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«Fässler-Jass» heissen die neuen Spielkarten
Aus Regionaljournal Zürich Schaffhausen vom 27.10.2020.
abspielen. Laufzeit 05:11 Minuten.
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Under, Ober, Fässler... Zürcher erfindet den Jass neu

Das Jasskarten-Set von Daniel Fässler hat 62 Karten und lässt sich zu sechst spielen. Nicht alle haben Freude daran.

Daniel Fässler jasst fürs Leben gern. «Ein wunderschönes Spiel, das kreativ macht», sagt der Kommunikationsprofi aus Uster. Während der Corona-Zwangspause im Frühling hat er sich zusammen mit Grafiker Jens Riedweg aus Baar eine neue Jass-Variante überlegt: Den «Fässler-Jass». Auf den ersten Blick sehen die Karten aus wie ganz normale Deutschschweizer Jasskarten.

Allerdings: Ein Set besteht aus 62 Karten – statt aus 36 – und lässt sich so auch zu sechst spielen; ohne dass zwei Sets zusammengemischt werden müssen. «Wir haben es so weiterentwickelt, dass damit etwa ein Schieber gejasst, aber auch andere Spiele, wie etwa Poker, gespielt werden können», erklärt Fässler.

Neues Jasskartenset von Daniel Fässler
Legende: zvg (Montage SRF)

«Man muss den Stil genau treffen»

Die Zusatzkarten, wie etwa der «Fässler», forderten den Gestalter Jens Riedweg heraus. «Wenn man etwas so Bekanntes wie Jasskarten um neue Karten ergänzt, muss man genau den Stil treffen, sonst stört das Neue», sagt er. Und zeigt auf grosse Papierbögen vor sich. Darauf die Ur-Jasskartenbilder, entworfen von Jakob Peyer in den 1870er Jahren.

Jens Riedweg hat die Originale bereits vor einigen Jahren mit grosser Sorgfalt digital neu illustriert und vertreibt die Karten über eine Webseite. Für den neuen «Fässler-Jass» hat der Grafiker den bestehenden Farben Schälle, Schilte, Rose und Eichle die Zahlen eins bis fünf und zwei Joker (Wilhelm Tell und Helvetia) sowie die Fässler-Karte zur Seite gestellt.

Jass: Wer hat's erfunden?

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Erfunden haben das Spiel die Holländer. Protestantische Söldner brachten die Jasskarten noch vor 1800 in die Schweiz. Schriftlich erwähnt wird das Spiel zum ersten Mal 1796. Vier Schaffhauser Jasser werden vom Pfarrer verzeigt und müssen vor dem Rat antraben. Das Spiel kennt ein französisches und ein deutsches Blatt und besteht aus 36 Karten. Die in den 1870er Jahren von Jakob Peyer erfundenen Deutschschweizer Karten mit Schellen, Rosen, Schilten und Eicheln sind in ihrem Erscheinungsbild noch immer gleich, wurden aber 2017 vom Schweizer Grafiker Jens Riedweg digital überarbeitet.

Die Karten lassen die beiden Jass-Fans in der Schweiz drucken und verkaufen sie für 15 Franken pro Set. Ein Vielfaches von dem, was Grossverteiler für ein Set Jasskarten verlangen, das im Ausland gedruckt wurde (ca. 1.50 CHF).

Kritik vom Jass-Profi

Hans-Ulrich Schwander findet den Preis des «Fässler-Jass» gerechtfertigt, eben weil sie «Made in Switzerland» sind. Aber sonst sieht der Jass-Profi aus Uster die neuen Karten kritisch. «Zum Zählen ist es furchtbar kompliziert», sagt Schwander, der pro Jahr 30 Jass-Turniere organisiert und das Spiel mit Kollegen getestet hat. «Man muss zum Beispiel noch diesen Fässler dazu zählen, der Extrapunkte gibt», so Schwander.

Zur Kritik der eingefleischten Jasser sagt Erfinder Fässler: «Es ist wirklich simpel, aber man muss halt die Spielregeln lesen.» Seine Jass-Variante erfordere ein Umdenken bei den Spielern.

Regionaljournal Zürich Schaffhausen, 23.10.20, 17:30 Uhr;

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11 Kommentare

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  • Kommentar von Hanspeter Flueckiger  (Hpf)
    Es gibt nichts Neues unter der Sonne. Wie oft wurde der simple und einfache Jass inkl. Karten verschlimmert? Der Fässler scheint ja spannend zu sein, aber ...
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  • Kommentar von Tobias Weyermann  (tobias1962)
    Wir haben die Jasskarten bereits in der Familie ausprobiert. Hat überraschend viel Spass gemacht und das Zählen ist auch sehr einfach.
    Jedoch werde wir uns auch die französische Version bestellen. Bei uns in Solothurn wird diese bevorzugt.
    Die Karten können übrigens auch für den ganz normalen Schieber mit 36 Karten verwendet werden.
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  • Kommentar von Michelle Eggenschwiler  (michelleeggenschwiler)
    Eine richtig coole Idee! Ich liebe es mit meinen Freunden zu jassen und wir freuen uns einmal etwas neues auszuprobieren. Ganz ehrlich jassen ist super aber den schlauen Köpfchen unter uns wird auch das traditionelle Spiel einmal zu langweilig. Und genau deshalb ist es so toll! Altes kombiniert mit Neuem. Für alle die weiterdenken, neue Herausforderungen wollen und nicht auf alten langweiligen Traditionen verharren ;)
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    1. Antwort von samuel mollet  (mollet_s)
      schon mal sidi barani probiert ?
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