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Ungerechtfertigte Gebühr Apotheke straft Kunden fürs Bezahlen mit Debitkarte

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Aargauer Apotheke verlangt für Einkäufe unter 20 Franken einen Zuschlag von 40 Rappen, wenn mit Debitkarte bezahlt wird.
  • Solche Zuschläge sind nicht erlaubt, entsprechend erstaunt war eine Kundin, die für das Bezahlen mit ihrer Postcard mehr für ihre Medikamente bezahlen musste.
  • Der Apotheker begründet seine Praxis damit, dass immer billigere Medikamente die Margen schmelzen lassen.
  • Postfinance will gegen die Praxis der betreffenden Apotheke vorgehen.

Zuschläge auf Kreditkartenzahlungen werden fast nur noch von Onlineshops und Fluggesellschaften erhoben. Solche Gebühren wären eigentlich verboten: Die Wettbewerbskommission hatte in einer einvernehmlichen Regelung mit den Kartenherausgebern und den Verarbeitern entschieden, dass die Kartenfirmen die sogenannte «Nicht-Diskriminierungs-Klausel» wieder in ihre Regelwerke aufnehmen dürfen, damit Kunden nicht weiterhin für das Bezahlen mit Debit- oder Kreditkarte bestraft werden.

«Nicht schlecht gestaunt» hat deshalb eine Hörerin des SRF-Konsumentenmagazins «Espresso», die in der Apotheke in Gränichen für ihr Medikament 40 Rappen mehr bezahlen musste, weil sie mit der gelben Postcard bezahlt hat.

Postfinance «versteht Unmut von Kunden»

Diese Praxis sei nicht «üblich» und «nicht im Sinne des Erfinders», heisst es dazu bei Postfinance. «Dass Händler für Zahlungen mit der Postfinance Card eine zusätzliche Gebühr verrechnen, ist nicht in unserem Sinn und wir verstehen den Unmut von Kunden über diese Zusatzgebühren», erklärt Postfinance-Mediensprecherin Tatjana Guggisberg gegenüber «Espresso».

Gemäss Angaben der Postfinance bezahlt die Apotheke im konkreten Fall für die Transaktion der elf Franken eine Gebühr von 23 Rappen. 17 Rappen des vom Apotheker erhobenen Zuschlags blieben in diesem Fall beim Verkäufer. Beim Schweizerischen Apothekerverband Pharmasuisse hat man von dieser Praxis keine Kenntnis. Für Beanstandungen sei der Kartenanbieter zuständig.

Zu billige Medikamente als Gefahr für die Apotheken

Der für die Kartenzuschläge verantwortliche Apotheker, Lukas Korner, verteidigt seine Praxis. Zwar gebe es ab und zu Reklamationen, dennoch empfinde er diese Praxis als fair und besser, als grundsätzlich alle Medikamente zu verteuern.

Die bei vielen günstigen Medikamenten gesunkenen Preise hätten auch die Margen sinken lassen. Der Aufwand für Beratung, Infrastruktur und Kartenterminal sei hingegen ständig gestiegen. Lukas Korner, der auch Präsident des Aargauischen Apothekerverbandes ist, will an seiner Praxis festhalten.

Bei Postfinance dagegen will man der Zusatzgebühr einen Riegel schieben. Auch der Umgang mit Bargeld verursache Kosten, erklärt Tatjana Guggisberg. Wie man gegenüber der Apotheke in Gränichen eine Praxisänderung durchsetze, sei noch in Abklärung.

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