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Auf Besuch in der ausgezeichneten Aargauer Tierhandlung
Aus Regionaljournal Aargau Solothurn vom 15.04.2021.
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Tierschutz-Preis «Gewinn darf im Zoohandel nicht das Wichtigste sein»

Der Schweizer Tierschutz zeichnet zum ersten Mal eine besonders tierfreundliche Zoohandlung aus. Sie soll Vorbild sein.

Oft sind es negative Meldungen, mit denen der Schweizer Tierschutz (STS) an die Öffentlichkeit gelangt: zu kleine Käfige, keine Artgenossen, keine Beschäftigungsmöglichkeiten. Nun lobt der Tierschutz für einmal – ausgerechnet eine Tierhandlung. Der STS zeichnet den Laden «Zoo Widmer» im aargauischen Kirchdorf als besonders tierfreundlich aus.

Diese Tierhandlung sei bei Kontrollen in den letzten Jahren immer wieder positiv aufgefallen, so die Begründung. Es ist die erste solche Auszeichnung durch den Tierschutz.

Nicht nur das gesetzliche Minimum

Ein Blick in die Tierhandlung zeigt: Hier haben die Tiere viel Platz. Zum Beispiel die Schlangen: «Wir haben zwei ganz grosse Show-Terrarien. Das eine misst 7,5 auf 2,5 Meter. Wir wollen der Kundschaft zu zeigen, wie viel Platz ein Reptil eigentlich braucht», erklärt Geschäftsleiter Marco Blättler. Auch andere Tiere hätten bei ihm mehr Platz, als es die gesetzlichen Vorschriften verlangen.

Rosaroter Vogel mit grossen Federn auf Kopf.
Legende: Wellensittiche brauchen mehr als nur einen kleinen Käfig, so Geschäftsführer Marco Blättler. SRF

Mehr Platz für die einzelnen Tiere bedeutet für die Zoohandlung aber, dass die Haltung mehr kostet. Das drückt auf den Gewinn. Geschäftsführer Blättler: «Umsatz und Gewinn sind schön, dürfen im Tierverkauf aber nicht das Wichtigste sein.» Seine Aufgabe sei es, für die Tiere ein gutes neues Zuhause zu finden.

«Wir können nur den Kopf schütteln»

Jährlich kontrolliert der Schweizer Tierschutz 20 bis 40 Zoohandlungen. Dabei treffe sie immer wieder schlechte Beispiele an, erzählt Sandra Schaefler vom STS: Tiere, die alleine gehalten werden, obwohl sie Gesellschaft brauchen, Mäuse, die nicht graben können oder Reptilien ohne lebenswichtige UVB-Lampe im Gehege.

Zoohandlung mit grossen Terrarien.
Legende: Im Aargauer Fachgeschäft stehen zwei grosse Terrarien. SRF

«Wir sehen Dinge, bei denen wir nur den Kopf schütteln können», so Schaefler. Der Tierschutz wolle mit der Preisverleihung deshalb Tierhandlungen unterstützen, die es besser machen – wie zum Beispiel jene in Kirchdorf.

Tiere und Käfige aus dem Internet

Der Zoofachhandel spiele eine Schlüsselrolle. Tierhandlungen sollten gute Vorbilder für Heimtierhalter sein, so Schaefler. «Es ist nun mal ein Fakt, das Menschen Haustiere halten wollen. Deshalb ist es umso wichtiger, dass es den Tieren auch gut geht.» Schliesslich verbringen die Tiere ihr ganzes Leben im Käfig.

Vermehrt kauften Halter Tiere und Käfige auch im Internet, ohne sich vorher ausreichend zu informieren. «Viele Anbieter verkaufen winzige Käfige. Die haben keine Ahnung von Tieren», sagt die Tierschützerin.

Maus in Röhre hinter Glasscheibe.
Legende: Soziale Tiere dürften nicht alleine gehalten werden, so Tierschützerin Sandra Schaefler. Und Mäuse bräuchten eine Möglichkeit zum Graben. SRF

Wenn man schon ein Tier kaufen will, dann sollte man dies in einem Fachgeschäft tun, so die Tierschützerin. Aus diesem Grund zeichnet der Tierschutz das Aargauer Geschäft nun aus. Man wolle nicht immer nur mit dem Finger auf fehlbare Betriebe zeigen, sondern auch jene loben, die es richtig machen. Als Vorbild für andere eben.

Regionaljournal Aargau Solothurn, 15.04.2021, 17:30 Uhr;

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Katica Öri  (Katiöri)
    Menschen sind alles andere als intelligent den dazu würde gehören, dass man darüber vorher nachdenkt was man kauft. Tiere werden oft aus dem Gefühl aus gekauft und sie zahlen für die Dummheit der Menschen einen hohen Preis. Was mich dann stört das Problem dann anzusprechen ist kaum möglich denn die individuelle Freiheit ist eine heilige Kuh und in der Schweiz wird dies noch sehr verteidigt. So kann man weder Tiere, Natur oder schwächere Menschen schützen!
  • Kommentar von Eva Waiblinger  (meriones@sunrise.ch)
    Bitte das nächste Mal die Tierarten auf den Fotos verifizieren. Das erste Tier ist wohl ein Molukkenkakadu (bewilligungspflichtig), kein Wellensittich, die vermeintliche Maus ist ein Degu. Zum Thema: Leider sind zu kleine Käfige schon seit Jahrzehnten ein Problem. Ich habe vor Sandra Schaefler 13 Jahre lang die Fachstelle Heimtiere des STS geleitet, und auch da schon mussten wir immer wieder viel zu kleine Käfige monieren. Liebe Tierhalterinnen, kauft riesige Gehege oder lasst es ganz bleiben!
    1. Antwort von Esther Jordi  (ejejej)
      Frau Waiblinger, das Problem ist, dass sich viele Leute völlig gedankenlos ein Tier kaufen, weil es ja so "schnüselig" ist, ohne sich vorher je Gedanken darüber gemacht zu haben, welche Tierart welche Ansprüche hat. Diesbezüglich wird leider in sehr vielen Zoohandlungen auch gepfuscht, weil die zukünfigen Tierhalter nicht aufgeklärt werden. Ein Tier ist ein Lebewesen, dessen Ansprüchen man gerecht werden muss und das auch Kosten verursacht. Jedes Tierheim kann eine Menge trauriger Lieder singen.
  • Kommentar von Esther Jordi  (ejejej)
    Es freut mich, dass es auch Zoohandlungen gibt, bei denen das Wohl der Tiere an erster Stelle steht. Nichtsdestotrotz, ich kaufe meine Quieker schon seit Jahrzehnten nur direkt bei Züchterinnen/Züchtern meines Vertrauens. Bisher hat sich das stets bewährt, sowohl was die Gesundheit und das Sozialverhalten und demzufolge auch die Lebensdauer der Tiere angeht.