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Was sind die Polizei-Taktiken für aktuelle Ausschreitungen wie beispielsweise in St. Gallen??
Aus HeuteMorgen vom 09.04.2021.
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Unruhen wie in St. Gallen Krawallaufrufe und illegale Partys bringen die Polizei ans Limit

Am Wochende ist die Polizei wieder gefordert, denn es kristallisieren sich gleich mehrere Brennpunkte heraus.

Noch immer reibt sich Fredy Fässler die Augen, denn die Ausschreitungen am Karfreitag in St. Gallen hätte der Regierungsrat und Präsident der kantonalen Justiz- und Polizeidirektorenkonferenz nie für möglich gehalten: «Wir kennen das in der Stadt St. Gallen eigentlich nicht. Derartige Bilder kennen wir aus Bern und Zürich. Wir waren natürlich schon überrascht.»

Unsere Polizeikorps sind nicht darauf ausgerichtet, an jedem Wochenende an verschiedenen Orten Grossveranstaltungen zu kontrollieren.
Autor: Fredy FässlerOberster Polizeidirektor Schweiz und Regierungsrat Kanton St. Gallen

Für Freitagabend wird in St. Gallen wieder zu einer illegalen Grossparty aufgerufen. Die Stadtpolizei will diese mit massiver Präsenz und einem rigorosen Durchgreifen verhindern. Sie würden nicht nur allfällige Krawallanten, sondern auch Gaffer konsequent wegweisen, teilt die Polizei mit.

Mehrere Einsatzorte gleichzeitig

Aber auch in Winterthur und Zürich wird zu Randalen aufgerufen. Zudem wollten Coronaskeptiker trotz Verbot am Samstag eine Demonstration in Altdorf durchführen. Diese wurde aber von den Organisatorinnen und Organisatoren zwischenzeitlich wieder abgesagt.

Fredy Fässler ist der Vorsteher des Sicherheits
Legende: Fredy Fässler ist der Vorsteher des Sicherheits- und Justizdepartements des Kantons St.Gallen. Zudem ist er der oberste Polizeidirektor der Schweiz. Keystone/Archiv

Trotzdem schaut der oberste Polizeidirektor der Schweiz dieser Entwicklung mit grosser Sorge entgegen. Fredy Fässler sagt: «Unsere Polizeikorps sind nicht darauf ausgerichtet, an jedem Wochenende an verschiedenen Orten Grossveranstaltungen zu kontrollieren.»

Die Polizei sollte doch coronabedingt Zeit haben?

Das viel gehörte Argument, wonach die Polizei derzeit weniger zu tun habe, da an Wochenenden wegen des Veranstaltungsverbots ja fast nichts los sei, stimme überhaupt nicht, sagt auch Max Hofmann. Er ist der Generalsekretär des Polizeibeamtenverbandes (VSPB). Das Gegenteil sei der Fall, denn wegen der Corona-Pandemie seien die Polizeibeamtinnen und -beamten täglich massiv gefordert.

Max Hofmann Generalsekretär VSPB
Legende: Max Hofmann ist der Generalsekretär der VSPB und sagt: «Wenn natürlich viele Brennpunkte mit solchen Krawallrisiken vorhanden sind, kommen wir sehr rasch ans Limit.» ZVG: VSPB

Hofmann ergänzt: «Es geht viel mehr um Kontaktaufnahme, Deeskalation, Dialog. Beispielsweise schauen Fusspatrouillen, dass die Masken getragen werden. Es ist sehr zeitaufwendig.»

Käme es dann an Wochenenden noch zu langen Einsätzen an diversen Orten, sei dies zusätzlich belastend, so Hofmann. Zudem: «Wenn natürlich drei bis vier Brennpunkte mit solchen Krawallrisiken vorhanden sind, dann kommen wir sehr rasch ans Limit.»

Es geht viel mehr um Kontaktaufnahme, Deeskalation, Dialog. Beispielsweise schauen Fusspatrouillen, dass die Masken getragen werden. Es ist sehr zeitaufwendig.
Autor: Max HofmannVSPB-Generalsekretär

Erschwerend kommt hinzu: Wo genau und ob es überhaupt zu Krawallen kommt, ist im Vorfeld schwierig vorauszusehen. So wird die Polizei an verschiedensten möglichen Brennpunkten bereit sein müssen.

HeuteMorgen, 09.04.2021, 06:00 Uhr

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106 Kommentare

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  • Kommentar von Christoph Staub  (chrstaub)
    In Bern gibt es in Nicht-Corona-Jahren über 250 Demonstrationen pro Jahr. Viele davon verlaufen friedlich, viele aber auch nicht. Die Polizei ist praktisch jedes Wochenende gefordert, oft sogar mehrfach. St. Gallen ist nach drei von den Gratiszeitungen gepushten "Krawallnächten" am Limit. Gleichzeitig beklagen viele Kantone, dass die Finanzausgleichszahlungen an Bern so hoch seien. Könnte da ein Zusammenhang bestehen?
  • Kommentar von Pascal Noti  (Noti)
    Wer sich mit Gewalt politisch Gehör schaffen will, gehört bestraft.
    Wir leben noch in einer intakten Demokratie und ich will, dass es morgen noch so bleibt. Eine Demokratie erfordert auch, einmal zur Minderheit und zu den Verlierern als auch zur Mehrheit und zu den Gewinnerns zu gehören.
    Leider neigt die Gesellschaft zwischen extremen Standpunkten hin- und herzuschwanken. Früher waren Kinder Arbeitskräfte und streng erzogen. Heute verwöhnt man sie wie Könige, welche motzen, wenns härter wird
  • Kommentar von Marlisa Schmid  (Marlisa)
    Ich habe ein gewisses Verständnis für die Rebellion der Jugend. Um die Alten zu schützen, müssen die Jungen die Corona-Maßnahmen mittragen, obwohl sie kaum von schweren Verläufen betroffen sind. Dies haben sie nun vorbildlich und solidarisch seit einem Jahr ohne Murren mitgetragen. Irgendwann hat es ein Ende mit der Solidarität, weil auch die Jugend mit den irrationalen Massnahmen der Regierung Mühe hat. Allerdings sollten Demos nicht dazu missbraucht werden, Vandalismus und Krawall auszuüben.
    1. Antwort von Beat Reuteler  (br)
      Im Grossen und Ganzen sind die MAssnahmen leicht zu verstehen und einzusehen. Dass es Ausreisser gibt ist in einem komplexen Regelwerk normal. Dass die Jungend das nicht schnallt verstehe ich echt nicht.