Zum Inhalt springen
Inhalt

Tiefster Stand seit 2007 Immer weniger Ausländer lassen sich in der Schweiz nieder

Die sinkende Zuwanderung betrifft die traditionell wichtigen Herkunftsstaaten wie Deutschland, Italien oder Spanien.

Die Zuwanderung in die Schweiz hat den niedrigsten Stand seit zehn Jahren erreicht. 2'053'589 – so viele Ausländer haben Ende 2017 in der Schweiz gelebt. Das ist ein Viertel der Bevölkerung.

Das Staatssekretariat für Migration (SEM) hat die aktuellen Zahlen bestätigt, welche die «NZZ am Sonntag» veröffentlicht hat. 2017 gab es bei der Einwanderung von Bürgern aus EU- und EFTA-Staaten einen Rückgang von 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Kontinuierlicher Rückgang der Zuwanderung

Das Spitzenjahr bei der Einwanderung war 2008. Die Nettozuwanderung – Zuwanderung minus Abwanderung – betrug fast 100'000 Personen. Seit 2014, dem Jahr der Abstimmung über die Masseneinwanderungs-Initiative, geht die Zuwanderung laufend zurück. 2017 betrug die Nettozuwanderung noch 53'221 Personen, davon 30'799 aus der EU.

Diagramm Zuwanderung EU-/EFTA-Bürger.
Legende: Nettozuwanderung insgesamt in Blau und von EU- und EFTA-Bürgern in Gelb. SRF

Der Rückgang betrifft vor allem Bürger aus EU- und EFTA-Staaten. 2007 führte die Schweiz die volle Personenfreizügigkeit mit den alten EU-Staaten ein. In der Folge war 2008 das Spitzenjahr mit einer Nettozuwanderung aus der EU und den EFTA-Staate mit 73'247 Personen. 2017 waren es nur noch 30'799 Personen. Das sind so wenig wie noch nie seit Einführung der Personenfreizügigkeit vor zehn Jahren.

Laut dem Staatssekretariat für Migration (SEM) fällt die sinkende Zuwanderung aus traditionell wichtigen Herkunftsstaaten wie Deutschland oder Italien ins Gewicht: Das habe mit der wirtschaftlichen Situation in den EU-Staaten zu tun, sagt Daniel Bach, Informationschef des SEM: «In Spanien und Portugal hat sich die wirtschaftliche Lage normalisiert, es gibt mehr offene Stellen, weniger Arbeitslosigkeit. Und in Deutschland ist das Wachstum sowieso stark, da ist die Nachfrage sehr stark nach Arbeitskräften.»

Diagramm Zuwanderung Deutschland und Italien.
Legende: Zuwanderung aus Deutschland in Blau, aus Italien in Grün. SRF

Einwanderer aus Deutschland verzeichneten letztes Jahr gerade noch ein Plus von 4500 Personen, ein Sechstel im Vergleich zu 2008. Auch Bürger aus Italien kommen nach einer kurzzeitigen Zunahme deutlich weniger in die Schweiz.

Ob sich der Trend fortsetze, hänge von verschiedenen Faktoren ab, erklärt Bach: «Zum einen die Konjunktur in der Schweiz, dann auch die Frage, ob sich die wirtschaftliche Lage in den EU-Ländern weiter stabilisiert. Dann ist auch die Frage, ob die Stellenmeldepflicht eingeführt werden muss in Branchen mit sehr hoher Arbeitslosigkeit in der Schweiz. Das würde bedeuten, dass vermehrt inländische Stellensuchende bei der Stellenbesetzung berücksichtigt würden.»

Diese Stellenmeldepflicht gilt für Branchen, die ab Juli eine Arbeitslosenquote von acht Prozent oder höher aufweisen.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

121 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von James Klausner (Harder11)
    Die Schweiz hat alles, um eines der entspanntesten Länder der Welt zu sein, Jedoch wird sie periodisch von Kleinlichkeiten Ängsten und Zweifeln benagt und der Schweizer flüchtet sich dann in sein "Home sweet Reduit" oder schliesst sich in sein Luftschutzkeller-Carnozet ein... spätestens wenn die Putzfrau, UPS, die Post, die Handwerker oder der Pizzabote klingelt, muss er wieder aufschliessen. Alles Ausländer!. Man hat es aber auch nicht leicht...
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von emanuel steck (emanuel steck)
    warum zurück auf 6 000 000? 1950 waren's 2 500 00. Wie wär's damit?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Marcel Hermann (Neutraler)
    Ich habe mich gestern über den Bericht in der Tagesschau aufgeregt. Da wurde suggeriert, als ginge es um die ganze Zuwanderung, dabei war der Bericht nur auf EU/EFTA bezogen und nicht die gesamte Zuwanderung! Im Bericht war auch nur die gelbe Kurve dargestellt, nicht wie hier im Artikel inkl. der blauen Kurve (gesamte Zuwanderung). Das war alles andere als neutral sondern leider sehr "links" lastig. Der Bericht hier auf der Webpage ist hingegen sehr sachlich und gut.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen