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Teurer Senioren-Notruf Notfall-Alarm: Swisscom-Tochter mit happigem Aufschlag

Die Firma Smart Life Care erhöhte per Juni ihre Abopreise für Senioren-Notfall-Geräte. Zum Teil um fast 50 Prozent.

Legende: Audio Notfall-Alarm: Swisscom-Tochter mit happigem Aufschlag abspielen.
7:28 min, aus Espresso vom 12.06.2018.

Die Grossmutter von Marco Müller ist 93 Jahre alt. Sie lebt allein in der Einliegerwohnung von Verwandten – Lebensqualität, die sie nicht missen möchte. Seit knapp zweieinhalb Jahren hat sie für den Notfall ein Alarmsystem der Firma Smart Life Care. Ein Armband mit einem Alarmknopf sowie eine Basisstation, mit der sie im Falle eines Sturzes mit ihren Angehörigen kommunizieren kann.

Abo-Aufschlag von fast 50 Prozent

Das Abo schloss sie damals bei der Swisscom ab. Zu einem monatlichen Preis von 29 Franken, exklusive einmaliger Anschlussgebühr von 100 Franken. Kürzlich erhielt die Grossmutter einen Brief: Man habe die Serviceleistungen verbessert, deshalb erhöhe sich der Abopreis per Juni auf 43 Franken pro Monat. Ein Aufschlag von fast 50 Prozent.

Margenoptimierung?

Der Verdacht des Enkels: Abzocke auf dem Buckel von Leuten, die sich garantiert nicht wehren. Er habe es bei seiner eigenen Grossmutter gesehen, sagt er dem SRF-Konsumentenmagazin «Espresso»: Die Grossmutter habe ihm den Brief mehr per Zufall gezeigt. Sie sei auf das Gerät angewiesen und werde nie und nimmer zu einem anderen Anbieter wechseln. «Im Alter von 93 ist so ein Wechsel ohne Hilfe fast unmöglich», sagt Marco Müller. Seine Grossmutter wird den massiven Aufpreis klaglos bezahlen, ist er überzeugt.

Investitionen in Kundendienst und Service

Gegen den Vorwurf, dass da auf dem Buckel von tausenden älteren Menschen die Marge erhöht wird, wehrt sich Smart Life Care mit Händen und Füssen. Die Preise seien nicht in jedem Fall um 50 Prozent gestiegen, sagt Geschäftsleiter Reto Weber zu «Espresso».
«Es gab einige Fälle, wo das so war. In den meisten Fällen geht es aber nur um ein paar Franken», sagt Weber. Die Preisanpassung müsse man machen, weil man in Kundendienst und Service investiert habe. Konkret habe man eine Werbesperre für die Notrufgeräte installiert und fünf neue Mitarbeitende angestellt, um einen eigenen Kundendienst aufzubauen.

Firma «auf wirtschaftlich gesundes Fundament stellen»

Zudem müsse man das junge Unternehmen, das seit einigen Monaten eine gemeinsame Tochter der Swisscom und der Helvetia Versicherung ist, «auf ein wirtschaftlich gesundes Fundament stellen».

Enkel Marco Müller hat für solche Argumente zwar Verständnis. Doch er bleibt bei seiner Kritik. Von den angeblich verbesserten Serviceleistungen, mit denen Smart Life Care diesen massiven Aufschlag rechtfertigt, habe seine Grossmutter nichts. Zu einem günstigeren Anbieter wechseln wird die 93-jährige, die sich mittlerweile an das Gerät gewöhnt hat, trotz allem nicht.

Lassen Sie sich beraten!

Einen Überblick über die verschiedenen im Markt erhältlichen Geräte und Angebote zu gewinnen, ist nicht ganz einfach. Am besten lässt man sich beispielsweise bei Pro Senectute oder im Fachhandel persönlich beraten.

23 Kommentare

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  • Kommentar von Alex Bauert (A. Bauert)
    SmartLife Care ist nur auf dem Papier unabhängig. Sie wird als AG von der Swisscom vollständig kontrolliert, d.h. von einem Staatsbetrieb. Diese dauernden Gründungen von AG, die als «unabhängig» deklariert werden, dienen v.a. der Produktion von vielen Verwaltungsratssitzen, die hier Swisscom-Angestellten zu zusätzlichen Einnahmen verhelfen, während die Arbeitszeit mit der bei Swisscom zusammen fällt.
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  • Kommentar von Alex Volkart (Lex18)
    Smart Life Care ist als Teil der Swisscom ein Staatsbetrieb, also in erster Linie dafür zuständig die Versorgung der Bevölkerung zu gewährleisten und nicht fürs Füllen der eigenen Kasse auf Kosten Hilfsbedürftiger.
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    1. Antwort von Moritz Günter (TheJoker13)
      SmartLife Care ist eine unabhängige AG. Kein Teil der Swisscom und daher auch kein Staatstbetrieb. Vielmehr ein neu gegründetes Unternehmen, das sich erst festigen muss - genauso wie jedes andere Jungunternehmen auch. So einfach ist das nicht...
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    2. Antwort von Mike Weber (Mike Weber)
      Was im Beitrag natürlich nicht gesagt wurde, dass bei SmartLife Care Menschen mit Ergänzungsleistungen nur die Hälfte der Abo Gebühren bezahlen! Dies wird sogar in den Broschüren erwähnt! Habe dies bei keinem anderen Anbieter gesehen nicht einmal beim SRK. Man sollte schon alle Fakten vergleichen bevor man einfach Sachen um sich wirft.
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    3. Antwort von Alex Volkart (Lex18)
      An Herr Günter: Im Artikel wird ausdrücklich erwähnt das die genannte Firma eine Swisscom-Tochter ist. Demzufolge ist entweder ihre Aussage falsch oder der Artikel schlecht recherchiert.
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  • Kommentar von Charles Dupond (Egalite)
    Die Swisscom als Dukatenesel schon als TT der weiland PTT hat schon auch private Aktionaere, Die wollen hoehere Dividenden. Die Mehrbelastung bereits ausgesackter greiser Konsumenten und der Sozialaemter ist ihnen wurscht....
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