Zum Inhalt springen

Header

Audio
Teurer Fehler: Salt verrechnet Roaminggebühr doppelt
Aus Espresso vom 12.08.2019.
abspielen. Laufzeit 05:10 Minuten.
Inhalt

Teurer Fehler Salt verrechnet Roaminggebühr doppelt

Ein Jugendlicher kauft 1 GB Daten für Frankreich. Salt verrechnet ihm zusätzlich den teuren, normalen Roaming-Tarif.

Damit ihm während seines Sprachaufenthalts in Frankreich keine hohen Roaming-Kosten entstehen, kauft ein Jugendlicher bei Salt rechtzeitig für 19 Franken ein Datenpaket von 1 GB. Doch in Nizza stellt er fest: Salt zieht ihm nicht nur den Datenverbrauch von diesem Gigabyte ab. Ihm werden dieselben Daten zusätzlich zum teuren, normalen Roaming-Tarif verrechnet.

Als sich der 19-Jährige bei Salt meldet, meint der Kundendienst zunächst: Dann sei er halt schon vorher im Ausland gewesen. Erst nachdem er dem Mobilfunk-Konzern seinen Boardingpass und einen Screenshot des Datenpaket-Kaufs geschickt hat, geht der Kundendienst auf sein Problem ein. Man werde den Fall klären, wenn die Rechnungsperiode abgeschlossen sei. Die Roaming-Kosten des Kunden würden aber nicht mehr ansteigen.

Salt mahnt und droht

Falsch: Die Gebühren steigen weiter. Auf über 150 Franken. Der verzweifelte Jugendliche meldet sich erneut bei Salt. Als Notlösung verkauft ihm der Kundendienst ein neues Datenpaket für knapp 10 Franken.

Dann erhält der Jugendliche seine Monatsrechnung: Die 19 Franken für das Datenpaket von 1 GB wurde ihm von Salt erstattet. Die 156 Franken Roaming zum teuren Tarif sind aber weiterhin auf der Rechnung, zusätzlich das neue Datenpaket. Er meldet sich erneut beim Kundendienst. Wieder verspricht man ihm eine Lösung. Stattdessen erhält er von Salt Mahnungen. Und der Anbieter droht ihm damit, seine Nummer zu sperren, wenn er den Betrag nicht innerhalb von fünf Tagen bezahle.

Noch einmal meldet sich der 19-jährige beim Kundendienst von Salt. Die Beraterin sagt ihm, er habe zwei Optionen: Entweder verlängere er sein Abonnement um zwei Jahre, dann würden ihm die 156 Franken Roaming erlassen. Ansonsten müsse er die Hälfte des Betrags bezahlen.

Und plötzlich geht es ganz schnell…

Das geht der Familie des jugendlichen Kunden zu weit. Sie meldet sich beim SRF-Konsumentenmagazin «Espresso». Und plötzlich klingt es bei Salt ganz anders. Plötzlich weiss der Anbieter, was falsch gelaufen ist: «Aufgrund eines Konfigurationsfehlers auf dem Kundenprofil wurde ihm während knapp zwei Wochen fälschlicherweise der Daten-Roaming-Konsum verrechnet, obwohl er vor seiner Abreise nach Frankreich ein 1 GB-Datenpaket gekauft hatte.»

Salt schreibt «Espresso» also genau das, was der junge Mann dem Kundendienst vergeblich zu erklären versucht hatte. Und auch mit der Lösung des Problems geht es plötzlich erstaunlich schnell: «In der Zwischenzeit wurden alle Zusatzkosten für Roaming-Konsum, die Roaming-Option und die Mahngebühr storniert. Auch die Gesprächskosten für seine Anrufe an den Kundendienst aus dem Ausland wurden storniert», schreibt Salt in einer Stellungnahme.

Der Kundendienst werde den jungen Mann kontaktieren, um sich bei ihm zu entschuldigen, die Situation zu bereinigen und ihm einen Lösungsvorschlag zu unterbreiten. Man sei auch daran, die Sache «intern aufzuarbeiten».

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

26 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Wir haben Ihren Kommentar erhalten und werden ihn nach Prüfung freischalten.

Einen Kommentar schreiben

verfügbar sind noch 500 Zeichen

Mit dem Absenden dieses Kommentars stimme ich der Netiquette von srf.ch zu.

Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.

  • Kommentar von Martin Brügger  (tin)
    So ähnlich habe ich das im Sommer 2018 erlebt. Trotz EU Flatraten, bekam ich nach den Italienferien mehrere 100 Franken Roaminggebühr verrechnet. Laut Salt wegen eines Mobilnetzes einer Fähre, obschon ich nur am Ufer war.
    Dann begann eine mehrmonatige Odyssee mit dem Salt Kundendinest und -zig Anrufen und Emails, beschuldigungen und Versprechen es zu bearbeiten... ganz geregelt konnte es nie werden. Man ist als Kunde machtlos und wird sofort abgeblockt.
    Antworten anwählen um auf den Kommentar zu antworten
  • Kommentar von Stefan Brammertz  (Politphilosoph)
    Eigentlich gäbe es ja solche lästigen Gebühren heute nicht mehr. Alle EU- und EWR-Länder haben diese längst abgeschafft. Da aber bei uns gewisse Politiker den EWR partout bekämpft haben, müssen wir uns heute noch mit diesem Problem herumschlagen!
    Antworten anwählen um auf den Kommentar zu antworten
  • Kommentar von Silvano Pedrett  (Züri-Bündner)
    Leider ganz ähnlich auch bereits erfahren. Das Angebot mit dem unbegründeten "Schuldenerlasse" bei einer Vertragsverlängerung um 2 Jahre (wobei ich auf ein deutlich teureres Album wechseln hätte müssen) wurde sowohl mir als auch meiner Frau bei Ihrem Abo gemacht.
    Salt glänzt leider durch einen fantastisch schlechten Kundenservice. Einzig die Preise* bei diesem Anbieter sind appetitlich.
    *sofern Mann/Frau von beschriebenen Eskapaden verschohnt wird.
    Antworten anwählen um auf den Kommentar zu antworten