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Umstrittenes Anwerben Klimastreiks als Rekrutierungsplattform für Junge Grüne?

Die Jungpartei wirbt bei den Klimastreiks erfolgreich um Neumitglieder. Das passt nicht allen.

Legende: Audio Klimastreik: Junge Politiker in der Zwickmühle abspielen. Laufzeit 01:50 Minuten.
01:50 min, aus HeuteMorgen vom 01.02.2019.

Die Grüne Partei Schweiz will den Klimastreik nicht vereinnahmen – obwohl das Klima ein Kernthema der Partei ist. «Es ist eine Bewegung, die von den Jungen für die Jungen ist. Und das muss so bleiben», sagt die Vizepräsidentin der Partei und Genfer Nationalrätin Lisa Mazzone.

Es ist eine Bewegung von den Jungen für die Jungen. Und das muss so bleiben.
Autor: Lisa MazzoneNationalrätin der Grünen

Die Grünen würden die parteipolitische Unabhängigkeit der Bewegung respektieren, zwar mitdemonstrieren, aber nicht erkennbar auftreten. «Ich würde sagen, dass es unangemessen wäre, mit Parteifahne oder grünen T-Shirts zu demonstrieren», sagt Mazzone. Gesprächsbereit für Interessierte sei die Partei aber.

Nationalrätin Lisa Mazzone
Legende: Die grüne Nationalrätin Lisa Mazzone fände Symbole ihrer Partei bei den Schülerstreiks unangemessen. Keystone

Junge Grüne beteiligen sich

Näher bei den Klimastreiks sind Jungparteien wie die Juso. Der Jungfreisinn betrachtet den Klimastreik aus der Ferne. Sehr nah sind hingegen die Jungen Grünen. Zwar seien auch sie als Partei nicht sichtbar, sagt Co-Präsidentin Maja Haus, «wir haben aber unsere Mitglieder aufgerufen, in der ganzen Schweiz an diesen Protesten teilnehmen». Man werde dabei sicher auch mit den Leuten vor Ort ins Gespräch kommen.

Es ist offiziell erlaubt, dass man an diesen Demonstrationen Flyer verteilt.
Autor: Maja HausCo-Präsidentin Junge Grüne

Junge Grüne helfen bei der Organisation der Demonstrationen, mobilisieren und verteilen Flyer ihrer Partei unter den jungen Menschen auf der Strasse. «Es ist offiziell erlaubt, dass man an diesen Demonstrationen Flyer verteilt. Es ist auch sehr wichtig, dass die jungen Menschen wissen, an wen sie sich wenden können, wenn sie sich auch politisch dafür interessieren.»

Den Klimastreik müsse man auch für allfällige Parteibeitritte nutzen, sagt Haus. Sie zählt bei den Jungen Grünen in diesem Januar rund 100 Neumitglieder – «etwa dreimal mehr als in einem normalen Monat».

Demonstrierende Schüler in Zürich
Legende: Hunderte Schüler streikten in den letzten Wochen, um fürs Klima zu demonstrieren. Keystone

Anwerbung von Neumitgliedern umstritten

Das Anwerben scheint also zu funktionieren, ist aber umstritten. Jonas Kampus – Mitglied der JUSO und einer jener Köpfe, welcher den Klimastreik der Schülerinnen und Schüler in Gang gesetzt haben – richtet aus: Die Demos als Rekrutierungsplattform zu nutzen, fände er daneben.

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35 Kommentare

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  • Kommentar von Charles Grossrieder (View)
    Sicher positive von den Jungen; traurig aber, dass es so weit kommen muss und die bezahlten Politiker und die Wirtschaft sich von Jugentlichen ihrer Verantwortung bewusst werden lassen muessen. Man streikt normalerweise um Druck auf den Arbeitsgeber zu machen und was rauszuholen. Denke, das trotz der positiven Aktion die Jungen gegen sich selber streiken, den von den Schulen ist nichts raus zu holen und sie sind nicht fuer Klima verantwortlich. Der verpasste Unterricht schaded nur dem Lernenden.
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  • Kommentar von U. Salzmann (pfefferusalz)
    Vorbildlich wie sich die jungen Leute für ihre Zukunft einsetzen. Wäre es an einem schulfreien Tag, würde wohl niemand das Thema ernst nehmen.
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    1. Antwort von Marlies Artho (marlies artho)
      U.S. wieso glauben Sie denn,dass an Schulfreientagen diese Aufmerksamkeit fehlen würde?Schulschwänzen finde ich persönlich weniger Vorbildlich,da die Regeln (Gesetze) doch eingehalten werden sollten,oder etwa nicht. Dass sich jugentliche Sorgen machen ist das eine. Was gedenken nun die jugendlichen in die Tat umzusetze,um die Welt zu retten? Streicken ist dem Klima nicht gedient,müssten nicht auch Ideen kommen?Es wurde für den Klimaschutz schon einiges getan. Jedoch braucht alles seine Zeit.
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  • Kommentar von Marlies Artho (marlies artho)
    Das verständnis für die Jungen Menschen betreffend Klimawandel lösst bei mir irgendwie unverständnis aus, da sie nicht an Schulfreientagen auf die Strasse gehen. Wer die Gestze im allgemeinen ernst nehmen will, weiss, dass es in der Schule Regeln (Gesetze) gibt.So wird mehr über Schulschwänzen geredet,es macht eher unglaubwürdig. Wenn man etwas Fordert, sollte man bereit sein, an freien Tagen mit Überzeugung zu Demonstrieren, dies käme bei einigen eventuell glaubwürdiger an.
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