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Tierschutz bemängelt Tierkäfige von Hornbach in der Kritik

Wer Tierkäfige verkauft, muss darüber aufklären, wie man Tiere artgerecht hält. Nicht alle halten sich daran.

Legende: Audio Tierschutz: Mängel bei Tierfachhandlungen abspielen. Laufzeit 02:47 Minuten.
02:47 min, aus HeuteMorgen vom 18.02.2019.

Der Schweizer Tierschutz besucht zurzeit über 50 Fachgeschäfte. Er kontrolliert, ob diese die Kundinnen und Kunden korrekt informieren. Wieviel Platz braucht ein Tier? Welches Futter ist geeignet? Oder braucht das Tier eine Partnerin oder einen Partner?

Die Stichproben zeigen: Rund die Hälfte der Geschäfte halten sich daran. Ein Geschäft, das dem Schweizer Tierschutz seit längerem Sorgen bereitet, ist die Baumarktkette Hornbach. Sandra Schaefler vom Schweizer Tierschutz bemängelt: «Die Käfige werden nur mit den Aussenmassen beschriftet.» Angaben darüber, für welche Tierart der Käfig geeignet ist oder wie viele Tiere man darin halten darf, fehlen. «Grundsätzlich sehe ich bei Hornbach auch das Problem, dass alle Käfige sehr klein sind.»

Grundsätzlich sehe ich bei Hornbach auch das Problem, dass alle Käfige sehr klein sind.
Autor: Sandra SchaeflerTierschutz Schweiz

Hornbach kontert Kritik

Hornbach gehört zu den grossen Baumarktketten in Europa. In sieben Schweizer Filialen verkauft Hornbach Tierfutter, Aquarien, Fische und eben auch Tiergehege und Käfige – zum Beispiel einen zu kleinen Meerschweinchen-Käfig oder eine zu kleine Voliere für Grosssittiche.

Was sagt Hornbach zur Kritik des Tierschutzes? Ein Pressesprecher schreibt auf Anfrage: «Die Umsetzung der Tierschutzverordnung ist bei uns ein Thema und wir stehen deshalb seit mehreren Jahren regelmässig mit der Fachstelle Heimtiere des Schweizer Tierschutzes in Kontakt.»

Und: «Gemeinsam mit dem Schweizer Tierschutz haben wir unser gesamtes Sortiment an Gehegen und Ställen überprüft und haben beanstandete Produkte entweder angepasst oder aus dem Sortiment entfernt.»

Kaninchen in einem Stall
Legende: Fachgeschäfte müssen Kunden darüber informieren, wie viel Platz ihre Haustiere benötigen. Keystone

Der Schweizer Tierschutz dementiert eine solche Zusammenarbeit. «Wir mahnen sie seit 2014 immer wieder an. Viel von der Kritik wurde bis heute nicht umgesetzt.» Es habe auch nie einen offiziellen Auftrag für eine Sortimentsprüfung gegeben, sagt Schaefler, man habe dies eigenständig und stichprobenweise durchgeführt.

Veterinärämter hoffen auf Bevölkerung

Ob die gesetzlichen Bestimmungen eingehalten werden, überprüfen von offizieller Seite her die kantonalen Veterinärämter. «Geschäfte, die auch Tiere verkaufen, werden von uns in der Regel einmal pro Jahr kontrolliert», sagt der Berner Kantonstierarzt Reto Wyss, gleichzeitig Präsident der kantonalen Veterinärdienste. Geschäfte, die neben Käfigen keine Tiere verkaufen, würden nicht routinemässig kontrolliert. «Dort sind wir auf Meldungen aus der Bevölkerung angewiesen, wenn Missstände herrschen sollten.»

Immerhin: Hornbach verspricht Besserung. Die Baumarktkette kündigt aufgrund der Anfrage von SRF an, einen zu kleinen Meerschweinchen-Käfig sofort aus dem Sortiment zu nehmen. Zudem sollen das gesamte Sortiment überprüft und die Informationen in den Filialen und online verbessert werden.

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13 Kommentare

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  • Kommentar von M. Roe (M. Roe)
    Leider bin ich in letzter Zeit sehr oft vom "Tierschutz" enttäuscht worden +kann ihn deshalb nicht mehr unterstützen. Wenn der Tierschutz meint, er müsse Elefanten, Tieger, Delfine usw. aus dem Zirkus +den Kinder-Zoos verbannen, damit wir uns diese wunderbaren Darbietungen nicht mehr ansehen können, dann ist für mich Schluss. Ich unterstütze keinerlei Tierschützer mehr.Man sollte der Öffentlichkeit mehr Möglichkeiten geben, Meldungen oder Anzeigen mit Formularen an die Polizei machen zu können.
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    1. Antwort von Charles Morgenthaler (ChM)
      Komische Amsicht Frau Roe! Diese "wunderbaren Darbietungen" gehen voll auf Kosten der beteiligten Tiere. Sie werden gezwungen, in einer für sie ganz und gar nicht "wunderbaren" Umgebung zu leben. Grosse Wildtiere gehören nicht in einen Zirkus gepfercht.
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  • Kommentar von A. Keller (eyko)
    Ich bin empört auf die Mitteilung von Circus Royal, dass man in der neusten Tournee wieder Löwen in der Manege auftreten lassen will. Es braucht ein Wildtierverbot im Zirkus, um die Tierquälerei zu stoppen. Dem Leid der unfreiwilligen tierischen Artisten ein Ende zu setzen. Dass der Circus Royal in Zukunft wieder mit Raubkatzen auftreten will, ist eine Enttäuschung. Man sollte den Zirkus boykottieren. Tiere sind nicht zur Belustigung da.
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  • Kommentar von jean-claude albert heusser (jeani)
    Es werden Arten gehalten, welche sich gar nicht als Haustiere eignen! Es sollten nur Tiere gehalten werden dürfen, welche sich "frei bewegen dürfen", wie Katzen und Hunde!
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