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Legende: Audio Ärzte raten von HIV-Selbsttest ab abspielen. Laufzeit 02:01 Minuten.
Aus HeuteMorgen vom 28.05.2019.
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Unzuverlässig und heikel Ärzte raten von HIV-Test der Migros ab

  • In der Migros kann neuerdings ein HIV-Selbsttest erworben werden.
  • Ärzte kritisieren dies aus Datenschutzgründen und vor allem, weil der Test nicht zuverlässig sei.
  • Sie raten dringend dazu, einen allfälligen HIV-Test unter fachkundiger Beratung durchzuführen.

Die Migros preist den neuen HIV-Selbsttest «Exacto» für 24.95 an. Zusätzlich gibt es als Einführungsaktion 20-fache Cumuluspunkte. Monique Lehky Hagen, Präsidentin der Walliser Ärztegesellschaft und der kantonalen Ärztegesellschaften (KKA), findet diese Art Werbung problematisch. «Wir raten stark davon ab, eine solche Kundenkarte beim Kauf eines HIV-Tests zu benutzen.» Schliesslich bestehe das Risiko, dass die Daten weitergegeben würden.

Ärztin: «Geschäft steht im Vordergrund»

Die Migros ihrerseits betont, diese Daten würden nicht weitergegeben. Man registriere lediglich das Einkaufsverhalten, sagt Migros-Sprecher Patrick Stöpper. Zudem sei es jedem Kunden selbst überlassen, ob und wann er die Cumulus-Karte zücke. «Wer einen Selbsttest unbedingt anonym durchführen will, dem sind die Cumulus-Punkte in diesem Moment egal.» Diesen Kunden sei die Gesundheit wichtig. Das sei sie im übrigen auch der Migros, so Stöpper.

Das überzeugt die Ärztin Lehky Hagen nicht. Es gebe keinen Grund, Kunden im Fall des HIV-Tests mit 20-fachen Cumulus-Punkten zu locken, wenn die Gesundheit und nicht das Geschäft im Vordergrund stehe, sagt sie.

HIV-Selbsttest ist nicht zuverlässig

Die Walliser Ärztevereinigung kritisiert aber vor allem, dass der HIV-Selbsttest zu wenig zuverlässig sei. Denn erst drei Monate nach einer Ansteckung kann mit so einem Selbsttest das Virus nachgewiesen werden. Betroffene könnten sich also in falscher Sicherheit wiegen.

Umgekehrt bestehe auch die Gefahr, dass der Test ein falsches positives Resultat anzeigt, obwohl die testende Person gar kein Risiko eingegangen sei, sagt LehkyHagen: «Wir möchten verhindern, dass die falschen Leute den Test machen, dann alleine zuhause sitzen und in Panik geraten.» Die Leute müssten wissen, dass der Test nicht zuverlässig sei für Personen, die sich nicht riskant verhalten hätten.

Die Präsidentin der Walliser Ärztegesellschaft findet es deshalb aus medizinischen und datenschützerischen Gründen das Beste, wenn man einen HIV-Test nach wie vor unter fachkundiger Beratung durchführt – entweder beim Hausarzt oder in der Apotheke.

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42 Kommentare

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  • Kommentar von antigone kunz  (antigonekunz)
    Wie so Einiges, dass da so easypeasy angeboten wird, einfach daran denken: Es könnte ein davor und ein danach geben und Ihre Welt kann sich mit einem Fingerschnippen auf den Kopf stellen. Denn auch wenn Labortests u.v.a.m. als kleine Spaziergänge ohne grosse Konsequenzen angeboten werden ... Besorgen Sie sich vor dem Resultat ein Glas Wasser und einen Stuhl; könnte von Nutzen sein.
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  • Kommentar von Stefan Huwiler  (huwist)
    Wieder einmal die 'Götter in Weiss'. Es braucht kein Medizinstudium um die Packungsbeilage eines solchen Tests zu verstehen.
    Ausserdem möchte ich auch die Kompetenz eines beträchtlichen Teils der Aerzteschaft bei der Vermittlung von 'schlechten Nachrichten' ganz ernsthaft in Frage stellen. Da ist teilweise deutlich weniger Geschmeidigkeit vorhanden als bei der Notierung der Taxpunkte und Behandlungszeiten.
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  • Kommentar von Verena Schär  (Nachdenklich)
    Ich widerspreche liebe Ärzteschaft. Der Mensch ist mündig genug selber einen Test durchzuführen und auf die C.Punkte kann Mann/Frau gerne verzichten. Die Argumentation ist lächerlich. Nicht jede/jeder führt einen zweifelhaften Lebenswandel. Noch nicht bekannt, dass es auch Lebenspartner/in gibt die den Partner anstecken können. Ein Positiver Test ist daher nicht zwingend falsch. Ja das liebe Geld. Sieht die Ärzteschaft Felle davon schwimmen.
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    1. Antwort von Hanspeter Müller  (HPMüller)
      Es geht nicht um die Packungsbeilage und wer die wie gut versteht. Es geht darum, dass die Migros die Daten von Cumulus und übrigens auch die gleichzeitig erfassten Daten vom Telefon, der Bankkarte, der Adresse, der Kommentare und Fragen auf der Webseite knallhart auswertet und vermarktet. Wenn Sie eines Tages deswegen Reklame für Katzenfutter oder Konfirmationsgeschenke bekommen ist das harmlos. Wenn Sie deswegen den Job, die Wohnung oder den Kredit verlieren haben Sie ein Problem.
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    2. Antwort von Hanspeter Müller  (HPMüller)
      "Noch nicht bekannt, dass es auch Lebenspartner/in gibt die den Partner anstecken können. Ein Positiver Test ist daher nicht zwingend falsch." Das behauptet auch niemand.
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    3. Antwort von Verena Schär  (Nachdenklich)
      @HPMüller Ganz einfach auf die Punkte verzichten, so wie ich bereits geschrieben habe.

      @HPMüller Wo lesen sie, dass es jemand behauptet. Ich auf jeden Fall nicht.
      Wird jedoch, weil unangenehm, dauernd unter den Tisch gewischt. Ist aber traurige Realität.
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