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Unerwünschte Vertragsänderung Kaum mehr Speed für deutlich mehr Cash bei Swisscom

Swisscom erhöht bei einigen Internet-Abos die Geschwindigkeit. Bei den günstigeren Abos steigt der Preis dafür an.

Legende: Audio Swisscom: Kaum mehr Speed für deutlich mehr Cash abspielen. Laufzeit 05:11 Minuten.
05:11 min, aus Espresso vom 23.08.2018.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Swisscom erhöht bei den Internet-Abos «Internet S», «Vivo XS» und «Internet M» per Oktober die Geschwindigkeit. Bei «Internet M» ist das Upgrade kostenlos, bei den günstigeren Abos müssen die Kunden draufzahlen.
  • Wer den Aufpreis nicht zahlen will, muss sich über ein Internetformular oder beim Kundendienst aktiv abmelden, andernfalls tritt die Vertragsänderung nach zwei Monaten in Kraft.
  • Swisscom-Kunden erklären gegenüber dem SRF-Konsumentenmagazin «Espresso», sie würden nicht verstehen, dass sie sich aktiv gegen ein Angebot entscheiden müssen, das sie nicht bestellt haben.
  • Die ungewöhnliche Vorgehensweise ist laut der Swisscom intern breit diskutiert worden, mit allen Vor- und Nachteilen. Man habe sich dann dafür entschieden, weil man dafür sorgen wolle, dass Kunden «schnell und einfach» von der Änderung profitieren.
  • Dem Vorwurf, die Erhöhung von lediglich 10 Mbit/s sei minim, widerspricht Swisscom. Gerade wer ultra-hochauflösendes Fernsehen wolle, merke dies durchaus. Zudem sei es nun beispielsweise möglich, grosse Dateien schneller in die Cloud zu laden.

«Doppelte Geschwindigkeit: Schneller surfen dank Netzausbau» - mit diesem Titel einer Medienmitteilung versuchte die Swisscom, ihren Kunden gute Neuigkeiten zu überbringen. In einem Brief, der die Kunden nun erreichte, folgte für viele die Ernüchterung. Ein kleines Geschwindigkeits-Plus, jedoch für fünf oder sechs Franken mehr im Monat.

«Hinterhof-Taktik» und «Schlangenfänger-Trick»

Viele Swisscom-Kunden haben sich wegen des Briefes an die Redaktion von «Espresso» und «Kassensturz» gewandt. Sie ärgern sich vor allem darüber, dass sie aktiv werden müssen, wenn sie die schnellere Geschwindigkeit zum höheren Preis nicht wollen. Von «Hinterhof-Taktik» und «Schlangenfänger-Trick» ist die Rede. Eine Swisscom-Kundin erklärt, es sollte umgekehrt sein: Wer das Upgrade wolle, solle sich melden.

Swisscom-Sprecherin Sabrina Hubacher räumt ein, dass die Vorgehensweise intern breit diskutiert worden sei, mit allen Vor- und Nachteilen. Man habe sich dann zum Schritt entschieden, damit Kunden «schnell und einfach» von der Änderung profitieren könnten. Ausserdem könnten die Kunden die schnellere Geschwindigkeit während zwei Monaten gratis testen, bevor sie sich bezüglich des Upgrades entscheiden müssten. Wer wolle, könne das alte Abonnement behalten.

Kunden werden nicht getäuscht

Die Vermutung, dass viele Swisscom-Kunden die Information im Brief gar nicht zu Ende lesen und damit automatisch ein teureres Abo abschliessen, weist die Swisscom von sich. Die Information sowohl in der Medienmitteilung von letzter Woche als auch im Brief an die Kunden von dieser Woche sei klar und transparent, gerade was die Möglichkeit betreffe, das Angebot abzulehnen.

Swisscom verteidigt zudem die Erhöhung um lediglich jeweils 10 Mbit/s bei den beiden günstigeren Abonnementen. Die schnellere Geschwindigkeit sei durchaus spürbar, zum Beispiel werde dadurch ultra-hochauflösendes Fernsehen auf mehreren Geräten möglich. Das Unternehmen verweist auch darauf, dass dank schnelleren Hochlade-Geschwindigkeiten grosse Dateien wie Fotos und Videos viel schneller in die Cloud geladen werden könnten.

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51 Kommentare

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  • Kommentar von Felix Rothenbühler (Felix Rothenbühler)
    Wir wären ja schon froh, wenn Swisscom hier überhaupt 10 Mbit/s hoch brächte... Nun surfen wir halt etwas widerwillig bei der Konkurrenz mit 4G - bei einem dafür angemessenen Preis.
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  • Kommentar von T. H. Isaak (cuibono)
    Und dabei hält die Schweizerische Eidgenossenschaft 51% der Swisscom-Aktien. Es ist eine bodenlose Frechheit, wenn eine formal von Staat kontrollierte Firma sich solch fiese kapitalistische Spielchen mit ihren Eignern - uns Steuerzahlern - erlaubt! Das Management gehört ausgewechselt.
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  • Kommentar von Daniel Schmidlin (Queren life)
    Ein Tipp an Swisscom: Ihr hättet das teurere Abo billiger machen sollen und nicht das Billigere teurer. Aber auch die Swisscom leidet am Mangel guter Marketingfachleute. Meine Tipps sind wenigstens gratis.
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