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Zertifikatspflicht an der Uni Bern
Aus SRF 4 News aktuell vom 02.09.2021.
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Universität Bern «Klar ist die Zertifikatspflicht nicht für alle angenehm»

Als erste Schweizer Universität hat Bern eine Covid-Zertifikatspflicht eingeführt und die gilt für alle Aktivitäten, die an der Universität stattfinden, mit Ausnahme der Lehrveranstaltungen auf Bachelor- und Masterstufe. Markus Brönnimann, Verwaltungsdirektor der Institution, sagt, warum diese Regelung so erlassen wurde.

Markus Brönnimann

Markus Brönnimann

Verwaltungsdirektor der Universität Bern

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Brönnimann führt die Universitätsbibliothek, den Universitätssport und die Abteilungen Bau und Raum, Betrieb und Technik, Finanzen, Informatik sowie Personal der Universität Bern. Innerhalb der Universitätsleitung zeichnet er unter anderem verantwortlich für die Dienstleistungsbetriebe, die Vermögensanlagen, den Wissens- und Technologietransfer sowie das Risikomanagement.

SRF News: Was hat Sie bewogen, die Zertifikatspflicht einzuführen?

Markus Brönnimann: Wir versuchen als Institution, das Ansteckungsrisiko für die Angehörigen der Universität möglichst zu reduzieren. Als wissenschaftliche Institution möchten wir das mit wissenschaftlich erprobten Methoden oder auf deren Basis machen. Es ist klar, dass das nicht für alle angenehm ist. Aber es ist auch eine Abwägung zwischen den individuellen Bedürfnissen des Einzelnen und dem Schutz der Gesellschaft als Ganzes.

Es ist nicht so, dass wir Eintrittskontrollen haben oder dass eine Polizeipatrouille im Einsatz ist, sondern wir machen Stichproben und das in einem sehr vernünftigen Mass.
Autor:

Wie kontrollieren Sie das?

Wir setzen auf Vertrauen. Es ist nicht so, dass wir Eintrittskontrollen haben oder dass eine Polizeipatrouille im Einsatz ist, sondern wir machen Stichproben und das auch in einem sehr vernünftigen Mass.

Was passiert, wenn ein Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin sich nicht impfen lassen will und auch nicht Lust hat, sich jeden Tag testen zu lassen?

Da gibt es zwei Möglichkeiten. Die eine ist, dass dieser Mitarbeiter oder diese Mitarbeiterin im Homeoffice bleibt. Das erfolgt in Absprache mit den Vorgesetzten. Ich denke, es gibt es viele Aufgaben, wo das absolut möglich ist.

Es wird niemandem verunmöglicht, seine Arbeit machen zu können.
Autor:

Die andere Möglichkeit ist, dass dieser Mitarbeitende einfach mit der Maske an die Uni kommt, mit Maske in sein Büro geht, dort arbeitet und virtuell an Meetings teilnehmen muss, wenn dort die Zertifikatspflicht gilt. Es wird niemandem verunmöglicht, seine Arbeit machen zu können.

Ausgenommen von der neuen Regelung sind Lehrveranstaltungen auf Bachelor- und Masterstufe. Warum?

Da fehlt uns die gesetzliche Grundlage. Als öffentlich-rechtliche Anstalt sind wir verpflichtet, diese Veranstaltungen durchzuführen und die Studierenden haben auch ein Anrecht, dass sie daran teilnehmen können. Und unter den aktuellen gesetzlichen Bedingungen ist das nicht durchsetzbar und nicht zulässig. Wir setzen uns dafür ein, dass diese gesetzliche Grundlage nach Möglichkeit geschaffen werden kann.

Sie würden dort auch gerne die Zertifikatspflicht einführen?

Ja, es wäre konsequent und nützlich für das Gesamtsystem.

Das Gespräch führte Christoph Kellerhals.

SRF 4 News, 02.09.2021; 08:26 Uhr;

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11 Kommentare

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  • Kommentar von Daniel Dreier  (Daniel Dreier)
    Die Schweiz braucht dringend ein unabhängiges Gremium, das die wirtschaftlichen Verflechtungen der Personen in diesen Entscheidungspositionen untersucht und Interessenkonflikte verhindert. Besitzen sie Anteile an Pharmaunternehmen? Profitieren sie in irgendeiner Weise direkt oder indirekt vom Verkauf von Arzneimitteln? Solange Interessenkonflikte nicht ausgeschlossen werden können, sollten derartige Entscheidungen untersagt werden, insbesondere für vom Steuerzahler finanzierte Einrichtungen.
  • Kommentar von Luca Caviezel  (FluCa80)
    Kein Geld für PR, dass man so einen Müll beschliesst um Medienaufmersamkeit zu erhaschen? Keine Zertifikatspflicht im Unterricht, wo die grösste Durchmischung ist? Diese Massnahmen sind keine wirklichen Massnahmen und sicher nicht wissenschaftlich.
  • Kommentar von Katharina Bleuer  (Blk)
    Wie jeder andere Arbeitgeber aus dem öffentlichen Dienst muss die Uni den Betrieb aufrecht erhalten und dazu gehört, dass MA nicht ständig in Quarantäne müssen.
    Deswegen ist es nur verständlich und konsequent, dass diese "covidfrei" zur Arbeit kommen sollen.
    Wir hatten an unserer Schule gerade einen positiven Lehrer, mehrere Klassen mussten in Quarantäne, was einen Rattenschwanz an Problemen nach sich zog für zahlreiche Arbeitgeber in der Region...