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Umtauschfrist für Banknoten Altes Geld soll auch künftig wertlos sein

Legende: Audio Alte Banknoten sollen nicht ewig gültig bleiben abspielen. Laufzeit 01:38 Minuten.
01:38 min, aus HeuteMorgen vom 27.11.2018.

Was hat der Ständerat entschieden? Der Ständerat folgt seiner Kommission und will die geltende Umtauschfrist für Banknoten nicht aufheben. Der Bundesrat hatte vorgeschlagen, die Frist von 20 Jahren aufzuheben.

Was will der Ständerat? Er folgt dem Vorschlag der zuständigen Ständeratskommission (WAK-SR). Demnach soll die Frist beibehalten werden, aber der Gegenwert der nicht umgetauschten Noten soll von der Schweizerischen Nationalbank (SNB) anders als heute verteilt werden. Ein Fünftel davon soll neu noch an den Fonds Suisse gehen, der Rest zu einem Drittel an den Bund und zu zwei Dritteln an die Kantone. Heute geht der ganze Gegenwert der nicht umgetauschten Noten an den Fonds Suisse. Dieser hilft bei nicht versicherbaren Elementarschadenereignissen.

Erdrutsche, Frostschäden, Hochwasser

Die Frostschäden im Jahr 2017, das grosse Hochwasser im Jahr 2005 und viele andere kleinere Schäden wurden in den letzten Jahren von Fonds Suisse gemildert, wie dessen Geschäftsführer Daniel Arni sagt. Auch beim Bergsturz in Bondo 2017 habe der Fonds zusammen mit Institutionen aus dem Kanton Hilfe geleistet. Wenn nun – wie der Bundesrat vorschlägt – der Gegenwert der nicht umgetauschten Banknoten nicht mehr an den Fonds gehen würde, «würde es für den Fonds sehr schwierig, bei ausserordentliche Ereignissen weiterhin substanzielle Hilfe zu leisten», so Arni.

Wieso möchte die Landesregierung die Umtauschfrist aufheben? Der Bundesrat erachtet die Umtauschfrist von 20 Jahren als nicht mehr zeitgemäss. Die Aufhebung der Frist würde bedeuten, dass niemand mehr im Besitz alter Geldscheine wäre, die ihren Wert verloren haben und nicht eingetauscht werden könnten. Damit wären die Noten ab der sechsten Serie, die ab 1976 ausgegeben wurden, unbegrenzt umtauschfähig. Als Zahlungsmittel können sie aber so oder so sechs Monate nach dem Rückruf der Serie nicht mehr verwendet werden.

Wie ist es bei anderen Währungen? International häufig gehandelte Währungen kennen keine Umtauschfrist, insbesondere der Euro, der US-Dollar und das britische Pfund.

Was wären die Folgen der Aufhebung? Der Fonds Suisse, der bei nicht versicherbaren Elementarschäden bis anhin finanzielle Hilfe leistete, bekäme von der SNB kein Geld mehr. Aus Sicht des Bundesrates könnte der Fonds seine Leistungen aber künftig aus seinen Kapitalerträgen finanzieren.

Wie geht es weiter? Definitiv entschieden ist noch nichts. Der Nationalrat muss noch über diese Frage entscheiden. Folgt der Nationalrat dem Ständerat, erhält der Fonds Suisse noch einen Fünftel der bisherigen Erträge.

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6 Kommentare

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  • Kommentar von Jürg Häusermann (Ebenda)
    Das ist nicht in Ordnung. Das Geld wurde von der SNB herausgegeben! Mit diesem Geld wurden Werte erarbeitet. Eine Wertloserklärung ist Enteignung der Inhaber, oft ältere Leute, die wenig darüber wissen! Es wird einfach dem Staat und einem ohnehin reichen Fonds zugeschanzt. Mit gutem Grund agieren andere Zentralbanken anders.
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    1. Antwort von W. Pip (W. Pip)
      nach 20 Jahren soll es an jemandem vorbeigegamgen sein, dass neue Banknoten im Umlauf sind und die alten umgetauscht werden sollten? oder geht es ihnen um die leute, welche vermögenswerte im zwischenboden des kleiderschranks vergessen? ich bitte sie...
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  • Kommentar von Rolf Künzi (Unbestimmt)
    Hier sind wir wieder tief im philosofischen Wissen um die Geldtheorie über die nie öffentlich diskutiert wird. Rückblickend hat nicht nur die Finanzindustrie zuviel Geldpolitische Macht sondern auch Staatsnahe sozialgläubige Systeme, die aber immer auch - genauso wie die Privatbanken - den Akteuren der jeweiligen Ideolgie zuviel Handlungsspielräume lässt. Die Lösung: Wirklich gute Geldtheoretische Diskussionen und ein Wettbewerb der Währungen, die Ideologisch komplementär sein müssen.
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  • Kommentar von b. glaset (glaset)
    Einmal mehr, der Bürger und Steuerzahler, der für die Kosten der Politiker aufkommt wird abgezockt! Eine Frechheit sondergleichen. Das ist Einziehen von Volksvermögen! Stoppt endlich diese Wahnsinnspolitik.
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