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Mehr Wildtiersichtungen in der Stadt
Aus Echo der Zeit vom 25.04.2020.
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Tiere in der Corona-Freiheit «Wir Menschen sind aufmerksamer geworden»

Enten auf Hauptverkehrsadern, Ziegen beim «Lädele», Damwild beim Äsen in Stadtparks: Der Rückzug vieler Menschen in ihre eigenen vier Wände während des Corona-Shutdowns macht vermeintlich das Feld frei für die Eroberung der Stadt durch die Tierwelt.

In sozialen Medien werden Bilder von Wildschweinen auf Fussgängerstreifen in Israel oder Pinguinen beim Stadtbummel in Südafrika gepostet. In Santiago de Chile wurde gar ein Puma gesichtet.

Kommt es also zur «Rückeroberung», wie sie der Schriftsteller Franz Hohler in seiner gleichnamigen Erzählung geschildert hat? Nicht ganz, meint die Wildtier-Biologin Sandra Gloor.

SRF News: Hat es wegen des Corona-Shutdowns nun mehr Wildtiere in Siedlungsgebieten?

Sandra Gloor: Wir erhalten zurzeit tatsächlich recht viele Beobachtungsmeldungen zu Füchsen, Igeln oder Eichhörnchen – Tiere, die man vom Fenster aus beobachten kann. Aber ich denke, es fällt uns derzeit einfach mehr auf, dass wir auch in der Stadt Wildtiere als Nachbarn haben. Viele Menschen sind sich dessen normalerweise gar nicht so bewusst.

Die Tiere haben ihr Verhalten weniger geändert als wir?

Natürlich reagieren Wildtiere auf die Aktivitäten des Menschen. Bei einem sehr strengen Lockdown, wenn ganze Gebiete nicht mehr von Menschen begangen werden, würden die Tiere darauf reagieren. Aber die Zeit ist einfach noch zu kurz.

Hier können Tierbeobachtungen gemeldet werden

Das Projekt StadtWildTiere sammelt Beobachtungen von Wildtieren in der Stadt und gibt praktische Beobachtungstipps: https://stadtwildtiere.ch/ , Link öffnet in einem neuen Fenster

Hat es einen Einfluss auf Wildtiere, wenn durch den Lockdown weniger Abfälle auf den Strassen liegen?

Mittelfristig könnte das je nach Art einen Einfluss haben. Aber viele Wildtiere wie Füchse oder Igel nutzen Abfälle als zusätzliche Nahrung, sie wären eigentlich nicht darauf angewiesen. Deshalb ist das Füttern von Wildtieren nicht sinnvoll.

Tauben profitieren besonders von Fütterung oder fallengelassener Nahrung. Könnte es zu einem Rückgang bei der Taubenpopulation kommen?

Wenn das so ist, wäre das eher positiv. Wo Tauben stark gefüttert werden, kommt es zu einer Überpopulation, in der viel mehr Krankheiten übertragen werden. Der Bestand würde kleiner, aber gesünder.

Pinguine im südafrikanischen Simon's Town (Quelle: Southern African Foundation for the Conservation of Coastal Birds)

Das Gespräch führte Simone Hulliger

Echo der Zeit, 25.4.2020, 18:00;

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