Zum Inhalt springen

Header

Audio
Das Opernhaus trifft Massnahmen gegen Übergriffe und Machtmissbrauch
Aus Regionaljournal Zürich Schaffhausen vom 31.03.2021.
abspielen. Laufzeit 02:22 Minuten.
Inhalt

Umfrage zu Vorwürfe Am Opernhaus Zürich sind Belästigungen und Machtmissbrauch häufig

Eine Mitarbeiterumfrage bestätigt die Vorwürfe: Am Zürcher Opernhaus kommt es zu verbalen und körperlichen Übergriffen.

Am Anfang des Skandals am Opernhaus Zürich stand der überraschende Abgang des Operndirektors Michael Fichtenholz im Januar. Zeitungsberichte legten den Verdacht nahe, dass eine Untersuchung wegen Belästigung und Machtmissbrauch die Ursache des abrupten Abschieds war.

Die Details dazu sind immer noch nicht bekannt, eine externe Fachstelle kümmert sich um die Vorwürfe. Gleichzeitig wurde eine interne Umfrage durchgeführt, ob und wie häufig Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter belästigt wurden oder Vorgesetzte ihre Macht missbrauchten.

Blicke, körperliche Übergriffe, Machtmissbrauch

Die Ergebnisse dieser Umfrage zeigen nun schonungslos, dass die Vorwürfe zu einem beträchtlichen Teil stimmen. Von rund 650 Mitarbeitenden (51 Prozent Männer, 49 Prozent Frauen), die an der Umfrage teilnahmen, geben 12 Prozent an, in den letzten drei Jahren Belästigung erlebt zu haben. Am häufigsten waren es verbale Belästigungen, gefolgt von Blicken und Gesten. Genannt wurden aber auch körperliche Übergriffe.

Der grösste Teil der Belästigungen wurde von Vorgesetzten ausgeübt, der Rest von Kolleginnen und Kollegen und von Gästen wie Dirigenten, Choreografen und Regisseuren.

Der leere Opernhaussaal
Legende: Kein Ort der Stille: das Opernhaus will die internen Melde-Systeme im Zusammenhang mit Belästigungen überprüfen. Keystone

Noch häufiger ist es am Zürcher Opernhaus zu Machtmissbrauch gekommen. Mehr als jeder vierte Mitarbeiter, jede vierte Mitarbeiterin wurde entweder schikaniert oder aber mit persönlichen Vorteilen bevorzugt. Auch hier waren häufig der oder die Vorgesetzte, aber auch Kolleginnen und Kollegen oder Gäste wie Regisseure, Choreografen und Dirigenten für die Tat verantwortlich.

Opernhaus erarbeitet Massnahmen

Man nehme die Ergebnisse dieser Umfrage sehr ernst, sagt Christian Berner, der kaufmännische Direktor des Zürcher Opernhauses. «Jeder Fall ist einer zu viel.» Erstaunt zeigt sich Berner, dass im Vorfeld so wenige Meldungen eingegangen sind. Denn das Opernhaus verfüge über Melde-Instrumente, die bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bekannt seien.

Jeder Fall ist einer zu viel
Autor: Christian BernerKaufmännischer Direktor Opernhaus Zürich

Das Opernhaus werde diese Instrumente überprüfen, verspricht Berner und gemeinsam mit dem Personalrat Massnahmen erarbeiten, um Mitarbeitende und Künstlerinnen und Künstler vor Belästigung und Machtmissbrauch am Arbeitsplatz zu schützen. Zusätzlich sollen auch Führungs- und Kommunikationsschulungen, die wegen Corona unterbrochen wurden, fortgesetzt werden.

Trotz den Vorwürfen: Die Umfrage zeigt auch, dass 84 Prozent der Befragten gerne am Zürcher Opernhaus arbeitet. Für 88 Prozent ist die Arbeit gar mehr als nur ein Job. Und vier von fünf befragten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter würden das Opernhaus auch als Arbeitgeber weiterempfehlen.

SRF 1, Regionaljournal Zürich Schaffhausen, 17:30 Uhr;

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Push-Mitteilungen aktivieren

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

6 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Frank Wendler  (Frank Wendler)
    84 Prozent der Mitarbeitenden im Opernhaus geben an, sie würden sehr gerne am Opernhaus arbeiten. Für weitere scheint es ein Traumjob zu sein. Kommt Ihnen vor diesem Hintergrund ihre Anschuldigung, Belästigungen und Missbrauch seien in der Oper an der Tagesordnung, nicht eigenartig vor? Nicht zufällig stellen sie die positive Nachricht klein ans Ende des Artikels. Das ist extrem tendenziös und nicht sauber bewertet. Das Votum der Beschäftigten spricht für mich eine deutliche Sprache.
  • Kommentar von Konrad Pfister  (Konrad Pfister)
    Jeder vierte, also 25%, werden schikaniert oder bevorzugt, aber 88% lieben es. Merkwürdig.
    1. Antwort von Alexander Peutz  (Zico)
      Das ist gar nicht so merkwürdig wenn Sie bedenken, dass die Arbeitswelt dieser Menschen im Kunstbetrieb derart auf sich selbst bezogen, hermetisch und redundant ist, dass es gar nicht möglich scheint aus diesem zutiefst chauvinistischen Prinzipien und Traditionen auszubrechen und sich etwas anders vorzustellen. Das subventionierte Stadt oder Staatstheater ist überholt und mit seinen altertümlichen Hierarchien nicht mehr zu retten. Es braucht mehr Unterstützung für kleinere Kunsttreibende. LG
  • Kommentar von Stefan Karrer  (Pepi1)
    Ein Skandal was da passiert und das in der Schweiz! Was ich noch viel schlimmer finde ist, dass es noch viel mehr Betriebe und Institutionen gibt wo der Machtmissbrauch und Belästigungen täglich stattfinden. Super liebe Wirtschaft und Politik, weitermachen so und die Ausbeutung der Arbeitnehmer vorantreiben, so dass die Managements und Aktionäre die Portmonnais und Kontos gefüllt haben.