Zum Inhalt springen

Header

Audio
Freispruch wegen Schuldunfähigkeit
Aus Regionaljournal Ostschweiz vom 25.11.2020.
abspielen. Laufzeit 05:24 Minuten.
Inhalt

Tötung der Grossmutter Frauenfeld: Täter wird wegen Schuldunfähigkeit freigesprochen

Das Bezirksgericht Frauenfeld hat einen 21-jährigen Mann, der seine Grossmutter tötete, wegen Schuldunfähigkeit freigesprochen. Allerdings hat das Gericht eine kleine Verwahrung angeordnet.

Vor zwei Jahren erwürgte ein heute 21-jähriger Mann in der Familienwohnung in Frauenfeld seine Grossmutter. Anschliessend stach er mit einem Messer zweimal auf sie ein und trennte ihr anschliessend den Kopf ab. Mit diesem im Rucksack wurde er kurz darauf am Flughafen Zürich verhaftet.

Am Mittwoch musste sich der junge Mann wegen der Tat vor dem Bezirksgericht Frauenfeld verantworten. Er gab vor Gericht zu, seine Grossmutter getötet und ihr den Kopf abgetrennt zu haben, betonte aber immer wieder, er sei damals krank gewesen.

Ein psychiatrisches Gutachten kam zum Schluss, dass der Mann zum Tatzeitpunkt unter einer schweren psychischen Störung litt: Schizophrenie gepaart mit Wahnvorstellungen und Halluzinationen. Das Gutachten stufte den Mann als schuldunfähig ein.

Gericht folgt Anträgen

Aufgrund der Schuldunfähigkeit beantragten sowohl Staatsanwaltschaft wie auch Verteidigung einen Freispruch vom Vorwurf der vorsätzlichen Tötung und der Störung des Totenfriedens. Das Gericht folgte diesen Anträgen.

Es ordnete jedoch, wie ebenfalls von Staatsanwaltschaft und Verteidigung gefordert, eine kleine Verwahrung an. Das heisst: Der 21-Jährige, welcher bereits seit geraumer Zeit in einer geschlossenen psychiatrischen Klinik behandelt und therapiert wird, muss dort bleiben. Und zwar für mindestens fünf Jahre, danach wird die angeordnete Massnahme erstmals überprüft. Sie kann, je nach Einschätzung von Gutachtern und Fachleuten, immer wieder verlängert werden.

Ist die Massnahme abgeschlossen, muss der nordmazedonisch-italienische Doppelbürger die Schweiz für 15 Jahre verlassen. Auch das hat das Gericht entschieden. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Regionaljournal Ostschweiz, 25.11.2020, 12:03 Uhr;

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

9 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Walter Matzler  (wmatz)
    Ich kann mir auch nichts anderes vorstellen, als dass der Täter krank ist und entsprechende Behandlung notwendig ist. Da hat es keinen Sinn am Richter und an den Massnahmen zu zweifeln. Ob die Behandlung erfolgreich sein und der Mann wieder gesund wird, kann im Voraus nicht gesagt werden. Psychische Krankheiten sind leider nicht wie Mathematik wo man eins und eins zusammen zähle kann. Ich hoffe für den jungen Mann, dass es gelingt.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Viktoria Müller  (openminded)
    @Sam Meier: Da er Schuldunfähig ist, ist es rechtlich gesehen doch eben keine Straftat?
    Bleibt natürlich ein schweres und grausames Vergehen.
    Trotzdem: Soll man jetzt auch alle psychisch kranke Menschen des Landes verweisen?
    Es gab mal einen Man in den 30- und 40-er Jahren, der auch so „aufräumen“ wollte....
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Rolf Schurter  (Rolf vom Tsigervisse)
    Warum enervieren wir ins über den Täter, eigentlich gehörten doch die Richter weggesperrt ....
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Sam Meier  (tsam39947)
      Für mich ist das Urteil nachvollziehbar, ausser der Landesverweis, da würde ich auf lebenslänglich tendieren, solche Leute brauchen wir hier nicht, aber das ist wohl juristisch nicht machbar, ganz nach dem Motto "jeder kann sich bessern und hat eine zweite Chance verdient etc."
      Ablehnen den Kommentar ablehnen