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Für die «WOZ»-Redaktion gibt es so viel zu tun wie eh und je
Aus SRF 4 News aktuell vom 24.04.2020.
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Unabhängig von Inserenten Die «WOZ» legt in der Krise zu

Viele Medien mussten Kurzarbeit anmelden. Die linke Wochenzeitung trifft der Inserate-Einbruch dagegen kaum.

Während viele Medienunternehmen unter einem massiven Rückgang bei den Inseraten im Zuge der Corona-Krise leiden und auf Kurzarbeit umstellen mussten, sieht es für die linke Wochenzeitung «WOZ» besser aus. Seit Langem setzt sie vor allem auf Abonnentinnen und Abonnenten und ist deshalb weniger von der Werbung in ihrem Blatt abhängig als andere Medien.

Alle Artikel frei zugänglich

Nach dem Lockdown in der Schweiz hat die «WOZ» sogar ihre Paywall geöffnet, alle Artikel können seither auch von Nicht-Abonnentinnen und Abonnenten gratis gelesen werden. «Die ‹WOZ› wird normalerweise in Bars, Restaurants oder Bibliotheken gelesen», begründet Co-Redaktionsleiterin Silvia Süess den Schritt. «Weil diese Institutionen geschlossen sind, könnten unsere Leserinnen und Leser die Zeitung sonst nicht mehr lesen.»

Die Reaktion auf die Öffnung der Paywall für alle sei allgemein positiv aufgenommen worden – auch von den Abonnentinnen und Abonnenten, die ja weiterhin für die Zeitung bezahlen. Neben einer Verdoppelung der Anzahl Besucher auf der «WOZ»-Website seien die Zahl der Probeabonnements gestiegen und mehr Spendengelder hereingekommen, sagt Süess. «Die Solidaritätswelle unserer Leserinnen und Leser ist wirklich sehr gross.»

Kurzarbeit ist kein Thema

Zwar spüre auch die «WOZ» den Inseraterückgang im Zuge der Corona-Krise. Doch das habe weniger Auswirkungen als bei anderen Medientiteln, sagt Süess. Man sei zu 80 Prozent durch die Leserinnen und Leser finanziert, die Inserate würden nur gut zehn Prozent der Finanzierung ausmachen. «Natürlich ist es nicht erfreulich, wenn die wegfallen. Aber es hat viel weniger starke Auswirkungen als für ein Medium, das sich ausschliesslich durch Inserate finanziert.»

Entsprechend sei der redaktionelle Teil in der «WOZ» seit Beginn der Viruskrise Mitte März auch nicht abgespeckt worden. «Im Gegensatz zu vielen anderen Journalistinnen und Journalisten gibt es für uns genug zu tun», so Süess. Deshalb sei Kurzarbeit kein Thema.

SRF 4 News aktuell, 24.04.2020, 06:47 Uhr;

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10 Kommentare

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  • Kommentar von Astrid Meier  (Swissmiss)
    Auch die „Republik“ dürfte zugelegt haben. In Krisenzeiten ist man dankbar, für unabhängige Recherchen, auch wenn man nicht immer mit allem einverstanden ist. Beide Medien funktionieren zudem weitgehend ohne Werbung.
    1. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Astrid Meier: Das ist toll. Es ist aber nur ein begrenztes Publikum bereit, für solche unabhängige Recherchen genügend zu bezahlen, so dass für diese Blätter der Wald auch nicht in den Himmel wachsen wird.
  • Kommentar von Eric Cerf  (Alpenjonny)
    Tja, so ist das eben mit der WOZ! Bin zwar nicht immer mit allen Artikeln einverstanden, besonders wenn es um Lufschlösser und abstruse Ideen geht. Aber Denkanstösse und gescheite Vorschläge um unser krankes, kapitalistisches Gesellschaftsmodell zu verbessern, lese ich immer mit grossem Vergnügen. Die meisten herkömmlichen Tageszeiten, taugen nichts, Schuss in den Ofen. Weil die von Inserenten total abhängen, deshalb. Wes Brot ich ess, des Lied ich sing.. Frei nach Karl Marx-oh Gott!
  • Kommentar von Florian Kleffel  (Hell Flodo)
    Womit bewiesen wäre: Sogar ökonomisch sind die Linken den Rechten langfristig gesehen überlegen. (Solange sie keine verrückten kommunistischen Ideen haben, sondern auf nachhaltiges Wirtschaften statt neoliberalem Fokus auf Quartalszahlen setzen.) Wobei das ja schon seit spätestens 2008 offensichtlich ist.
    1. Antwort von Patrik Schaub  (Kripta)
      Gratulation! Ihr seid einfach die Besten.
    2. Antwort von Halbeisen Charles  (chh)
      Ich kaufe auch ab und zu die WOZ. Aber dass dir Linke okonomisch überlegen sei, ist übertrieben. Was es sicher braucht, ist mehr Gerwchtigkeit im Handel.
    3. Antwort von Beat Kessler  (KLERUS)
      Ich feire sie gerade..;) Ich schrieb vor Jahren, dass die SP eher eine staatstragende Partei ist, als jene Bürgerlichen die den Staat schon bald krank gespart haben. Die Reaktionen darauf waren herrlich! Mit freundlichen Grüßen
    4. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Florian Kleffel: Das kann ich so nicht mitunterschreiben. Ich, und vermutlich noch ein paar andere, bezahle für das NZZ-Abo auch über Fr. 800.-- pro Jahr, damit ich zusätzliche Recherche und Hintergründe erhalte und nicht vom Schnellfutter 20 Minuten und so leben muss. Aber sei es links oder rechts. Das Potential nach oben ist begrenzt. Die zahlenden Kunden werden tendenziell immer weniger.
    5. Antwort von Fabio Skalpell  (Fabio Skalpell)
      Herr Leu, die Ideologie der Reichen und Mächtigen mit dem Löffel gefüttert, direkt von der Quelle für nur 800 Franken im Jahr. Das ist ja mal ein Deal!
    6. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Fabio Skalpell: Ich glaube da ist selber ein Stück Ideologie in Ihrer Aussage. Vielleicht lesen Sie einfach mal eine NZZ durch. Wenn Sie dann noch das gleiche in der WOZ lesen, können Sie sich selber ein gutes Bild machen.