Zum Inhalt springen

Header

Video
Das Hotel der Zukunft
Aus SRF News vom 06.03.2021.
abspielen
Inhalt

The Lab Hotel Thun Übernachten im Hotel der Zukunft

Die Hotelfachschule Thun eröffnet das erste Hotel der Schweiz, in dem Innovationen getestet werden – an echten Gästen.

Wie sieht das Hotelzimmer von morgen aus? Welche Innovationen funktionieren? Was ist umsetzbar und auch finanzierbar? Was wird gebucht? Was wollen die Kundinnen und Kunden?

Das soll das The Lab Hotel in Thun herausfinden. Es ist das erste Hotel der Schweiz, in dem neue Trends, Innovationen, Technologien getestet werden.

Roboterhund
Legende: In einem Zimmer kann mit Robotern gespielt werden. Zum Beispiel mit einem Roboter-Hund. Marielle Gygax/SRF

Der klassische Hotelgedanke soll hier in einem Forschungslabor weiterentwickelt werden. Die sogenannten 'Lab Rooms' bilden das Herzstück des 3-Sterne-Hotels in der Nähe des Thunersees. Jedes dieser Zimmer ist ein Unikum. Ein Zimmer funktioniert komplett digital: digital ein- und auschecken, digital das Licht dimmen und mit verschiedenen Robotern spielen – Hunderoboter, Schlafroboter, Menschenroboter.

Frau mit Roboter
Legende: Managerin Janine Rüfenacht sitzt mit dem Schlafroboter in einem Hotelzimmer. Der Roboter vibriert, passt sich an den Atem an und spielt Musik. Marielle Gygax/SRF

Es gibt ein Swissness-Zimmer: «Wir fragten uns, wie viele Schweizer Produkte wir in so ein Zimmer hinein bringen?», erklärt Hotel-Managerin Janine Rüfenacht. Oder wie können verwendete Materialien noch einmal gebraucht werden? So steht im Recycling-Zimmer ein Bett, das vorher ein Schrank war, und ein Fussboden aus Holz, das zuvor als Tisch diente.

Aus Studentenwohnungen wurde ein Hotel

Box aufklappenBox zuklappen

Das Gebäude bei der Hotelfachschule Thun diente zuvor als Studentenzimmer. Die Studierenden, die teilweise aus der ganzen Welt hier zur Schule gehen, konnten in diesen Zimmern übernachten.

Weil diese aber immer weniger gefragt wurden, beschloss der Stiftungsrat der Schule, ein eigenes Hotel zu eröffnen. Studierende können praktische Arbeiten erlernen und auch eigene Ideen umsetzen.

Das Hotel besteht aus 45 'normalen' Hotelzimmern, 13 Apartments, 5 Lab-Rooms und 7 Kapselzimmern.

Zudem gibt es weiterhin 29 Zimmer für die Studierenden.

«Ein anderes Zimmer haben wir unseren Studierenden zur Verfügung gestellt und sie haben dort ihr eigenes Konzept erarbeitet», sagt Rüfenacht.

Hinter dem Hotel steckt nämlich die Hotelfachschule Thun. Die Studierenden sollen in diesem Hotel während der Schule das Gelernte in der Praxis anwenden. «Damit müssen sie nicht ein halbes Jahr warten, bis sie das Gelernte im Praktikum ausprobieren können», sagt Janine Rüfenacht, die auch Vizedirektorin der Hotelfachschule Thun ist.

Sie sollen aber auch im Marketing oder der operativen Leitung mithelfen und zudem auch eigene Räume entwickeln, umsetzen und auswerten.

Zwei Köche und eine Köchin, die an der Hotelfachschule studieren, haben ein modellierbares Zimmer entworfen. Einzelne Elemente des Zimmers können in wenigen Handgriffen ausgewechselt werden.

Die Gäste und Hoteliers sollen damit einen anderen Blickwinkel erhalten, sagt Nathalie Mettraux, die das Zimmer mit entworfen hat: «Dass man nicht immer das Neuste haben muss, dass man nicht immer alles auswechseln muss und dass kleine Sachen ausreichen für eine Veränderung.»

Für andere Hotel testen

Die Gäste werden nach ihrem Aufenthalt befragt, wie es ihnen in den Lab Rooms gefallen hat. So können die Studierenden der Hotelfachschule herausfinden, was wie gut funktioniert.

Wenn sie die Schule verlassen, sollen die Studenten möglichst viel ausprobieren.
Autor: Janine RüfenachtVizedirektorin Hotellfachschule Thun

Das Ziel: andere Hotels, allenfalls Hotelketten sollen das Konzept übernehmen, wenn es funktioniert. «Mutig zu sein und etwas auszuprobieren, etwas Neues zu machen und schauen, wie es bei den Gästen ankommt, ist sehr wichtig», sagt Janine Rüfenacht, Managerin des Hotels und Vizedirektorin der Hotelfachschule Thun. Das wolle sie auch den Studierenden mit auf den Weg geben, damit sie helfen, die Schweizer Hotellerie vorwärtszubringen.

Hotel soll Umsatz generieren

Das neue Hotel der Hotelfachschule muss aber rentabel sein und auch Geld einbringen. «Das Hotel ist ein normaler Umsatzträger, der neben der Schule ein zweites Standbein ist», so Rüfenacht. Sie seien da auch Vorbild für die Studierenden, die in der Branche künftig Betriebe führen sollen, die rentabel sind.

Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 04.03.2021, 17:30 Uhr

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Push-Mitteilungen aktivieren

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

9 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Stefan Bormann  (Bormann)
    Tolle Welt, wenn Roboterhunde Gastfreundschaft ersetzen sollen....
    Superinnovativ? Nein, einfach nur traurig
    1. Antwort von Ph Bu  (Thinkingoutofthebox)
      Genau
      Internetzugang kündigen und nur noch Bücher lesen.
      Kutschen statt Autos und Holzfeuer statt Ölheizung.

      Wo bleibt der Mut zu Ideen auszuprobieren was gefällt oder nicht? Darf das jeder selber oder gibts hier altertümliche Vorgaben?
    2. Antwort von Stefan Bormann  (Bormann)
      @ph bu
      Jeder darf. Erlaube mir bloss meine Meinung kund zu tun. Und: nach der Ölheizung gibt s zudem viel Neues, was ich mehr als befürworte
    3. Antwort von Mark R. Koller  (Mareko)
      An S. Bormann: Das habe ich auch gleich gedacht. Nach der Selbstregirierung am Automaten, darf man/frau sich im Zimmer mit der Technik abmühen, um anschliessend im Hotelrestaurant in der Selbstbedienung ein Mikrowellen-Menu abzuholen. Möglicherweise braucht es danach tatsächlich einen Einschlafroboter, damit man/frau vergessen kann, wie angenehm gelebte Gastfreundschaft sein können.
  • Kommentar von Donat Kamber  (Donat Kamber)
    Das ist doch nur was für Roboter, Aliens, Avatare und Androiden. Ein bisschen wie virtuelle Maledivenferien zuhause auf dem Sofa mit der 3D-Brille oder ein Michelin-Dinner aus dem Selecta-Automat. Das eingesparte Personal wird auf jedenfalls schon mal als potenzieller Neukunde ausfallen. Die von den Menschen erbrachte Dienstleistung und ihr Service ist doch the unique selling proposition, wer das einsparen will, denkt nicht kreativ unwirtschaftlich!
  • Kommentar von Andreas Müller  (Hugh Everett)
    Digital Ein- und Auschecken habe ich in London 2012 zum ersten mal erlebt. Freakige Hotels, z.b. mit einem Robo T-Rex am Empfang gabs in Japan vor 6 Jahren schon. Also für das Hotel der Zukunft müssen die noch kräftig Gas geben. Im Moment sieht mir das eher aus wie ein Hotel der Vergangenheit. Und noch ein Geheimtipp: Das Hotel ICON in Hongkong ist ein Schulhotel und gehört zur dortigen Uni. Im Unterschied zu Thun ist es ein 5 Stern Hotel und unter den top 3 Hotels der Stadt.