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«Der Trend hat stark zugenommen»
Aus Regionaljournal Ostschweiz vom 21.12.2021.
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Trend rund um Weihnachten Den Christbaum selbst fällen: Ein Familienevent

Mit der ganzen Familie ab auf die Plantage zum Christbaumkauf. Regionale, selbst ausgewählte Bäume verkaufen sich gut.

Nicht beim Grossverteiler holen, sondern seinen Christbaum im Wald selbst aussuchen, dort auch gleich fällen und mit nach Hause nehmen. Der Christbaumkauf wird zum Event. Ein Weihnachts-Trend, der sich auf dem Betrieb von Philipp Angehrn in Häggenschwil bei St. Gallen bestätigt. In den letzten fünf Jahren habe der Trend stark zugenommen, dass die Familien zu ihm auf den Hof kämen und ihren Christbaum vor Ort aussuchten.

Nordmannstannen stehen auf dem Hofplatz parat für die Kundschaft.
Legende: «Der absolute Klassiker ist die Nordmanntanne», sagt Christbaumproduzent Philipp Angehrn. SRF SASCHA ZUERCHER

Philipp Angehrn produziert mit seiner Familie in der dritten Generation in Häggenschwil Christbäume. Vor einem Jahr hat der 31-Jährige den Betrieb von seinem Vater übernommen. Dieser hatte die Idee mit dem Christbaumverkauf direkt im Wald vor Jahren umgesetzt – mit Erfolg. Er habe ein gutes Gespür für die Bedürfnisse der Kundschaft, erzählt Sohn Philipp Angehrn gegenüber dem Regionaljournal Ostschweiz. Neben der Christbaumproduktion halten Angehrns Schweine, haben Obstbäume und bewirtschaften Wiesland und Ackerbau.

Beim Schneiden auf den Vollmond achten – das ist nicht nur ein Mythos.
Autor: Philipp Angehrn Christbaumproduzent in Häggenschwil

Die Leute schätzten die Regionalität und Nachhaltigkeit der Christbäume ab Hof, so Philipp Angehrn. Die Kundschaft sei auch dankbar für Tipps im Umgang mit den Tannen. So ist Angehrn überzeugt, dass der Baum seine Nadeln länger behält, wenn er bei Vollmond geschnitten wird. Schon sein Vater habe darauf gesetzt: «Beim Schneiden auf den Vollmond achten – das ist nicht nur ein Mythos.»

Vater Angehrn auf der Christbaumplantage inmitten von kleinen Nordmannstannen.
Legende: Pro Hektar wachsen bis zu 10'000 Bäume. Gesamthaft sind auf der Christbaumplantage in Häggenschwil gegen 40'000 Tannen. ZVG/ANGEHRN

Der absolute Klassiker für das Weihnachtsfest in der warmen Stube, geschmückt mit Kugeln, Sternen, Glitzer oder mit Schöggeli, getrockneten Äpfeln und Strohsternen, ist nach wie vor die Nordmanntanne. So sind denn auch 90 Prozent aller Bäume auf Angehrns Plantage Nordmanntannen. Daneben gibt es noch die Blau-, die Rot- und ganz vereinzelt die Weisstannen zur Auswahl.

Teils kommt die Kundschaft schon im Spätsommer vorbei und sucht sich ihren Christbaum aus.
Autor: Philipp Angehrn Christbaumproduzent und Landwirt

Eine Nordmanntanne braucht bis zu zehn Jahre, bis sie zwei Meter hoch ist. Die bevorzugte Grösse liegt etwas darüber, bei etwa 2.00 bis 2.20 m, sagt Angehrn, der im Frühling neben dem geschnittenen Baum gleich wieder einen jungen pflanzt. Ein solcher Christbaum kostet je nach Grösse und Art zwischen 20 und 150 Franken.

So hält der Baum am längsten

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Der Christbaum wird in einen Ständer gestellt, der mit Wasser gefüllt ist. Dafür soll der Stammfuss nicht angespitzt werden, heisst es von Fachmann Philipp Angehrn. So können die Leitgefässe unter der Baumrinde mehr Wasser aufnehmen.

In beheizten Räumen verdunstet ein mittlerer Christbaum bis zu einem Liter Wasser pro Tag. Darum soll das Wasserreservoir im Christbaumständer regelmässig nachgefüllt werden. So bleibt der Christbaum länger frisch und die Brandgefahr ist geringer.

Philipp Angehrn bewirtschaftet auf vier Hektaren in Häggenschwil und Lömmenschwil Christbaumkulturen. Pro Hektare wachsen bis zu 10'000 Bäume, gesamthaft seien es gegen 40'000 Tannen. Viele von ihnen werden in diesen Tagen geschlagen und wechseln ihren Standort vom Wald in die Stube von Ostschweizer Familien.

Christbäume aus dem Wald der Stadt Chur

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Seit 25 Jahren betreibt die Forst- und Alpverwaltung der Stadt Chur eigene Christbaumkulturen. Die Idee dazu hatte der Förster Toni Jäger. Er ist stolz, dass die Stadt jedes Jahr bis zu 1200 Bäume verkauft, insbesondere Nordmanntannen.

Zur Kundschaft gehörten auch Feriengäste, die auf dem Rückweg in Chur haltmachen und ihren Christbaum für zu Hause in Zürich kauften, so Jäger. «Unsere Bäume sind frischer, aber eher etwas teurer». Die Bäume haben Tradition, kommen alle frisch geschnitten aus dem Churer Wald und stehen für Nachhaltigkeit.

Vor Weihnachten werden rund 1500 Christbäume direkt ab dem Hof in Häggenschwil verkauft. «Mit Corona waren es in den vergangenen beiden Jahren eher noch etwas mehr», sagt Philipp Angehrn. Das Christbaumgeschäft ist für Angehrns zu einem wichtigen Geschäftszweig geworden und bringt rund ein Viertel des Betriebsumsatzes.

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Toni Jäger von der Stadt Chur: «Unsere Bäume sind frischer, aber eher etwas teurer»
aus Regionaljournal Graubünden vom 21.12.2021.
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Regionaljournal Ostschweiz, 20.12.2021, 17:30 Uhr;

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