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Schule zuhause - Bildungsdirektor Marcel Schwerzmann, welche Note geben Sie?
Aus Regionaljournal Zentralschweiz vom 15.10.2020.
abspielen. Laufzeit 04:51 Minuten.
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Umfrage zum Fernunterricht Nur wenige Schülerinnen und Schüler lernen zuhause besser

Alleine zuhause büffeln, statt mit Kolleginnen und Kollegen im Schulzimmer: Vor den Sommerferien war das für die Schülerinnen und Schüler die Realität. Nicht alle kamen gleich gut damit zurecht, das zeigt eine gross angelegte Umfrage, die der Kanton Luzern durchführen liess. Laut dem Kanton die einzige solche in der Schweiz.

Besser lernen? Eher nicht

Interessant sind etwa die Einschätzungen zur schulischen Leistung. Nur etwa 15 Prozent der Schülerinnen und Schüler fanden, sie seien dank des Unterrichts zuhause besser gewesen als im Normalunterricht. Noch kritischer beurteilen es die Lehrpersonen: Sie schätzen, dass sogar nur gerade 4 Prozent ihrer Schülerinnen und Schüler besser geworden seien.

Auf der anderen Seite der Skala sind die, die befanden, ihre Leistung habe nachgelassen. Da sind es in den unteren Altersklassen über 20 Prozent, bei den Kantischülerinnen und -schülern sogar über 40 Prozent.

Dass einige mit dem Fernunterricht Mühe bekundeten, ist für den Luzerner Bildungsdirektor Marcel Schwerzmann kein Grund zur Sorge: «Auch im Präsenzunterricht gibt es gewisse Schüler, die nicht mitkommen.»

Er zieht im Grossen und Ganzen eine positive Bilanz: «Es hat sehr gut funktioniert.» So habe sich gezeigt, dass die meisten Schulen technisch gut ausgerüstet und dass die Schülerinnen und Schüler in der Lage seien, selbstständig zu arbeiten, «die kleineren natürlich mit Unterstützung der Eltern.»

Und tatsächlich: Über alles hinweg gaben knapp 80 Prozent der befragten Schulkinder, Lehrpersonen und Eltern an, sie seien mit dem Fernunterricht zufrieden gewesen. Eines aber wird auch deutlich: Die Schule ist längst nicht nur ein Lernort. Denn auf die Frage, was am meisten Mühe bereitet habe, schwingt eine Antwort klar oben aus: die fehlenden sozialen Kontakte. Diese bemängelten rund zwei Drittel der Schülerinnen und Schüler.

Was hat gefallen? Mehr Freizeit!

Und was ist besser am Unterricht zuhause als im Schulzimmer? Wovon konnte man während der Lockdownzeit profitieren? Hier zeigen sich besonders grosse Unterschiede: Die Lehrpersonen betonen, sie hätten gelernt, besser mit digitalen Tools umzugehen – die Schülerinnen und Schüler dagegen freuten sich vor allem über zeitliche Flexibilität und ... über mehr Freizeit.

Startschuss für eine digitale Schulzukunft?

Für den Luzerner Bildungsdirektor Schwerzmann ist klar: Die Schule soll von den neuen Erfahrungen profitieren und künftig mehr auf digitale Inhalte setzen. Vonseiten der Lehrerschaft kommen da allerdings grosse Bedenken: «Es ist für uns schwierig nachzuvollziehen, dass ein Modell eingeführt werden soll, welches nachweislich einen beträchtlichen Teil der Schülerinnen und Schüler mit gravierenden Defiziten zurückgelassen hat», sagt etwa Markus Elsener, Präsident des Luzerner Mittelschullehrerverbandes.

Bildungsdirektor Marcel Schwerzmann beschwichtigt: «Es geht nicht darum, dass Lehrpersonen künftig Fernunterricht machen müssen, sondern darum, digitale Unterrichtsformen zu fördern.» Das käme seiner Meinung nicht nur den Schülerinnen und Schülern zugute, sondern auch den Lehrpersonen. «Es sollte ihnen am Schluss nicht mehr Aufwand, sondern Erleichterungen bringen.»

Regionaljournal Zentralschweiz, 15.10.2020, 12:03 Uhr;

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14 Kommentare

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  • Kommentar von Alex Volkart  (Lex18)
    Dass es mit dem Fernunterricht happert ist verständlich, da es ausserhalb der Schule viel mehr Versuchungen gibt. Gleichzeitig ist es ideal um Eigendisziplin zu lernen. Könnte manchem Erwachsenen auch nicht schaden.
  • Kommentar von Thirza Schneider  (thikoyales)
    Trotz des irreführenden Titels ist es ja durchaus erfreulich, dass über 70% der Kinder und Jugendlichen im Fernunterricht gleich gut oder sogar besser lernten als in der Schule! Ich habe persönlich sechs externe Kinder im Fernunterricht betreut, da es zu Hause aus verschiedenen Gründen nicht klappte. Es war eine intensive, aber auch bereichernde Zeit, und ich konnte den Kindetn helfen, in dieser Zeit neben den Schulaufgaben auch noch etliche Lücken im Schulstoff aufzuarbeiten.
  • Kommentar von Hans Peter  (Byron)
    Schulschliessungen sind meiner Ansicht nach die unsozialste Massnahme der Coronakrise. Letztendlich vergrössern sie den Unterschied zwischen den Gesellschaftsschichten, welche in prekären finanziellen und sozialen Verhältnissen leben und denn gut Situierten. Wer z.B. dank homeoffice seine Kinder beim homeschooling unterstützen kann ist sehr privilegiert und hat gut reden. Viele Niedrigverdiener arbeiten zu 100% auswärts, die Wohnverhältnisse sind prekär, es fehlen Sprach- und Wissenskenntnisse.
    1. Antwort von Andrin Stucki  (AndrinStucki)
      Ich finde auch, dass man die Primar und Sekundarschulen nicht mehr schliessen sollte aber ich denke alle anderen Schulen darüber könnte man wieder runterfahren, da diese Schüler meines Erachtens genug alt sind um selbständig zu lernen und Aufgaben erledigen.
    2. Antwort von Hans Peter  (Byron)
      @Andrin Stucki: absolut mit Ihnen einverstanden, mein post bezog sich haupts. auf die von Ihnen erwähnten Schulstufen. Wenn es je wieder zu einer kompletten Schulschliessung kkmmen sollte, müssten für die von ir erwähnten benachteiligten Schichten echte Alternativen angeboten werden. Dies könnten organisierte Lerngruppen o.ä. sein. Die Zeit in der Schule ist für einige die Zeit des Tages, in welcher es für sie eine geordnete und kontrollierte Tagesstruktur gibt. Und nB: ich spreche von der CH.