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Soll die festgeschriebene Anzahl Durchdienende erhöht werden?
Aus HeuteMorgen vom 07.10.2021.
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Trend im Militärdienst Durchdiener sind motiviert – doch die Armee will viele nicht

Immer mehr Männer und Frauen möchten den Militärdienst an einem Stück leisten. Ihnen steht aber das Gesetz im Weg.

Jedes Jahr leisten rund 3600 junge Frauen und Männer ihren Militärdienst an einem Stück als Durchdienerin oder Durchdiener. Doch nun zeigt ein neuer Bericht der Eidgenössischen Finanzkontrolle, dass jedes Jahr deutlich mehr Interessierte dieses Dienstmodell wählen möchten.

Die Vorteile werden darin gesehen, dass der Militärdienst nach rund einem Jahr beendet ist und dass damit die Vereinbarkeit mit der Ausbildung bzw. mit dem Beruf besser ist.
Autor: Marius Féraud Eidgenössische Finanzkontrolle

Im Militärgesetz ist der Anteil der Durchdienerinnen und Durchdiener jedoch auf 15 Prozent pro Jahrgang begrenzt. Es können nicht alle berücksichtigt werden. «Die Vorteile werden darin gesehen, dass der Militärdienst nach rund einem Jahr beendet ist und dass damit die Vereinbarkeit mit der Ausbildung bzw. mit dem Beruf besser ist», erklärt Marius Féraud von der Eidgenössischen Finanzkontrolle.

Gesetz führt zu Verlusten

Wer nicht berücksichtigt werde, suche nach Alternativen. Gemäss Befragungsergebnissen der EFK versuche ein Teil der Personen, die nicht Durchdienerin oder Durchdiener würden, nachher den Militärdienst zu umgehen, dies durch ein Zivildienstgesuch oder über die Untauglichkeit.

Dadurch könnten diese jungen Männer und Frauen der Armee verloren gehen. Die Finanzkontrolle empfiehlt der Armee deshalb zu prüfen, ob künftig mehr Durchdienerinnen und Durchdiener zugelassen werden könnten. Dafür bräuchte es allerdings eine Anpassung des Gesetzes.

Wenig Begeisterung bei VBS

Bei der Schweizerischen Offiziersgesellschaft stösst dieser Vorschlag auf offene Ohren. «Wenn die Erweiterung des Durchdiener-Modells dazu beiträgt, dass mehr junge Bürgerinnen und Bürger motiviert sind, Dienst zu leisten, dann ist das in unserem Sinne», sagt SOG-Präsident Dominique Knill.

Durch mehr Durchdienerinnen und Durchdiener bestünde die Gefahr, dass die Armee das aktuelle Leistungsprofil nicht mehr erfüllen könnte, weil es an WK-Truppen fehlen würde»
Autor: Daniel Reist VBS-Sprecher

Weniger positiv reagiert hingegen das Verteidigungsdepartement VBS. Denn mehr Durchdienerinnen und Durchdiener bedeute automatisch, dass es weniger WK-Soldatinnen und -soldaten gebe, sagt VBS-Sprecher Daniel Reist sagt. «Dadurch bestünde die Gefahr, dass die Armee das aktuelle Leistungsprofil nicht mehr erfüllen könnte, weil es an WK-Truppen fehlen würde», so Reist.

Aus Sicht der Armee ist also offen, ob mehr Durchdienerinnen und Durchdiener überhaupt erwünscht sind.

SRF 4 News, 7.10.2021, 06:00 Uhr

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46 Kommentare

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  • Kommentar von SRF News (SRF)
    Liebe Community. Wir bedanken uns für eure interessanten Ansichten zum Thema Durchdienen und generell zur Dienstpflicht. Wir schliessen die Diskussion an diesem Punkt und wünschen eine gute Nacht.
  • Kommentar von marlene Zelger  (Marlene Zelger)
    Früher trug man noch eine gewisse Verantwortung für den Schutz des - ja, ich sags jetzt halt trotzdem - Vaterlandes. Aber heute scheint dies nur noch ein leidiges Übel zu sein. Eigentlich schade, denn wir wissen nie, wann unser Land angegriffen werden könnte.
  • Kommentar von Dominic Schürch  (WingedOri)
    Ich denke ohnehin, das es reichen würde wenn das Militär "Optional" und nicht "Obligatorisch" wäre. (Ja dies gilt auch für die Gleichberechtigung zwischen Männern, Frauen und andere).
    Ich habe das Durchdienermodell im 2020 Abgeschlossen und obwohl ich 50 Diensttage mehr hatte als WKs, fühlte ich mich massiv produktiver in meiner Tätigkeit als WKs die nur kamen um Ferien zu machen. Ich denke einfach das, dass aufzwingen des Militärs für Männer nicht wirklich zeitgemäss ist.
    1. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Dominic Schürch: Es kommt draufan bei welcher Truppe und in welcher Zeit, Sie WKs absolviert haben. Meine RS und WKs waren alles andere als Ferien (Gebirgsinfanterie: gibt es so heute nicht mehr).
    2. Antwort von Dominic Schürch  (WingedOri)
      Hätte noch mehr schreiben können, hatte leider keine Zeichen mehr übrig. ^^
      Versteht mich nicht falsch, das Militär würde sicherlich vielen Jungen Männern, Frauen und anderen sehr guttun. Denn auch ich hatte tolle Erfahrungen und habe super Leute kennengelernt. Just saying :)

      Ich denke, es wäre schon nur für den Zusammenhalt der Truppe wichtig, nur aus Leuten zu bestehen, welche auch wirklich Lust auf diese Ausbildung haben und nicht gezwungen worden sind.
    3. Antwort von Dominic Schürch  (WingedOri)
      @Thomas Leu, Pardon, ich habe natürlich nicht alle WKs gemeint. Spezifisch nur bei diesen WKs welche ich kenne. Natürlich gibt es aktive und sehr coole WK-Dienst Truppen, wie das sicherlich auch bei Ihnen der fall war, Herr Leu. Gebirgsinfanterie hört sich auch sehr abenteuerlich an, muss ich gestehen! :)
    4. Antwort von Martin Gebauer  (Mäde)
      Mir geht es wie Herr Leu. Als Of der Gerbirgsinfanterie war meine WK Zeit mehr als abwechslungsreich. Das was ich im Militär gelernt und erfahren habe, möchte ich keinesfalls missen.