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Schweiz Über 80 Prozent der Schweizer wollen Papi-Urlaub

Eine neue Studie der Dachorganisation der Arbeitnehmenden, Travail Suisse, kommt zum Schluss: 81 Prozent aller Schweizer wünschen sich einen gesetzlich festgelegten und bezahlten Vaterschaftsurlaub. Die Ständeratskommission soll nun den Auftrag für ein entsprechendes Gesetz erteilen.

Legende:
Zustimmung zum Vaterschaftsurlaub Insgesamt sind 81 Prozent der Befragten für einen verlängerten Vaterschaftsurlaub. Die Frauen sprechen sich sogar noch etwas deutlicher dafür aus als die Männer. Travail Suisse

Die Dachorganisation der Arbeitnehmenden Travail Suisse hat eine nicht repräsentative Studie zum Thema Vaterschaftsurlaub durchführen lassen. Die Studie kommt zum Schluss, dass 81 Prozent aller Schweizer Stimmberechtigten einen gesetzlich festgelegten und bezahlten Vaterschaftsurlaub wünschen. Die Zustimmung sei über alle Bevölkerungsschichten, Altersgruppen und über beide Geschlechter stabil hoch, schreibt Travail Suisse.

Mit der Umfrage des Link-Instituts habe Travail Suisse zum ersten Mal verlässliche Aussagen über die Ansichten der Schweizer Stimmbevölkerung hinsichtlich des Vaterschaftsurlaubs gewonnen, heisst es weiter. Dabei bestätige sich die schon früher festgestellte Tendenz, dass der Vaterschaftsurlaub einem starken Bedürfnis entspreche. Über 80 Prozent der Stimmberechtigten seien dafür, dass Väter nach der Geburt eines eigenen Kindes einen gesetzlichen Anspruch auf einen bezahlten Vaterschaftsurlaub hätten.

Mann hält Baby im Arm.
Legende: Die grosse Mehrheit der Schweizer Stimmbürger wünscht sich einen gesetzlich geregelten Vaterschaftsurlaub. Keystone

Zwei bis vier Wochen wären ideal

Von den total 861 befragten Personen befürworten 77 Prozent der Männer und 85 Prozent der Frauen einen gesetzlich Anspruch auf einen bezahlten Urlaub für Väter nach der Geburt eines Kindes. Dabei gibt es kaum einen Unterschied zwischen befragten Nicht-Eltern und Eltern.

Überaus stark wird das Anliegen gemäss Studie von den 30- bis 44-jährigen Müttern und Vätern unterstützt (fast 90 Prozent Zustimmung). Keine Bevölkerungsgruppe weist eine Zustimmung von unter 70 Prozent aus. Obwohl in der Tendenz die jüngeren Stimmberechtigten dem Anliegen etwas stärker zustimmen, ist die Zustimmung auch in der Altersgruppe der 60-74-Jährigen überaus deutlich. So befürworten auch die Väter, die selber noch keinen Vaterschaftsurlaub hatten, einen solchen deutlich.

Legende: Video FOKUS: Der Vaterschaftsurlaub abspielen. Laufzeit 04:25 Minuten.
Aus 10vor10 vom 15.04.2015.

Die Umfrageteilnehmenden wurden auch zur idealen Dauer des Vaterschaftsurlaubs befragt. Etwas über 40 Prozent derjenigen, welche sich für einen Vaterschaftsurlaub aussprechen, tendieren zu einer Auszeit von vier Wochen oder mehr. Weitere gute 40 Prozent sprechen sich für zwei Wochen aus. Der Rest erachtet eine kürzere Dauer als genügend. Die Väter selber möchten tendenziell einen etwas längeren Urlaub als die Gesamtbevölkerung.

Travail Suisse verlangt nun von der Sozialkommission des Ständerates, die Zeichen der Zeit zu erkennen und den konkreten Auftrag für ein entsprechendes Gesetz zu erteilen.

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53 Kommentare

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  • Kommentar von Ch. Gerber, Basel
    Richtig, Papi-Urlaub sollte auch unter Gleichberechtigung stehen. Auch ich als Vatter möchte mein Kind in den ersten Jahren und insbesondere nach der Geburt auf Wachesen sehen. Es sind die Absolut wichtigsten ersten Wochen, welche sich bei jedem Kind sein lebenlang einprägt, insbesondere in bezug auf die Eltern und Geschwistern. Wenn der Vater nur Abends da ist, wird das kind nie die gleiche Beziehung aufbauen können wie zur Mutter...
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  • Kommentar von M.Keller, Olten
    Finde ich eine super Idee. Dadurch ‚sehen‘, oder besser gesagt, haben die jungen Erdenbewohner wenigsten diese ‚bezahlten Stunden‘ Kontakt zu Ihren Eltern. Danach geht es ja sowieso ab in die KiTa, dann braucht es eine Tagesmutter und zu guter Letzt geht’s dann sicher noch in ein Internat oder an die Uni. Aber doch immerhin während diesem Urlaub hat das Kind den Papi wahrgenommen. Super...
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  • Kommentar von jc heusser, erstfeld
    Kinder haben sollte als "Privileg" betrachtet werden, das nicht jedem vergönnt ist! Kinder sind auch nicht "gratis" und ihre Betreuung braucht eben ein "gewisses Engagement" und es sollte auch jedem klar sein, dass wenn Kinder da sind das leben eben nicht wie vorher weitergeht sondern man muss eben "Prioritäten" setzen! Das Problem ist unsere heutige "Konsumgesellschaft" die eben alles haben will ohne "Einschränkungen"!
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