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Alte Solothurner Buchen sind nun Naturerbe
Aus Regionaljournal Aargau Solothurn vom 29.07.2021.
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Unesco ehrt Schweizer Wälder Solothurner und Tessiner Buchenwälder sind neu Weltnaturerbe

Über 200 Jahre alt sind die Bäume auf dem Solothurner Bettlachstock. Nun sind sie durch die Unesco ausgezeichnet worden.

Die alten Buchenwälder auf dem Soloturner Bettlachstock und im Val di Lodano im Tessin gehören nun zum Weltnaturerbe. Die Unesco hat sie zusammen mit insgesamt zehn anderen Wäldern in Europa in die Liste aufgenommen. Auf dem rund 1300 Meter hohen Bettlachstock im Solothurner Jura gibt es Wälder mit über 200 Jahre alten Buchen – eine Seltenheit in Europa.

Der Buchenwald auf dem Bettlachstock ist bereits ein kantonales Naturreservat. Seit über 35 Jahren greift der Mensch dort nicht mehr ein, der Wald entwickelt sich vom Nutz- zum Urwald. Laut den Verantwortlichen beim Kanton Solothurn zeichnet sich der Buchenbestand oberhalb der Gemeinde Bettlach unter anderem durch seine Grösse aus. Zudem sei der Wald eine Verbindung vom Schweizer Mittelland zu den Buchenwäldern in Frankreich. Ausserdem sei die Landschaft geologisch einzigartig, weil zwei flankierende Bäche über die Jahrtausende durch Erosion einen «Inselberg» mit artenreicher Flora und Fauna geschaffen hätten.

Legende: Der Wald am Bettlachstock wird seit 35 Jahren nicht mehr bewirtschaftet. Die ältesten Bäume sind über 200 Jahre alt. zvg: Kaufmann und Bader

Zu den europäischen Buchenwäldern im Unesco Weltnaturerbe gehören neben Solothurner und Tessiner Wäldern solche in insgesamt 18 Ländern, vor allem in Osteuropa. Sie seien ein herausragendes Beispiel für ungestörte Buchenbestände, schreibt die UNO-Organisation auf ihrer Website.  Als ungestörte und komplexe Wälder in gemässigten Zonen zeigten diese Gebiete ein breites Spektrum an ökologischen Mustern und Prozessen, heisst es in der Begründung der UNO-Organisation weiter.

Unesco-Anerkennung war kein Selbstläufer

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Legende: zvg: Kaufmann und Bader

In einer Stellungnahme zeigt sich der Solothurner Regierungsrat sehr erfreut über die «globale Anerkennung» des Bettlachstockes als Weltnaturerbe. Zudem betont die Regierung die Planungsmassnahmen der letzten Jahrzehnte, welche zu dieser Ehre beigetragen haben. So sei nur durch zielgerichteten Landabtausch mit anderen Waldeigentümern über die Jahrzehnte ein grossflächiges Naturreservat im Besitzt des Kantons Solothurn entstanden.

Ausserdem habe sich der Kanton schon in den 70er Jahren dafür eingesetzt, dass der Bettlachstock als Teil der Weissensteinkette als national bedeutsam und schützenswert ins Bundesinventar der Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung (BLN) aufgenommen wurde.

Man nehme diese Auszeichnung nun auch zum Anlass neue Ideen zur Sensibilisierung der Bevölkerung und für die Umweltbildung rund um den Bettlachstock auszuarbeiten, heisst es weiter. Ziel sei ein sanfter Tourismus, beispielsweise mit einem Besucherzentrum oder der Integration des Bettlachstockes in Waldwanderrouten.

Entschieden über die Aufnahme der Schweizer Wälder ins Unesco Weltnaturerbe hat das Welterbekomitee anlässlich einer zweiwöchigen Sitzung in der chinesischen Stadt Fuzouh. Dem Komitee gehören 108 Mitglieder aus 20 Ländern an. Diese beraten über die Auszeichnung bedeutender Kultur- und Naturstätten auf der ganzen Welt. Insgesamt standen an der aktuellen Sitzung 26 Nominierungen für eine Aufnahme in die Liste des Weltnaturerbes an, wovon 15 nun anerkannt wurden.

Legende: Der bewaldete Bettlachtstock (links), daneben die Klippen der Wandflue im Solothurner Jura. SRF

Die Buchenwälder sind die vierte Weltnaturerbestätte in der Schweiz. Ebenfalls auf der Unesco-Liste sind die Region Jungfrau-Aletsch in den Alpen, die Tektonikarena Sardona in Glarus, Graubünden und St. Gallen sowie die Versteinerungen am Monte San Giorgio im Tessin.

Regionaljournal Aargau Solothurn, 28.07.2021, 17:30 Uhr;

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Willi Meier  (wm)
    Gibt es eigentlich auch noch irgend etwas, das NICHT UNESCO-Naturerbe ist?
  • Kommentar von Ueli von Känel  (uvk)
    Das sind gute Nachrichten! Das tut mir wohl angesichts des Gegenteils, wo ganze Landstriche wegen Neubauten verschandelt werden.
  • Kommentar von Ueli Lang  (Wochenaufenthalter)
    Also auf dem Bild ganz oben liegt vor allem mal eine Tanne quer. Das vorne rechts ist ganz sicher auch eine Tanne und das links wohl auch. Im Hintergrund des Bilds hat es rechts eine sehr eng stehende Tannengruppe. Ob die Laubbäume, die man sieht wirklich Buchen sind - schwierig zu erkennen. Aber das Gros der Bäume auf diesem Bild hat mit Buchen nichts zu tun. Warum verwendet man nicht das Bild vom 11.12.2016, auf dem sind schöne Frühlingsbuchen!