schwarzmarkt spielt, wenn wir die Nachfrage nicht decken können»
Aus SRF 4 News aktuell vom 29.05.2019.
abspielen. Laufzeit 03:06 Minuten.
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Teure Tickets fürs Schwingfest «Wir werden dafür sorgen, dass diese Tickets nichtig werden»

Tickets für Musikfestivals oder andere Grossanlässe werden im Internet oft zu massiv überhöhten Preisen weiterverkauft. So auch jene für das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest in Zug, das im August stattfindet. Tickets im Wert von 100 Franken werden für 1600 Franken angeboten. Die Verantwortlichen des Anlasses wollen dagegen vorgehen. OK-Präsident Heinz Tännler kennt aber auch die Grenzen der Mittel gegen den Schwarzhandel.

Heinz Tännler

Heinz Tännler

OK-Präsident des Esaf

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Heinz Tännler ist OK-Präsident des Eidgenössischen Schwing- und Älplerfests (Esaf), das vom 23. bis 25. August 2019 in Zug stattfindet. Als SVP-Regierungsrat ist er auch Vorsteher der Finanzdirektion des Kantons Zug.

SRF News: Sie wollen den illegalen Ticketverkauf unterbinden. Wie?

Heinz Tännler: Auf der einen Seite versuchen wir medial darauf hinzuweisen, dass man vom Kauf solcher Tickets die Finger lassen soll. Das ist das Eine. Das Andere ist: Wir haben die Plattform – in diesem Fall ricardo.ch – angeschrieben und darauf hingewiesen, dass die AGB hier verletzt werden und angefragt, ob wir die Adressen erhalten, damit wir hier auch entsprechend vorgehen können. Mehr ist wohl nicht möglich.

Sie möchten auch Tickets, bei denen der Verdacht besteht, dass sie zu einem überhöhten Preis weiterverkauft wurden, entwerten?

Das ist richtig, das versuchen wir zu tun. Wenn wir wissen, welche Tickets betroffen sind, dann werden wir schauen, dass diese Tickets nichtig werden.

Der Weiterverkauf zum regulären Preis ist erlaubt. Wie wollen Sie erkennen, zu welchem Preis ein Ticket weiterverkauft wurde?

Das ist nicht einfach. Hier brauchen wir eben auch Plattformen wie ricardo.ch. Wir hoffen, von ihnen Hinweise zu erhalten. Wir sind uns auch bewusst, dass dies aus datenschutzrechtlichen Gründen wohl nicht so einfach sein wird.

In Schwingkreisen sind personifizierte Tickets einfach nicht Standard.

Könnte man das Problem nicht mit personalisierten Tickets lösen?

Das hätte man tun können. Wir haben das diskutiert. Aber in Schwingkreisen sind personifizierte Tickets einfach nicht Standard. Es käme gar nicht gut an, wenn wir eine Eintrittskontrolle mit personifizierten Tickets machen würden. Zudem wäre es mit einem riesigen administrativen Aufwand verbunden.

Der Ansturm auf die Tickets für das Schwing- und Älplerfest ist enorm. Beim Verkaufsstart letzten Freitag gingen in kürzester Zeit 180'000 Anfragen für die verfügbaren 4000 Tickets ein. Ist es nicht einfach das Los einer solchen Grossveranstaltung, dass auch der Schwarzmarkt spielt?

Das will ich nicht bestreiten. Der Schwarzmarkt spielt vor allem dann, wenn das Angebot an Tickets, das wir zur Verfügung stellen, die Nachfrage nie und nimmer decken kann. Und die Nachfrage nach diesen Tickets ist so gross, dass das Risiko einer Preistreiberei besteht. Es ist wahrscheinlich nicht möglich zu verhindern, dass ein Schwarzmarkt entsteht.

Das Gespräch führte Matthias von Wartburg.

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10 Kommentare

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  • Kommentar von Willi Tschopp  (Willi Tschopp)
    Wie kann nur ein Regierungsrat und Finanzdirektor vom Kanton Zug so blauäugig und naiv sein? Hat den der nichts anderes zu tun bei einem wohl fürstlichen Jahressalär nebst anderen Mandaten? Wie sieht es denn der liebe Herr Tännler von der SVP in diesem Kontext mit den seit Jahrzehnten so hochstilisierten Schlagwörtern wie Freiheit, Unabhängigkeit, weniger Staat etc.? Wie viele Tickets gingen für die Zuger KB als Königspartnerin über den Ladentisch,nach dem Motto: die eine Hand wäscht die andere!
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  • Kommentar von Erich Bucher  (Farbenfroh)
    Der Schwarzmarkt boomt u. viele Tickets sind duch Ticketverkaufsstellen überteuert. Die aufgedruckte Preise gelte flächendeckend kaum noch. Betroffen sind nicht nur Sportanlässe. Die Abzocke läuft auf hochtouren. Die Gehörnten sind Veranstalter u. Konsumenten. Was sagt die Politik dazu? Her mit verbindlichen Ticketpreisen.
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    1. Antwort von Beat Reuteler  (br)
      Die Veranstalter sind selber schuld, sie verkaufen die Plätze ganz offenischtlich Grössenordnungen unter dem realen Wert. Das führt dazu dass sich andere auch was verdienen wollen.
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  • Kommentar von Flavio Meier  (Flavio97)
    Der Aufwand für personalisierte Tickets ist zu gross??Für so ein Event wie das ESAF glaube ich kaum. Man hätte genug Zeit gehabt bei der Planung. Es gibt keine eine andere Möglichkeit als diese personalisieren Tickets endlich einzuführen gegen den Schwarzmarkt. Was mich noch wunder nimmt wieviele Sponsorentickets schwarz weitergegeben und verkauft werden. Man sollte auch mol dort ein Auge darauf werfen wie profitgeil die Organisatoren selber sind....Es schadet leider allen fairen Sportfans...
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