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Algerischer Straftäter: «In der Schweiz musst du klauen»
Aus News-Clip vom 07.10.2020.
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Überfälle und Einbrüche Neuenburg: Algerische Kriminelle sorgen für Probleme

Neuenburg erlebte im Sommer eine beispiellose Serie von Kriminaldelikten. Die meisten Täter stammen aus Algerien.

So etwas hat die Bevölkerung in der Region Neuenburg noch nie erlebt: 718 Diebstähle, Einbrüche und Raubdelikte allein zwischen Juni und Mitte September. Ein Vielfaches gegenüber früheren Jahren. Raubdelikte haben sich im Juli gegenüber dem langjährigen Schnitt etwa verzehnfacht. Die Polizei spürte nach eigenen Angaben insgesamt 230 Verdächtige auf. Die meisten sind laut Polizei Wiederholungstäter. Ein Grossteil stammt aus Algerien. Das Problem: Algerien akzeptiert kaum Zwangs-Rückschaffungen.

Algerische Wiederholungstäter

Die Kriminalitäts-Serie in Neuenburg ist einzigartig – neu ist das Phänomen aber nicht: Algerier werden in der Schweiz überdurchschnittlich häufig Straftaten beschuldigt.

In der Kriminalitätsstatistik 2019 rangieren sie auf Platz zehn, obwohl sich nur wenige Tausend Algerierinnen und Algerier in der Schweiz aufhalten. Die Täter sind häufig Asylsuchende oder Menschen, die illegal im Land sind.

Zwangs-Ausschaffung kaum möglich

Das Problem: Die Schweiz kann viele Algerier nicht ausschaffen. Zwar gibt es ein Rückübernahme-Abkommen, doch der nordafrikanische Staat akzeptiert keine Sonderflüge. Diese werden nötig, wenn sich Betroffene wehren und zum Beispiel gefesselt werden müssen. Wer heftig Widerstand leistet, kann somit meist nicht ausgeschafft werden. Das bestätigt das Staatssekretariat für Migration SEM der «Rundschau». 547 Algerier sollten laut SEM ausgeschafft werden. Das ist ein Rekord: Für kein anderes Land ist der Pendenzenberg höher.

Trotz der Probleme sprechen die Bundesbehörden von einer guten Zusammenarbeit: Die Zahl der Rückführungen sei in den letzten Jahren gestiegen, die Zahl der hängigen Ausschaffungen deutlich gesunken. Algerien verbiete allen Staaten Sonderflüge, schreibt das SEM. Die Situation sei eine «Herausforderung». Man suche im Gespräch mit den algerischen Behörden praktische Lösungen.

Druck auf den Bundesrat

Der Neuenburger Sicherheitsdirektor Alain Ribaux (FDP) verlangt, dass der Bund Druck macht auf die algerische Regierung, damit diese Straftäter zurücknimmt. Gleiches fordert die SVP. Sie will, dass die Schweiz als Druckmittel keine Visa mehr an algerische Staatsbürger ausstelle.

Bundesrat und SEM stellen sich gegen diese Forderung. «Es wäre unrealistisch davon auszugehen, dass Algerien der Schweiz aufgrund von Retorsionen als einzigem europäischem Staat die Möglichkeit, Sonderflüge durchzuführen, gewähren würde», schreibt das SEM der «Rundschau».

Eine schnelle Verbesserung der Situation ist nicht in Sicht. Aufatmen hingegen kann die Bevölkerung in Neuenburg: Inzwischen ist die Kriminalitätswelle abgeebbt.

Europäische Lösung?

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Die Bundesbehörden hoffen auf ein gesamteuropäisches Vorgehen im Fall Algerien. Seit Februar gelten im Schengen-Raum neue Visa-Vorschriften. Diese verknüpfen die Visa-Vergabe mit der Kooperationsbereitschaft des betreffenden Staats bei Rückschaffungen. Staaten, die schlecht kooperieren, müssen mit erschwertem Zugang zu Schengen-Visa rechnen. Bis Ende Jahr soll die EU-Kommission mit einem Bericht die Kooperationsbereitschaft verschiedener Staaten erstmals unter die Lupe nehmen.

«Rundschau»

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«Rundschau»

Mehr zum Thema in der «Rundschau» um 20.05 Uhr auf SRF 1.

Rundschau, 07.10.2020, 20:05 Uhr

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74 Kommentare

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  • Kommentar von Adrian Zuckermann  (azu)
    Tatsache ist: Niemand wird freiwillig Kleinkriminell! Aber ein Land, das Menschen mit abgelehntem Asylgesuch zu einer Nothilfe von Fr. 7.- pro Tag und ohne Perspektive herumlungern lässt, muss sich nicht wundern...
    1. Antwort von Oliver Schmid  (O. Schmid)
      @Zuckermann. Abgehlehntes Asylgesuch heisst klar: Rückreise in die Heimat, ansonsten ist diese Person illegal hier. Es gibt wohl kein Land wo Illegale noch jeden Tag Geld erhalten, sei es auch nur Fr. 7.-
    2. Antwort von Manuel Nagel  (mkrm)
      Das mag ein Grund sein, aber sicher keine Rechtfertigung. Klingt für mich schon stark nach Verwechseln von Tätern und Opfern.
      Das tragische ist, dass dieser Konflikt wohl auch auf denjenigen ausgetragen wird, die sich nichts zu Schulden kommen liessen, aber oft trotzdem unter den Konsequenzen leiden müssen.
  • Kommentar von Gerbrand Ronsmans  (GRo)
    Ein Afrikaner schuftet in eine Goldmine und hungert. Dass Gold wird in der CH mit grossem Gewinn verarbeitet. Der Minenarbeiter kommt in der Schweiz, nachdem seine Familie starb an eine Vergiftung, um sein Verdiente Lohn zu holen. Diesem Teil Blenden wir aus, und konzentrieren uns nur noch darauf dass er in der CH gestohlen hat und Ausländer ist. Fiktive Geschichte, aber so war. Je nach Betrachter sieht die Geschichte anders aus.
    1. Antwort von Manuel Nagel  (mkrm)
      Ich gehe jede Wette ein, dass das bei den Algeriern aus dem Beitrag nicht zutreffend ist. Davon abgesehen ist es doch albern, solche Taten als moralische Retourkutsche hinzustellen, diese Kriminellen sind keine Robin Hoods sondern einfach nur Opportunisten.
  • Kommentar von Alois Keller  (eyko)
    Frau Keller-Sutter soll mehr auf die Magreb Staaten einwirken und sich für die Zwangs-Ausschaffung stark machen und auch keine Visa mehr an algerische Staatsbürger ausstellen. Wir bekommen immer mehr Probleme mit Flüchtlingen- Müssen wir uns das gefallen lassen? Nein. Es schein, dass die Schweiz das Flüchtlingsproblem nicht unter Kontolle hat - jeder kann kommen - Resultat viele Kriminelle und erst noch auf unsere Kosten.