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Maurer vereinbart mit Putin engere Zusammenarbeit
Aus Tagesschau vom 21.11.2019.
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Treffen in Moskau «Herr Putin ist ein Freund der Schweiz»

Bundespräsident Ueli Maurer hat in Moskau mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin eine engere Zusammenarbeit vereinbart. Neben direkten Kontakten von Schweizer Grosskonzernen zum Kremlchef sei auch eine Anlaufstelle für Schweizer KMU diskutiert worden, sagt Maurer im Interview mit SRF News.

Ueli Maurer

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Maurer ist seit dem 1. Januar 2009 Mitglied des Bundesrates. Der SVP-Politiker war bis 2016 Vorsteher des Eidgenössischen Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS). Seit 2016 ist er Vorsteher des Eidgenössischen Finanzdepartements (EFD). 2019 ist nach 2013 das zweite Amtsjahr als Bundespräsident für den 68-Jährigen. Maurer war von 1996 bis 2008 Präsident der SVP Schweiz. Von 1991 bis zu seiner Wahl in den Bundesrat war er Nationalrat.

SRF News: Die Schweiz möchte den Zugang für Grosskonzerne in Russland vereinfachen. Was sagte Putin zu diesem wirtschaftspolitischen Aspekt?

Bundespräsident Ueli Maurer: Putin ist sehr interessiert am Know-how und an Arbeitsplätzen von Schweizer Unternehmen. Zu Sprache kam die Möglichkeit, dass er selbst die CEOs der Schweizer Multis einlädt und sich mit diesen austauscht. Ich denke, das würde einige von ihnen motivieren, sich noch stärker zu engagieren. Zum anderen diskutierten wir über eine mögliche Anlaufstelle für Schweizer KMU, die deren Einstieg in einem völlig fremden Markt erleichtern könnte.

Putin will sich also künftig direkt mit Unternehmen treffen. Wäre das ohne einen Bundesrat als Türöffner nicht möglich gewesen?

Es gibt einfach Dinge im Leben, an die man nicht denkt. Darum muss man darauf aufmerksam gemacht werden. Wir haben festgestellt, dass andere Länder diesen Zugang bereits haben. Entsprechend naheliegend ist es, das für die Schweiz ebenfalls zu empfehlen.

Bei der Friedenspolitik ging es auch um Syrien und die Ukraine. Wird es nächstes Jahr wieder einen Schweizer Hilfskonvoi für die Ukraine geben?

Das war kein Thema. Wir sind eher «höher geflogen» und haben es längerfristig betrachtet. Ich glaube, es braucht die Schweiz als neutralen Staat und die OSZE. Denn die Schweiz allein löst die Probleme nicht, aber zusammen hat man durchaus eine Chance, mehr zu tun.

Putin hat heute Ihr letztes Treffen von 2014 in Sotschi angesprochen, also noch vor der Krise in den russisch-schweizerischen Beziehungen. Ist diese Krise nun überwunden?

Präsident Putin hat uns schon vor längerer Zeit eingeladen. Ich bin dieser Einladung gerne gefolgt, weil Russland ein wichtiger Partner ist. So kann man sich austauschen. Herr Putin ist ein Freund der Schweiz. Er kennt die Schweiz und deren Institutionen sehr gut, insbesondere das internationale Genf. Russland ist durchaus auf die Schweiz angewiesen in verschiedenen Fragen.

Wird Putin demnächst die Schweiz besuchen?

Das würde ich nicht ausschliessen. Aber wir haben vereinbart, dass man sich hochrangig weiter treffen möchte. In jedem Land gibt es eine gewisse Bürokratie, wobei sie in Russland wahrscheinlich etwas grösser ist. Manchmal muss man ganz oben Kontakt haben, um die Probleme zu erkennen und sie dann auch lösen zu können.

Das Gespräch führte Luzia Tschirky.

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45 Kommentare

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  • Kommentar von Irina Helfenbeger  (Hasenauer Irina)
    Es gibt schweizer Firmen in Russland wie Zepter, die Milliarden Franken in Russland verdienen und man gibt Schweizer in Russland die Möglichkeit Geld zu verdienen. Auch deutsche Firmen kommen gerne auf die russische Markt, da es rentabel ist. Falls das Handelsabkommen mit EU scheitert, braucht Schweiz andere Handelspartner.
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  • Kommentar von Roland Kull  (kurol)
    Hier auf dem Begriff Freund herum zureiten ist m.E. lächerlich. Und ja, es geht um die Sicherstellung von Gaslieferungen und im Gegenzug um Geschäfte die wiederum mit der Schweiz abgewickelt werden können, also Arbeitsplätze und Wohlstand sichert. Das mehr für jene, die meinen Arbeit, Wohlstand und ein gutes Leben geschähen mit träumen und in die Finger schnippen.ohne Leistung Beziehungen ob gut /schlecht müssen gepflegt werden. Ich ziehe unseren Standard vor, wem es nicht passt, kann ja .....
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  • Kommentar von M. Berger  (Mila)
    @Yousev Delavar 21:18: - ja, Iran und die Schweiz haben schon gute Beziehungen! Wie kann man sich sonst verständigen. Können Sie bitte erklären, welchen Diktator Sie meinen und weshalb?
    @Sam Brenner: - Die 70jährige Dauerspielplatte mit Feinbild ist nicht mehr up-to-date. Die Politik ist dazu da, um über einem gemeinsamen Nenner eine Beziehung aufzubauen und so Auseinandersetzungen zu vermeiden, die zu einem Konflikt oder zur gegenseitigen Schädigung führen könnten.
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