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UNO-Migrationspakt Administrativhaft für Jugendliche als Knacknuss

Der Migrationspakt ist nicht bindend. Er könne für die Schweiz aber dennoch langfristig Folgen haben, sagen die Gegner.

Legende: Video Spielraum beim Migrationspakt? abspielen. Laufzeit 01:58 Minuten.
Aus Tagesschau vom 13.11.2018.

Administrativhaft für Jugendliche – in der Schweiz zwar ab 15 Jahren legal, diese Praxis widerspräche aber dem Migrationspakt. Die Schweiz hat bereits angekündigt, bei diesem Teil des Pakts einen Vorbehalt anzubringen. Für die Terre des Hommes Kinderhilfe ist dies ein Fehler.

Insbesondere die Administrativhaft für Kinder muss die Schweiz beenden und Alternativen anstreben.
Autor: Valentina DarbellayTerre des Hommes Kinderhilfe

«Kinder zu inhaftieren kann nicht als Vorbehalt gelten. Wenn die Schweiz sich zum Pakt bekennt, dann heisst das, dass sie auch die Empfehlungen umsetzen muss. Insbesondere die Administrativhaft für Kinder muss die Schweiz beenden und Alternativen anstreben», sagt Valentina Darbellay von Terre des Hommes Kinderhilfe.

Administrativhaft gegen Minderjährige: Aktuell wird sie nicht von allen Kantonen angewandt. Dies zeigt eine Umfrage des Staatssekretariats für Migration (SEM). Etwa in Zürich erst seit Kurzem nicht mehr. Von 2015 bis 2017 sollen in der ganzen Schweiz gemäss SEM 83 Minderjährige in Administrativhaft gesessen haben. Ganz sicher ist dies aber nicht. Es soll Fehlerfassungen gegeben haben.

Wenn man einen solchen Pakt mit 23 konkreten Massnahmen unterschreibt und man bereits sagen muss, die erfüllen wir dann nicht, dann muss man nicht unterschreiben.
Autor: Albert RöstiSVP-Parteipräsident

Die SVP befürchtet, dass der Bund trotz Vorbehaltes bei den Minderjährigen unter Druck geraten wird. So sagt SVP-Parteipräsident Albert Rösti: «Wenn man einen solchen Pakt mit 23 konkreten Massnahmen unterschreibt und man bereits sagen muss, die erfüllen wir dann nicht, dann muss man nicht unterschreiben. Denn wenn wir unterschreiben, kommt der Druck, auch bei einem Vorbehalt.»

Die Völkerrechtsprofessorin Martina Caroni widerspricht. Die Schweiz gerate wegen des Paktes nicht unter Druck. Er sei unverbindliches Soft Law. Aber grundsätzlich könne auch Soft Law Folgen haben.

Es ist nicht ausgeschlossen, dass im Laufe der Zeit aus einem solchen Gesprächsforum, das auf Soft Law gründet, völkerrechtliche Bestimmungen, bindende völkerrechtliche Bestimmungen entstehen können.
Autor: Martina CaroniVölkerrechtsprofessorin

«Es ist nicht ausgeschlossen, dass im Laufe der Zeit aus einem solchen Gesprächsforum, das auf Soft Law gründet, völkerrechtliche Bestimmungen, bindende völkerrechtliche Bestimmungen entstehen können», sagt die Professorin. Aber das könne nicht gegen den Willen der Staaten geschehen und es könne ein einzelner Staat auch nicht verpflichtet werden, sich dann daran zu halten, so Caroni.

Trotz Unverbindlichkeit, in der kommenden Session wird der Migrationspakt im Bundeshaus noch für Diskussionen sorgen.

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Daniel Bucher (DE)
    'Insbesondere die Administrativhaft für Kinder muss die Schweiz beenden und Alternativen anstreben.' Da bin ich gleicher Meinung. Kinder gehören in die Obhut der Eltern. Die Schweiz hat alles zu unternehmen, dass die 'Kinder' sofort zu ihren Eltern zurückgebracht werden. Ganz abgesehen, dass viele Migranten gar nicht Minderjährig sind und uns dies nur glaubhaft machen wollen. Mit 17 Jahren ist man jedenfalls kein Kind mehr.
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  • Kommentar von Markus Baumann (pierrotlunaire)
    Wer ist für die abschliessend gültige Deutung dieses unverbindlichen Paktes zuständig? Wer bestimmt, was wann wie umgesetzt werden soll/muss? Wer ist zuständig für die im Pakt verlangte Kontrolle der Umsetzung? Wer entscheidet, was passiert, wenn von NGO‘s Forderungen aus dem Pakt abgeleitet werden? Haben Parlament und Volk noch in irgendeiner Form Mitspracherecht? Wer entscheidet, wann und wie aus „Soft law“ verbindliches Recht wird?
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  • Kommentar von Claus Prochazka (Verfalsdatum1007)
    Wir in der EU wären froh, es würde hier so gehandelt, wie in der Schweiz. Denn hier müssen Jugendliche bei einer Straftat vor absolut nichts fürchten.
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