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UNO-Gesandte für Burma Grosse Auszeichnung für die Schweizer Diplomatie

Legende: Audio Schwierige Aufgabe für Christine Schraner Burgener abspielen. Laufzeit 01:57 Minuten.
01:57 min, aus HeuteMorgen vom 27.04.2018.

Die UNO will sich stärker einbringen in die Friedenssuche in Burma. Und zwar mit einer Schweizerin: Die 53-jährige Bernerin Christine Schraner Burgener wird mit dem neugeschaffenen Vollzeitposten einer UNO-Sonderbeauftragten betraut.

Porträt von Christine Schraner Burgener.
Legende: Eine Diplomatin mit Kenntnis der Region, solider Erfahrung als Verhandlerin und als Vermittlerin. Keystone

Die Juristin war 2009 bis 2015 Botschafterin in Bangkok. Ihr Mann, ebenfalls Diplomat, baute gleichzeitig die Schweizer Botschaft in Burma auf. Schraner Burgener engagierte sich in Thailand nach der Zuspitzung des Konflikts zwischen der Bevölkerungsmehrheit einerseits und dem von den Militärs vertretenen Eliten und dem Königshaus andrerseits für einen Reformprozess. Was auch in den thailändischen Medien Beachtung fand und sogar vom Junta-Chef Prayuth Chan-o-Cha gutgeheissen wurde.

Geschickte Vermittlerin

Die Vertrautheit mit Südostasien und ihre Vermittlerrolle überzeugten die UNO-Führung, deutete deren Sprecher, Stéphane Dujarric, bei der Verkündigung der Nomination an.

International auf den Plan trat die Diplomatin schon früher: Sie leitete nämlich die Schweizer Delegation bei den Verhandlungen, die letztlich zum weltweiten Streubombenverbot führten.

Auswegloser ethnischer Konflikt

Schraner Burgeners neuer Posten ist enorm herausfordernd. Der Konflikt zwischen der noch immer stark vom Militär geprägten burmesischen Regierung und der muslimischen Minderheit der Rohingya ist zwar aus den Schlagzeilen verschwunden, aber längst nicht beigelegt. 700'000 Verfolgte flüchteten ins Ausland. Für UNO-Chef Antonio Guterres muss man das, was passiert, als ethnische Säuberung bezeichnen. Es gebe dafür keine treffendere Bezeichnung.

Zeltstadt in einem schlammigen Gebiet.
Legende: 600'000 Rohingya leben im Flüchtlingslager Kutupalong. Rundherum herrscht bittere Armut. Reuters

Die Lage verschärfe sich sogar wieder, melden dieser Tage UNO-Vertreter im Land. Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen hat deshalb beschlossen, in diesen Tagen zu einer Rekognoszierungsreise vor Ort aufzubrechen.

Doch die UNO ist im Burma-Konflikt ähnlich gelähmt wie in Syrien. China, unterstützt von Russland, verhindert ein energisches Vorgehen gegen die burmesische Regierung und die Streitkräfte. Die neue Schweizer Sonderbeauftragte wird sich als Brückenbauerin beweisen müssen.

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9 Kommentare

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  • Kommentar von Ruth Meili (Schwanberg)
    Zum einen ist das wirklich eine Ehre für uns Schweizer und zeigt unseren ursprünglichen Auftrag, Wege zum Frieden zu suchen und zu finden und aufzuzeigen. Zum andern ist der Weggang von Frau Schraner Burgener ein grosser Verlust für uns in Deutschland. Sie hat Beziehungen zu allen Gruppierungen geknüpft ohne "abzuheben" und einen weltoffenen Eindruck von der Schweiz hinterlassen. Ich danke Frau Schraner Burgener sehr für ihren Einsatz in Berlin und weit darüber hinaus.
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    1. Antwort von Charles Dupond (Egalite)
      Auch ihr Eisatz in Bangkok war beispiellos. Auch wenn sie materiell fuer die konsularisch schickanierten und abgezockten statt betreuten Schweizer und ihre thailaendischen Verlobten nix verbessern durfte, verwandelte sie doch das pampige "Wir kommandieren hier!"-Gehabe des Schalterpersonals in einen angemessenen Respekt vor den Buergern und Teilen des Souveraens beim Ton. Die fuer den Schweizer am diringendst benoetigten hoechstkaraetigen Experten werden wegbefoerdert oder gar ohne Pansion gegos
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  • Kommentar von Beat Gurzeler (B.Gurzeler, alias Rollstuhlrocker)
    Und was wird es uns wieder kosten, sicher eine Stange Geld wo wir auch in der Schweiz brauchen können !!!
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    1. Antwort von Charles Dupond (Egalite)
      Die Schweiz zahlt nicht nur die UNO-Beitraege, sondern traegt auch viele "Neben"kosten fuer der UNO ausgeliehene Diplomaten. Schlimmer ist jedoch, dass eine fuer die Verbesserung der Schweizer Diplomatie dringend benoetigte hoechstkaraetige Expertin in einer "Mission impossible" verheizt wird. Staat und Bevoelkerung Burmas wollen keine Polizisten und Soldaten ermordenden Gaeste. Die Fluechtlinge sind nicht einmal ein Prozent der Bevoelkerung Bangladeschs. Sie sollten also dort angesiedelt oder a
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    2. Antwort von Hanspeter Müller (HPMüller)
      Sonst heisst es doch immer, die Hilfe vor Ort sei viel billiger und sinnvoller als die Menschen als Flüchtlinge bei uns zu beherbergen? Es wird immer wieder betont, die Hilfe vor Ort müsse gefördert werden. Hier gibt sich ganz konkret eine Möglichkeit dazu. Wäre es Ihnen lieber, die 700'000 kämen nach Europa? Angesichts des Elends und des Leidens dieser Menschen, vorwiegend Frauen und Kinder, ist Ihr Kommentar einfach nur zynisch und beelendend.
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    3. Antwort von Charles Dupond (Egalite)
      @Mueller - Noe. Anstatt auch nach Europa koennten sie auch in ihrer Heimat Bangladesch bleiben. Es sind weit weniger als ein Prozent der aktuellen Bevoelkerung Bangladeschs. Und erst noch nur einmalig und nicht jaehrlich wie in die Schweiz....
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  • Kommentar von Reto Frischknecht (refrisch)
    Herzliche Gratulation!
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    1. Antwort von Charles Dupond (Egalite)
      ....auch von mir!
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