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Anti-Corona-Kundgebung in Altdorf Uri
Aus Tagesschau vom 10.04.2021.
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Trotz Demonstrationsverbot Unbewilligte Kundgebung in Altdorf von Polizei aufgelöst

  • Die Polizei hat am Samstagnachmittag in Altdorf (UR) beim Tell-Denkmal eine kleinere, unbewilligte Kundgebung von Kritikerinnen und Kritikern der Coronapolitik aufgelöst.
  • Die Polizei setzte vereinzelt Reizstoffe ein, um eine Gruppe aufzulösen.
  • Trotz vereinzelten Scharmützeln gab es keine Festnahmen und auch keinen Sachschaden.
  • Bereits im Vorfeld stellte die Kantonspolizei klar, dass keine Versammlung toleriert werde und kontrollierte Zufahrtsstrassen nach Altdorf.

Die Demonstrantinnen und Demonstranten versammelten sich bereits am späten Vormittag in Altdorf. Einige wenige trugen kleine Plakate und standen um das Tell-Denkmal herum.

Polizeikräfte der Kantonspolizei Uri, der Transportpolizei der SBB und Einsatzkräfte des Zentralschweizer Polizeikonkordats, teilweise in Vollmontur, standen bereit. Sie forderte die Menschen mehrmals auf, den Platz zu verlassen.

Zu Beginn moderater Umgangston

Gemäss Mitteilung der Kantonspolizei waren Beamte an verschiedenen Orten präsent und führten Personenkontrollen durch. Grössere Personenansammlungen wurde zu regelkonformem Verhalten angewiesen. Trotzdem mussten insgesamt 180 Wegweisungen ausgesprochen werden, zwei Personen wurden verzeigt.

Nach 14 Uhr formierte sich ein Umzug mit mehreren hundert Personen, der bis zum Tell-Denkmal führte. Schwarz gekleidete, maskierte Menschen zogen zum Denkmal. «Wir betrauern die Freiheit», hiess es etwa auf einem Plakat. Aus einem Lautsprecher tönte Mozarts «Requiem».

Gegnerinnen und Gegner der Corona-Massnahmen in Altdorf.
Legende: Gegnerinnen und Gegner der Corona-Massnahmen in Altdorf. SRF

Die rund 500 Personen wurden aufgefordert, sich zu verteilen. Die Polizei duldete wegen der Verhältnismässigkeit gemäss Communiqué diese Ansammlung. Sie forderte aber die Menge auf, den Platz zu verlassen. Die meisten Kundgebungsteilnehmer wichen zurück. Darauf kreiste die Polizei das übrig gebliebene Grüppchen ein. Es kam zu weiteren Personenkontrollen.

Schliesslich zog am Ende noch eine Gruppe von Treichlern unter Beifall um das Tell-Denkmal. Die Polizei setzte vereinzelt Reizstoffe ein, um die Gruppe aufzulösen.

Ein Teil der Personen zog später zu einem nahe gelegenen Bauernhof, wo die Polizei die Ansammlung kurz nach 19 Uhr beendete.

Kleinere Scharmützel

Die Kantonspolizei vermeldete am Abend, dass es zu kleineren Scharmützeln gekommen sei. Beim Umzug wurde ein Warnschuss mit Gummischrot abgegeben. Auf dem Rathausplatz wurde kurzzeitig Reizstoff eingesetzt. Zwei Personen begaben sich daraufhin selbständig ins Kantonsspital in Altdorf, das sie inzwischen wieder verlassen konnten.

Die Polizei berichtete von keinen Festnahmen und meldete auch keinen Sachschaden.

Polizei bespritzt Kundgebungsteilnehmer mit Reizstoffen
Legende: Die Polizei setzte Reizstoffe ein, um die Versammlung aufzulösen. Keystone

Kundgebung war verboten

Kritikerinnen und Kritiker der Coronapolitik hatten in sozialen Medien zu einem «Spaziergang» in Altdorf und Schattdorf aufgerufen, dies, nachdem die Kundgebung von den Kantonsbehörden verboten worden war. Der Regierungsrat hatte am Freitag die Pandemielage im Kanton als besorgniserregend bezeichnet. Die Behörden verwiesen darauf, dass sich bei einem Grossanlass die Hygienemassnahmen nicht durchsetzen liessen. Der Kanton Uri weist derzeit die schweizweit höchste Ansteckungsrate aus.

Gegenüber «Schweiz aktuell» hat der Kommandant der Kantonspolizei Uri, Reto Pfister, sein Unbehagen bereits am Freitag geäussert. Er stellt klar, dass die Polizei mit allen Mitteln verhindern werde, dass beim Tell-Denkmal demonstriert werde.

Die Polizei kontrollierte bereits am Vormittag die Zufahrtsstrassen nach Altdorf, aber auch Personen, die mit dem öffentlichen Verkehr anreisten.

Personen stehen um das Telldenkmal herum
Legende: Demonstrierende versammelten sich um das Tell-Denkmal. Nur wenige trugen eine Schutzmaske. Keystone

SRF 4 News, 10.04.2021; 13:30 Uhr;

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209 Kommentare

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  • Kommentar von kurt trionfini  (kt)
    An der (verhinderten) Berner Corona- Demo sah ich das Schild "Stop Pandemie". Danke, bin voll einverstanden. Leider können die verantwortlichen Viren nicht lesen. Vielleicht lassen sich die zuständigen Viren durch lautstarke Sprechchöre beeindrucken: "Haut endlich ab".
  • Kommentar von Thomas Schneebeli  (Thomas Schneebeli)
    Demonstrationen verbieten, so was ist unserer Verfassung unwürdig.
    Friedlich demonstrierende Menschen mit Gummischrott beschiessen und Pfefferspray ins Gesicht sprayen, ist ein tiefer Punkt der Corona-Politik vom BR, Parlament, Behörden und Polizei.
    Nein, sowas kann ich nicht verstehen und nicht akzeptieren.
    Unser BR schaute bei allen Massnahmenbeurteilungen einzig nach DE, FR, A, ND.
    Jetzt haben wir auch Zustände wie in diesen Ländern,
    wo Staatsgewalt immer mehr am eskalieren ist.
    Pfui!
    1. Antwort von Peter Holzer  (Peter Holzer)
      Staatsgewalt pfui? Denken Sie bitte daran wenn Sie nächstes mal froh über genau diese Staatsgewalt sind und Hilfe benötigen.

      Ich finde es schade, dass in diesem Forum einige seit einem Jahr nur negative Kommentare posten die anderen keinen Funken Hoffnung oder Perspektiven bieten. Brauchen wir nicht gerade die Stimmen welche konstruktive Ideen und Visionen zu bieten hätten?

      Man kann sich auch engagieren und z.B. Programme für Kinder und Jugendliche in‘s leben rufen etc. DAS hilft weiter.
    2. Antwort von Sül Van  (Sül2020)
      Pfui ist schon ein interessantes Argument. Mit dem Rest bin ich nicht einverstanden, zumal sich gezeigt hat, dass an den vergangenen Veranstaltungen alle Schutzmaßnahmen missachtet wurden. Hätten sich die Skeptiker daran gehalten, wäre es nie so weit gekommen. Ich finde die Aktionen der Polizei nicht unangemessen. Diese sind sogar noch recht mild, wenn man bedenkt, dass sich auch Neonazis unter die Skeptiker mischen und bei anderen Demos mit Schutzmaßnahmen härter durchgegriffen wurde.
  • Kommentar von Walter Foletti  (Giuseppe Mazola)
    Demonstrieren Ja, aber friedlich, ohne Sachbeschädigungen und bitte nur mit Maske!
    Gerade im Kanton Uri, wo zur Zeit die höchsten Ansteckungszahlen pro 100’000 Personen in der Schweiz ausgewiesen werden, ist es absolut verantwortungslos ohne Maske zu demonstrieren.
    Diese Demonstranten/innen inklusive der Zuschauer ohne Masken, nehmen in Kauf sich selbst und auch andere Mitmenschen anzustecken. Das heisst die Fallzahlen werden drastisch zunehmen.
    Muss das sein?
    1. Antwort von thorsten Koopmann  (Koopmann)
      Gar keine Demonstrationen bitte ! Die Verordnungen sind Schliessungen sollen Menschenansammlungen verhindern! Ginge es nur um die Masken könnte man ja auch Konzerte und Sportveranstaltungen mit Maskenpflicht wieder erleben!
    2. Antwort von Mike Baumgartner  (Mike47)
      @Koopmann: Sie haben absolut recht. Das mit Konzerten und Sportveranstaltungen im Freien ginge zwar schon, wenn sich wirklich alle an Abstand und Maskenpflicht halten würden. Aber wie man hier sieht, gibt es Mitbürger, denen Regeln einfach egal sind. Und deshalb dürfen Veranstaltungen inkl. Demonstrationen natürlich nicht stattfinden.