Zum Inhalt springen

Schweiz Trotz Gripen-Nein: Aufträge von Saab für 415 Millionen Franken

Das Volk wollte den schwedischen Kampfjet Gripen nicht. Damit entgeht der Schweizer Wirtschaft Geld. Nicht alle Gegengeschäfte sind aber vom Tisch. Saab will Aufträge für Hunderte Millionen Franken an Schweizer Unternehmen vergeben. Diese lassen sich als zukünftige Gegengeschäfte anrechnen.

Geschützturm mit Raketen auf einer Asphaltfläche aufgestellt.
Legende: Bestehende Boden-Luft-Abwehrsysteme wie das BL-84 Rapier sollen im Rahmen von Bodluv bis 2020 ersetzt werden. Wikipedia

415 Millionen Franken will der schwedische Saab-Konzern für Aufträge an die Schweizer Industrie ausgeben. Bei einem Ja zum Kampfjet Gripen hätten sogar 2,2 Milliarden Franken herausschauen sollen. Diese sogenannten Gegengeschäfte gehören bei Rüstungsdeals dazu, von ihnen soll die Wirtschaft des Käufer-Lands profitieren.

415 Millionen bleiben nun also davon übrig – laut Saab sind das mehr als 600 Verträge mit 130 Firmen, vor allem aus den Bereichen Rüstung und Flugzeugbau. Welche davon schon unter Dach und Fach sind, können die Schweden nicht sagen.

Saab will bei Schweizer Rüstungsgeschäften mitmischen

Klar ist hingegen: Es ist nicht nur die Qualität der Schweizer Industrie, die Saab im Land hält. Sprecher Mike Helmy sagt: «Saab ist seit Jahrzehnten ein zuverlässiger Lieferant der Schweizer Armee und wir hoffen, dass wir das auch in Zukunft sein dürfen.»

Saab möchte bei zukünftigen Beschaffungen der Schweizer Armee mitmischen. Zum Beispiel bei den kostspieligen Fliegerabwehrsystemen, die im Rahmen des Armee-Geschäfts Bodluv bis 2020 erneuert werden sollen. Helmy sagt: «Wir sind interessiert, an Bodluv teilzunehmen. Die politischen Entscheidungen wurden jedoch noch nicht getroffen. Daher wissen wir noch nicht, in welchem Umfang.»

Für das Bodluv-System würde Saab den Radar liefern. Daneben möchten die Schweden auch beim neuen Panzerabwehrsystem zum Zug kommen, falls die Schweiz dieses anschafft. Und nicht zuletzt bei neuen Kampfjets, sobald diese wieder aktuell werden.

250 Millionen als zukünftige Gegengeschäfte

Die 415 Millionen Franken, die von den Gripen-Gegengeschäften übrig bleiben, will Saab für zukünftige Rüstungsdeals anrechnen lassen. Zuständig für die Kontrolle der Gegengeschäfte ist Armasuisse, die Beschaffungsbehörde des Bunds. Dort heisst es, man prüfe im Moment, wie viele Verträge mit der Schweizer Industrie Saab als zukünftige Gegengeschäfte anrechnen könne. 250 der 415 Millionen Franken hat Armasuisse indes bereits akzeptiert.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

6 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Marlene Zelger, 6370 Stans
    Die Kindsköpfe aus Brüssel sollten sich ein Beispiel an SAAB nehmen, der trotz des Gripen-Nein grossmütig drüber hinweg schaut und mit der Schweiz weiterhin gute Geschäftsbeziehungen pflegen will.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Ch. Gerber, Basel
    Gut das Saab unsere Wirdschaft unterstütz, da kann niemand Nein sagen, ausser unsere Linken. Selbst wenn wir die Gripen gekauft hätten, die Gegengeschäfte hätten für beide eine win-win Situation gebracht. Ich verstehe bis heute nicht, warum sich Parteien wie die SP dagegen zur wehr setzen, es sichert Arbeitsplätze und ist sehr Sozial wenn beide davon Profitieren, oder ist es nur weill es sogenanntes Kriegsmaterial ist? P.S. Eurofighter, Raffal, etc. sind alles auch Kriegsmaterialien.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Thomas Pirovano, Bern
    Das sichert unsere Arbeitsplätze, dank der SAAB-Aufträge. Danke, SAAB!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen