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Unhaltbare Zustände Berechtigte Kritik an Kita-Kette?

Schlechte Arbeitsbedingungen und unhaltbare Zustände bei der Kinderbetreuung? Ehemalige Mitarbeiterinnen der Kita-Kette Globegarden erheben schwere Vorwürfe. Das Unternehmen widerspricht.

Das Onlinemagazin «Republik» hat eine umfangreiche Recherche über die Kinderkrippen-Kette Globegarden publiziert. Darin werden von verschiedenen ehemaligen Mitarbeiterinnen massive Vorwürfe erhoben: Zu wenig Erzieherinnen für zu viele Kinder, zu wenig Essen für die Kinder, unerlaubte Lohnabzüge für Mitarbeiterinnen.

Auch SRF sprach mit einer ehemaligen Globegarden-Mitarbeiterin, die sich anonym äussert und die Kritik in weiten Teilen bestätigt: «Als ich den Artikel gelesen habe, dachte ich immer wieder, dass das bei mir auch so lief. Auch bei mir waren es oft zu viele Kinder und zu wenig Betreuerinnen. Die Gruppen waren zum Teil überfüllt.»

Das Kindeswohl wird immer höher gewichtet als ökonomische Kriterien.
Autor: Christina MairGeschäftsleiterin von Globegarden

Sowohl die Aussagen in der «Republik» wie auch die Aussagen der ehemaligen Mitarbeiterin gegenüber SRF lassen sich nicht überprüfen.

Die Geschäftsleiterin von Globegarden, Christina Mair, sagt gegenüber SRF, dass «das Kindeswohl immer höher gewichtet wird als ökonomische Kriterien. Selbstverständlich steht den Kindern genügend Essen zur Verfügung.» Viele der Globegarden-Kitas hätten ein Ernährungszertifikat. Und es kommen «Ernährungsberater in die Kitas und schulen die Teams in allen Bereichen, von den Budgets über die Einkäufe bis hin zur Essenszubereitung.»

Globegarden hält sich an behördliche Vorgaben

Auch die Kritik bezüglich unhaltbarer Zustände bei der Betreuung der Kinder weist die Geschäftsführerin zurück, die Stabilität des Personals geniesse hohe Priorität: «Wir halten uns strikte an die behördlichen Vorgaben. Bei Globegarden versuchen wir, den Mitarbeitenden gute Arbeitskonditionen, Weiterbildungsmöglichkeiten und Ausbildungsplätze zu bieten – auch wenn nun in den Medien das Gegenteil behauptet wird.» Allerdings räumt Globecare ein, dass es eine «herausfordernde» Aufgabe sei, jederzeit bei den 700 Mitarbeitenden die nötige Kontinuität herzustellen.

Studie zeigt personelle Unterbelegung

Die Herausforderungen bestätigt eine Kita-Personalstudie von 2015, die das Institut für Sozial- und Präventivmedizin der Universität Zürich im Auftrag des Sozialdepartements der Stadt Zürich verfasst wurde. Über 1000 Fachpersonen in den von der Stadt Zürich subventionierten rund 200 Kitas wurden befragt. Nur 20 Prozent gaben an, dass in ihrer Kita immer genügend Personal anwesend ist und rund die Hälfte der Befragten sagte, dass eine teilweise personelle Unterbelegung zum Teil oder sogar immer der Fall sei.

Rapahel Golta ist Vorsteher des Sozialdepartements der Stadt Zürich. Zu den konkreten Vorwürfen gegenüber der Kita-Kette Globegarden wollte er sich heute nicht mehr äussern. Dem Online-Magazin «Republik» sagte er, dass die Kitas von Globegarden in der Stadt Zürich nicht mehr Probleme hätten als andere. Und dass den «aufsichtsrelevanten Vorwürfen» nachgegangen werde.

Städtische Behörden haben kleinen Spielraum

Zum Vorwurf, dass in den Globegarden-Kitas ab und zu die Kinder nicht satt würden, erwiderte Golta, dass in der Kita seiner Kinder «das Essen nicht die überragende Eigenschaft war. Es ist nicht die gesetzlich vorgesehene Aufgabe der Krippenaufsicht, zu kontrollieren, ob die Kinder das Essen kriegen, das den Eltern versprochen wurde.»

Golta weist darauf hin, dass die städtische Aufsicht beschränkte Möglichkeiten habe, Kitas zu kontrollieren. «Es gibt aber Mindeststandards bezüglich Räumlichkeiten und Personalbestand. Wir machen die Erfahrung, dass die Mindeststandards sehr unterschiedlich gelebt werden. Die einen Kitas erfüllen sie, die anderen übertreffen sie.»

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11 Kommentare

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  • Kommentar von Kurt Kessler  (Kurt Kessler)
    Von einer Direktbetroffenen weiss ich, dass fehlende Stellen nicht besetzte werden (WIE AUCH?) Das Essen muss sie am Arbeitsplatz einnehmen, und die Kleinen füttern, ABER eine Std Pause!!! Bleibt was übrig isst sie es, muss aber voll bezahlen!
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  • Kommentar von jean-claude albert heusser  (jeani)
    Das "traurigste" an der ganzen Sache ist, dass das auf dem Buckel der Kleinsten geschieht!
    Geld scheffeln um jeden Preis, und wenn man noch die Kita Betreuungskosten in Betracht zieht welche die Eltern berappen müssen ist das eine "grosse Schweinerei"!
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  • Kommentar von Bendicht Häberli  (bendicht.haeberli)
    Der Zweibeiner ist mehrheitlich berechnend (nützt Gelegenheiten für persönliche Vorteile) und untolerant (nur eigene Ideologie zählt). Warum sollte diese Regel in Kitas nicht gelten:
    KUNDEN - LIEFERANTENBEZIEHUNGEN sind immer eine Gratwanderung zwischen geben und nehmen. In unserer Leistungsgesellschaft sind selbstlose Menschen krass in der Minderheit. Gleichwohl funktioniert die Schweiz besser als viele andere Länder. Und - ganz schwarze Schafe gibt es überall. Die meisten Kitas sind I.O.
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