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Daniel Oetiker ist momentan in der Hufschmied-RS im Kanton Bern: Der Aargauer ist stolz auf seine Goldmedaille als bester Hufschmied
Aus Regionaljournal Aargau Solothurn vom 21.09.2020.
abspielen. Laufzeit 03:59 Minuten.
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Traditionsberuf Das ist der beste Hufschmied der Schweiz

Eine Hufschmied-Lehre ist kein alltäglicher Berufswunsch. Daniel Oetiker hat das erlernt und ist nun Schweizer Meister.

Ein 21-jähriger Aargauer hat es allen gezeigt: An den Schweizer Berufsmeisterschaften holte Daniel Oetiker aus Siggenthal Station (AG) kürzlich die Goldmedaille. Er ist damit Schweizer Meister in seinem Beruf. Seine Goldmedaille verdanke er auch der RS, die er gerade absolviert, sagt Daniel Oetiker: «Ich konnte hier trainieren. Und das hat sich gelohnt.» Die Goldmedaille an den Berufsmeisterschaften bedeute ihm sehr viel.

an den Berufsmeisterschaften
Legende: Berufsmeisterschaften: Daniel Oetiker bei seiner zweiten Prüfung. zvg/SwissSkills

Die vierjährige Lehre hat der junge Mann in einer Hufschmiede im Aargau in Full-Reuenthal absolviert. Momentan macht er gerade in der Hufschmiede-RS im Kompetenzzentrum Veterinärdienst und Armeetiere in Schönbühl bei Bern, zusammen mit knapp einem Dutzend weiteren Kollegen und einer Kollegin.

Oetiker und sein  Team
Legende: Claudia Blangetti/SRF

Der Aargauer hat keine alltägliche Lehre gewählt: Hitze, Amboss und glühendes Metall statt Büro und Computer, täglich harte körperliche Arbeit. Seine Hände zieren verschiedene Narben. Er schmunzelt: «Ja, ich hab mich schon ab und zu verbrannt.» Und ein Abo fürs Fitnesscenter brauche er auch nicht.

Glühendes Eisen
Legende: Claudia Blangetti/SRF

Trotz der harten Anforderungen ist Hufschmied sein Wunschberuf: «Ich reite, seit ich klein bin. Ich habe bei meinen Pferden dem Hufschmied immer geholfen. Da wusste ich rasch: Das will ich später erlernen.» Aus einer «Rösseler-Familie» kommt er aber nicht: Seine Eltern reiten nicht, sagt er. Sie hätten ihm aber seinen Traum ermöglicht, dafür sei er dankbar.

Feuer
Legende: Claudia Blangetti/SRF

Alle sechs bis acht Wochen braucht ein Pferd, ein Esel oder ein Maultier neue Hufeisen. Rennpferde brauchen sogar alle vier bis sechs Wochen neue «Schuhe» in Form von Eisen. In der Schweiz gibt es 113'000 sogenannte Equide – also Pferde, Esel Maultiere und Maulesel. Die Tendenz ist steigend.

Im Moment gibt es immer mehr Pferde in der Schweiz.
Autor: Daniel OetikerSchweizer Meister als Hufschmied (Swiss Skills)

«Im Moment gibt es immer mehr Pferde in der Schweiz. Die Menschen pflegen ihr Pferde-Hobby, wollen vermehrt mit dem Pferd in die Natur. Dadurch braucht es den Hufschmied nach wie vor», so Oetiker, der denn auch viel Zukunftspotenzial für sich und seine Branche sieht.

Hufe
Legende: Claudia Blangetti/SRF

Es dauert rund eine Stunde, bis ein Tier fertig «beschlagen» ist, bis also die Hufeisen montiert sind. Geübt wird in der Lehre am toten Fuss, weil Pferdehufe sehr empfindlich sind. Rund 160 bis 200 Franken kann ein Hufschmied für die Arbeit von seiner Kundschaft verlangen. Reicht das, um davon leben zu können? «Als selbstständig Erwerbender, der einen guten Job macht, die Pferde gut behandelt, hat man einen guten Kundenstamm und kann davon leben», sagt der 21-jährige Aargauer selbstbewusst.

Beim Pferd
Legende: Claudia Blangetti/SRF

Wenn die Hufe der Tiere nicht gepflegt werden, dann riskiert der Besitzer Fehlstellungen oder Krankheiten. Die Investition in den Hufschmied zahlt sich für die Pferdebesitzer langfristig also aus. Die Arbeit gehe dem Hufschmied nicht aus, meint der Schweizer Meister Oetiker. «Ich sehe mich in Zukunft als selbstständiger Hufschmied. Aber das dauert noch einen Moment. Ich will noch viel dazulernen, an anderen Orten arbeiten und noch mehr Fachwissen erwerben», meint Oetiker.

Video
Berufswunsch Hufschmied: Ein älterer Beitrag aus Schweiz Aktuell
Aus Schweiz aktuell vom 02.09.2009.
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Regionaljournal Aargau Solothurn, 19.09.2020, 17:30 Uhr;

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6 Kommentare

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  • Kommentar von maya blanchard  (bee bee)
    Gratulation an den Schweizer-Meister!

    @SRF: „Alle sechs bis acht Wochen braucht ein Pferd, ein Esel oder ein Maultier neue Hufeisen.“ Könnte es sich hier nicht eher um Monate handeln?
    1. Antwort von Ihr Kommentar (SRF)
      @maya blanchard
      Liebe Maya, es handelt sich wirklich um Wochen. Liebe Grüsse, SRF-News
    2. Antwort von Felix Meyer  (gegen unwahre Wahrheit)
      Das Horn besteht aus dem gleichen Material wie unsere Nägel. Ich denke niemand schneidet seine Finger- und Fussnägel nur 2x im Jahr. Ist ein Pferd beschlagen, kann sich das Horn beim Gehen nicht abreiben. Also wächst es unter dem Hufeisen kontinuierlich weiter. 6-8 Monate nichts zu tun, wäre Tierquälerei. Auch bei Barhufpferden (Pferde ohne Hufeisen) müssen die Hufe bearbeitet resp. in die korrekte Hufform gebracht werden. Ideal fürs Pferd wäre Barhuf und falls nötig beim Ausreiten Hufschuhe.
  • Kommentar von Susanne Berto  (Susha)
    Das macht so viel Freude über so was tolles zu lesen. Herzlichen Glückwunsch an diesen jungen Mann.
  • Kommentar von Marlies Artho  (marlies artho)
    Gratulieren dem Jungen Weltmeister zur Goldmedaille D. Oetiker und wünsche ihm viel Erfolg und weiterhin Freude an seinem seltenen Handwerk. Denn es braucht Handwerker genauso in allen Berufsgattungen, wie auch Studierte, nur so wird es eine Ausgeglichene Gesellschaft weiterhin geben. Handwerk und strenge Arbeit kann für vieles gut sein, wie D. Oetiker sagte, persönlich müsse er nicht in ein Fitnessstudio gehen. So kann er im Beruf die volle Energie des Körpers verwenden.
    1. Antwort von Marlies Artho  (marlies artho)
      Korrektur sorry Schweizermeister, nicht Weltmeister :-(.