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Post lässt die Briefkasten-Steckschilder sukzessiv verschwinden
Aus Espresso vom 17.02.2021.
abspielen. Laufzeit 04:18 Minuten.
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Umrüsten bei der Post Steckschild ade: Der Hausservice der Post wird digital

Die Post sammelt bei Kunden des Hausservice die Steckschilder ein und verweist sie auf den digitalen Weg.

In abgelegenen Dörfern ohne Poststelle bietet die Post den sogenannten Hausservice an. Wenn die Kundinnen und Kunden an ihrem Briefkasten ein weiss-gelbes Steckschild befestigen, klingelt der Pöstler und man kann bei ihm unter anderem Pakete aufgeben, Briefmarken bestellen oder Zahlungen tätigen.

120'000 Haushalte sind schon «umgerüstet»

Diese analoge Lösung wird nun abgeschafft. Die Post hat schon im letzten Herbst damit angefangen, sukzessive alle Steckschilder einzusammeln. Die betreffenden Kundinnen und Kunden erhalten die Info: «Der Hausservice wird weiterentwickelt» - die Dienstleistung werde digital, neu müsse man sie online via Handy, Tablet oder PC vorbestellen oder via einen Bestellstift. Man habe bereits 120'000 Haushalte «umgerüstet», 280'000 würden in den kommenden Monaten folgen, erklärt Erich Götschi, Mediensprecher der Post, im SRF-Konsumentenmagazin «Espresso».

Die Post darf jene Leute nicht vergessen, die nicht über digitale Mittel verfügen.
Autor: «Espresso»-Hörer

«Die Post hat doch auch eine soziale Aufgabe»

Das irritiert unter anderem einen «Espresso»-Hörer aus dem Fricktal. In seinem Dorf soll die Umstellung per Anfang März erfolgen. Er kenne aber ein paar ältere Leute, die weder über Handy, PC oder Tablet verfügten, gibt er zu bedenken: «Die Post hat doch auch eine soziale Aufgabe.» Sie dürfe jene Leute nicht vergessen, die nicht über digitale Mittel verfügten.

Telefon oder Bestellstift als Alternativen

Der Post-Sprecher beruhigt: Auch an jene Kundinnen und Kunde habe man gedacht. Sie können den Hausservice auch telefonisch beim Kundendienst (Contact Center) anfordern. Oder mittels einem sogenannten Bestellstift – den man auch telefonisch bestellen kann, wenn man mit dem Internet nicht zurechtkommt.

Den Hausservice kann man auch telefonisch oder mittels einem sogenannten Bestellstift anfordern.
Autor: Erich GötschiMediensprecher Post

Dieser Bestellstift erinnert an die sogenannten Tiptoi-Stifte für Kinder. Nebst einer Anleitung erhält der Kunde auch eine plastifizierte Karte mit Symbolen zu den angebotenen Dienstleistungen. Dann muss man nur noch das entsprechende Symbol antippen und die Bestellung sollte automatisch ausgelöst werden. Der Pöstler wird dann bei seiner nächsten Tour beim Kunden klingeln.

Dass man den Hausservice neu vorbestellen müsse, habe für die Postangestellten den Vorteil, dass sie ihre Touren besser planen könnten: «Wir gewinnen so Zeit und verhindern Leerfahrten», so Götschi. Die Dienstleistung bleibt wie bis anhin kostenlos.

Espresso, 17.02.2021, 08:13 Uhr

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8 Kommentare

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  • Kommentar von Beat R. von Wartburg  (Beat R. von Wartburg)
    Die Arbeit wird auf den Kunden abgeschoben, dafür wird dann die Leistung verteuert. Wieso kommt mir das bekannt vor?
  • Kommentar von Patrik Müller  (P.Müller)
    Kann ich auch als Postkunde digital werden? Wenn es denn einmal mit einer Zahlung "nicht klappt" ist einfach etwas beim neuesten up date oder so falasch gelaufen - Pech gehabt.
    Corona brüllt nach Zusammenhalten, Zusammenstehen, gemeinsame Werte beachten, soziale Rücksichtnahme, Solidarität mit den Schwächsten und bla bla bla. Aber laufend wird einem Technik aufgedrückt (nicht nur bei der Post) die genau das Gegenteil bewirkt und verstärkt.
    Die Zukunft wird spannend :-(
  • Kommentar von Hannes Zubler  (Zubi)
    Ich finde die Anpassungen zur digitalen Struktur okay, aber die Post zeigt vermehrt ihr Unkönnen, dies kundengerecht umzusetzen. Es sieht oft wie Hauruckübungen aus, die nicht geplant waren. Andere Anbieter informieren langfristig im Vorfeld, möchten via Zusatzgebühren überzeugen etc. Die Post haut einfach mit dem Hammer drauf. Sorry, no go!